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22.09.2015

Initiativen

NGO-Bündnis fordert Agrarökologie statt "klimasmarter" Landwirtschaft

Zehn Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Paris hat ein internationales Bündnis der Zivilgesellschaft davor gewarnt, falsche Hoffnungen auf das Konzept der klimasmarten Landwirtschaft zu setzen, und ein klares Bekenntnis zur Agrarökologie gefordert. Mehr als 350 Nichtregierungs-, Bauern-, Umwelt- und kirchliche Organisationen betonten in einer jetzt veröffentlichten Erklärung, das unter dem Schlagwort "Climate-Smart Agriculture" (CSA) beworbene Konzept trage nicht zur Förderung von Klimaschutz und Ernährungssicherheit bei, sondern stehe einer dringend notwendigen Umgestaltung der gegenwärtigen Landwirtschafts- und Ernährungssysteme im Wege.

2014 war die "Global Alliance for Climate Smart Agriculture" (CSA) beim UN-Klimagipfel in New York aus der Taufe gehoben worden. Die Allianz will "die Herausforderungen für Ernährungssicherheit und Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels" angehen und die klimasmarte Landwirtschaft verbreiten. Doch unter den 100 Mitgliedern sind vorwiegend Industrieländer und die Privatwirtschaft vertreten, die eng mit der Düngemittelindustrie verbandelt ist, zum Beispiel der Agrarchemie-Konzern Yara oder der Verband "Fertilizers Europe". Auch transnationale Konzerne, die nicht unbedingt bekannt sind für ihre positive Umweltbilanz, wie Monsanto, Walmart oder McDonald's, haben eigene klimasmarte Programme ins Leben gerufen.

Das NGO-Bündnis kritisiert CSA als nichtssagendes Konzept ohne klare Definitionen, Kriterien und Standards, mit dem sich Konzerne ein grünes Image verpassen. Unternehmen, die Mineraldünger oder Pestizide verkaufen sowie industrielle Fleischproduktion und Landwirtschaft betreiben - mit negativen Folgen für Klima und Umwelt - können dies als klimasmart verkaufen. Mit Blick auf neue Finanzierungsinstrumente für den Klimaschutz, in die Milliarden fließen werden, drohe die Gefahr, dass Programme unterstützt werden, die kontraproduktiv für den Klimaschutz seien.

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Daher fordern die Unterzeichner, zu denen in Deutschland unter anderem Brot für die Welt, Misereor, FIAN und Save Our Seeds gehören, politische Entscheidungsträger dazu auf, CSA abzulehnen und die Agrarökologie zum Grundpfeiler von Politik im Bereich Landwirtschaft und Klima zu machen.

Die Agrarökologie ist ein ganzheitlicher landwirtschaftlicher Ansatz, der auf ökologischen Konzepten sowie den Prinzipien von Ernährungssicherheit und -souveränität beruht. Sie zielt darauf ab, Agrarökosysteme zu verbessern, indem sie die lokal verfügbaren natürlichen Ressourcen nutzt und wiederverwertet, statt von externen Inputs abhängig zu sein. Zudem fördert die Agrarökologie die lokale Lebensmittelproduktion von Kleinbauern und Familienbetrieben, setzt auf das traditionelle Wissen und Innovationen der Bauern und trägt so zur Bewahrung von Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit bei.

Quelle: UD/pm
 

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