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20.07.2015

Initiativen

Rainforest Alliance erweitert Kompetenz auf Faserrohstoffe

An Reis und Zuckerrohr, womöglich auch an Kautschuk und Kokosnuss denken wir hierzulande, wenn es um die Landwirtschaft in den Philippinen geht. Abacá hingegen ist den wenigsten ein Begriff. Und das obwohl die „Faserbanane“ heute ein wichtiges Exportgut für die Philippinen ist und dort bereits seit Jahrhunderten angebaut wird. Verwendet haben wir den Faserstoff vermutlich auch schon einmal – als Filterpapier für Tee oder Kaffee.

Rainforest Alliance erweitert Kompetenz auf Faserrohstoffe zoom
Ernte von Abaca

Damit Abacá umweltfreundlich und sozial verantwortungsbewusst angebaut wird, engagiert sich die Rainforest Alliance in einem Modellprojekt, der Abacá Sustainability Initiative. In der Initiative für den nachhaltigen Anbau von Abacá auf den Philippinen sind einige Hundert Kleinbauern zusammengeschlossen. 300 dieser Kleinbauern mit zusammen rund 500 Hektar Land sollen nun Rainforest-Alliance-zertifiziert werden. Sie leben auf der Insel Panay in den Provinzen Aklan und Iloilo.

Durch systematische Schulung von zehn praktischen Ausbildern wird sich die Initiative auf weitere Farmergruppen ausdehnen können. Unterstützt wird das Projekt auch von der Bundesregierung, dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Partner vor Ort ist neben der Rainforest Alliance die dem philippinischen Landwirtschaftsministerium angeschlossene Behörde zur Entwicklung der Faserindustrie PhilFIDA.

Industrieller Partner ist unter anderem mit Glatfelter einer der größten Produzenten für Spezialfilterpapiere für die Tee- und Kaffeeindustrie und damit Hauptabnehmer von Abacá-Fasern. Die jetzt groß angelegte Initiative folgt einem Modellprojekt, das seit 2013 auf der Insel Catanduanes erfolgreich umgesetzt wird.

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Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Abacá-Fasern kommen vornehmlich von den Philippinen, wo die Pflanze auch beheimatet ist. Noch heute ist die Insel Catanduanes mit einem Anteil von mehr als 25 Prozent an der Abacá-Produktion eine der wichtigsten Anbauregionen. Um den wirtschaftlichen Erfolg des Abacá-Anbaus und der wichtigen Anbauregion langfristig sicherzustellen, wurde 2013 ein beispielgebendes Modellprojekt ins Leben gerufen, die „Catanduanes Abaca Sustainability Initiative (CASI)“, die Abacá-Nachhaltigkeitsinitiative von Catanduanes.

Geldgeber und Motor waren auch da die philippinische Behörde zur Entwicklung der Faserindustrie PhilFIDA und Glatfelter, die Bundesregierung war seinerzeit noch nicht beteiligt. CASI startete mit 36 Bauern aus vier Dörfern und einer Anbaufläche von 200 Hektar. Sie stellten auf nachhaltigen – umweltschonenden, sozial verantwortungs-bewussten und wirtschaftlich erfolgreichen – Anbau von Abacá um. Partner für die technische Hilfe, die Farmerschulungen und die Vorbereitung zur Zertifizierung war die Rainforest Alliance.

Zertifizierung schafft Zukunftsperspektiven

Die Rainforest Alliance hat zusammen mit den anderen Gruppen im Sustainable Agriculture Network (SAN) den SAN-Standard für nachhaltige Landwirtschaft entwickelt und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in nachhaltiger Entwicklung. Durch ihre Arbeit und unterstützt von Glatfelter gelang es, Anfang 2013 die CASI-Bauern als erste Abacá-Produzentengruppe überhaupt mit dem Rainforest-Alliance-Zertifikat auszuzeichnen. Seither dürfen Abacá-Fasern, die aus diesen Catanduanes-Herkünften stammen, das Siegel mit dem grünen Frosch führen und finden sich beispielsweise in Teefilterpapieren von Glatfelter.

Mittlerweile hat Glatfelter die CASI-Gruppe beständig erweitert. Die Modell-Initiative auf Catanduanes umfasst inzwischen vier Mal so viele Bauern und wurde im August 2014 erneut erfolgreich zertifiziert – ein Ansporn für das Unternehmen, die Gruppe nachhaltig weiter auszubauen, und ein Anlass, das positive Beispiel auf weitere Anbauregionen der Philippinen zu übertragen, wie aktuell die Insel Panay.

So wird Abaca verarbeitet.
So wird Abaca verarbeitet.

Mit der nachhaltigen Ausrichtung des Anbaus und der Perspektive der Rainforest-Alliance-Zertifizierung sind die Weichen gestellt für eine umweltverträgliche Ernte und Weiterbearbeitung der Fasern vor Ort, für soziale und gerechte Arbeitsbedingungen und einen gesicherten Lebensunterhalt. Ria Stout, Director Program Implementation bei der Rainforest Alliance: “Die Rainforest Alliance widmet sich der nachhaltigen Landnutzung mit einem integrierten Ansatz. Natur- und Umweltschutz, wie wir ihn verstehen, schließt auch die Bodenqualität ein.“

Sie zu erhalten, sei somit der Schlüssel dafür, dass auch künftige Generationen noch gute, ertragreich zu bewirtschaftende Böden vorfinden. Dazu sei ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich. „Um eine Verbesserung der Bewirtschaftung und bessere Lebensbedingungen zu erreichen, müssen wir den einzelnen Bauern unterstützen und genauso auf den Wohlstand der gesamten bäuerlichen Gemeinde achten”, so Stout weiter.

Glatfelter als Abnehmer der Abacá-Fasern zahlt pro Kilogramm Rainforest-Alliance-zertifizierter Fasern eine freiwillige Prämie, um die Anstrengungen der Farmer zu honorieren, und sichert somit auch langfristig die gute Geschäftsbeziehung zu den Erzeugern. Außerdem finanziert Glatfelter die medizinische Versorgung für die CASI-Farmer und deren Familien durch einen Fonds und sorgt für Unterrichtsmaterialien für den Schulunterricht der Kinder.

Als viertes Standbein für die nachhaltige Entwicklung der Gemeinden wurde die LEAH-Initiative begründet. Sie richtet sich an die Frauen und bietet ihnen Möglichkeit, über den Verkauf selbstgefertigter kunsthandwerklicher Erzeugnisse aus Abacá-Fasern einen eigenständigen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten.

Quelle: UD/pm
 

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