12.12.2019
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10.06.2009

Reporting

E.ON ergänzt CR Reporting mit stimmigem Magazin

Erst jüngst hat E.ON seinen Nachhaltigkeitsbericht vorgestellt. Erstmals erscheint dieser nur im Internet. Dennoch präsentiert der Stromkonzern sein Engagement aber auch weiterhin in gedruckter Form: Ein 28-seitiges CR-Magazin ergänzt nämlich die Berichterstattung. Umweltdialog stellt die Publikation vor.

Nachhaltigkeitsbericht E.on

Jedes Unternehmen, welches einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen will, steht vor einer schwierigen Herausforderung: Es muss bei diesem Thema sowohl Verstand als auch Herz seiner Anspruchsgruppen ansprechen. Es geht einerseits darum, Aussagen zu treffen und diese plausibel mit Fakten zu untermauern. Und es geht andererseits darum, für Anliegen und Argumente des Unternehmens zu sensibilisieren. Während Ersteres eindeutig über den Weg der Kennzahlen und des sachlichen Reportings führt, empfiehlt sich bei Letzterem ein eher magaziniger Ansatz. Eine Mischung aus beidem kommt den meisten Nachhaltigkeitsberichten nicht gut, wie die Praxis zeigt. Auch beim Energieversorger E.ON hat man dies erkannt. Doch statt sich hier auf eine der beiden Wege zu beschränken, setzt der europäische Versorgungskonzern vielmehr auf eine geschickte Kombination von beiden. Während der erstmals komplett nur online erschienene Nachhaltigkeitsbericht prioritär auf geprüfte und validierte Zahlen und Fakten setzt, erschien parallel dazu ein CR-Magazin in gedruckter Form. Das, so betonen die Herausgeber schon in den ersten Zeilen, ersetze in keiner Weise den CR-Report, aber es lade ein zum Dialog, zum Nach- und Weiterdenken.

Corporate Responsibility in Krisenzeiten

Und was stellt E.ON zur Diskussion? Ganz zuvorderst das Thema unternehmerische Verantwortung. Diese sieht E.ON gerade in Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise eher gestärkt. Das klingt überraschend, aber die Begründung des Unternehmens ist schlüssig: Richtig verstanden bestehe Corporate Responsibility (CR) nämlich in einer langfristig ausgelegten, ressourceneffizienten und gesellschaftlich akzeptierte Form des Wirtschaftens. Nur die Unternehmen, so argumentiert E.ON weiter, die hier ihre jeweiligen Chancen und Risiken richtig einzuschätzen wissen, werden die Krise meistern. Für E.ON heißt das nun konkret, dass man einerseits verbindliche CO2-Reduktionsziele festsetzt und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreibt. Es heißt aber dezidiert auch, dass fossile und atomare Energieversorgung nicht grundsätzlich abgelehnt wird. Als Begründung hierfür führt das Unternehmen die Versorgungssicherheit an: Bezahlbar und verfügbar soll der Strom für den Verbraucher nämlich sein. Dass bei letzterem Aspekt neben Unternehmenspolitik auch ein enormer Anteil Weltpolitik eine Rolle spielt, mussten wir Europäer in den vergangenen zwölf Monaten erfahren: Als nämlich der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine eskalierte, zeigte sich, wie sehr die Energieversorgung von staatlichem Willen abhängt. Zudem bestärkte er all jene, die für Energiekonzepte argumentieren, die nicht allein auf den Import aus fernen Regionen setzen, sondern auch die nationale Stromerzeugung aufrechterhalten sehen wollen.

Volkssport Energieeffizienz

Zur Versorgungssicherheit tragen aber auch das umsichtige Verbraucherverhalten und Energiesparen bei. Ein Beispiel aus Schweden lenkt den Blick auf den Aspekt der Energieeffizienz. Selbiges sei, so das Magazin, im hohen Norden, fast schon ein Volkssport und werde eher spielerisch erfahren. Über E.ONs dortiges Internetportal „Energiedialog“ können schwedische Verbraucher nämlich ihren Stromverbrauch messen und potentielle „Stromfresser“ ausmachen. Smart Metering nennt man dies und wird künftig auch in Deutschland an Bedeutung in den Haushalten gewinnen. Die Win/Win-Konstellation an diesem Beispiel ist neben der scheinbar unkomplizierten und unkontroversen Nutzung im Alltag, dass auch E.ON als Unternehmen daraus lernt. So passt man die Stromerzeugung wesentlich genauer an den jeweiligen Verbrauch an. Die Kraftwerke werden optimaler ausgelastet, und dem Klima bleibt ungenutzte Überschussproduktion erspart. „Die umweltfreundlichste Energie ist die, die nicht erzeugt wird,“ konstatiert das CR-Magazin. Die stärker angepassten und individualisierten Stromerzeugungskurven sind somit Erfahrungen, die auch in anderen Ländern genutzt werden können.

Weg nach Kopenhagen

Klimaschutz ist auch beim abschließenden Beitrag des CR-Magazins das Schlüsselwort: Darin formuliert E.ON nämlich seine Erwartungen an die Klimaschutzkonferenz im kommenden Dezember in Kopenhagen. Diese oft auch als Post-Kyoto-Konferenz bezeichnete Großveranstaltung sollte nach Ansicht des Energieversorgers Ergebnisse und Rahmen für die künftige Energiepolitik setzen. Einerseits bekennt sich E.ON selbst dabei zu seinem Ziel, bis 2030 die eigene CO2-Intensität je produzierter MWh auf die Hälfte zu reduzieren. Das Referenzjahr ist hierbei 1990. Andererseits fordert man von den teilnehmenden Staaten aber auch tragfähige Rahmenbedingungen und gleiche Spielregeln für alle Unternehmen, so etwa klare Emissionsobergrenzen für alle Staaten weltweit. Dies sei gerade vor dem Hintergrund wichtig, dass immer öfter CO2-intensive Industrien in sogenannte Schwellenländer verlagert werden, womit dem Klimaschutz in keiner Weise geholfen ist. Notwendig sind damit dann aber auch geeignete Finanzierungsanreize für Energieversorger in Entwicklungsländern, eine bezahlbare Versorgung für Verbraucher rund um den Globus sowie ein einheitlicher, weltweiter Emissionshandel. Diese Punkte sind alle gut und begründet, aber sie zeigen auch eine zentralen Problempunkt auf: Klimawandel ist ein globales Problem, Klimapolitik dagegen wird weiterhin überwiegend national gemacht. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise darf man gespannt sein, inwieweit hier die Staaten eine gemeinschaftliche Haltung finden werden. Die Wirtschaft jedenfalls muss und sollte mit Vorschlägen vorangehen. Diese macht denn auch E.ON in seinem CR-Magazin und erfüllt damit durchweg sein eingangs gesetztes Ziel: Nämlich zu Themen der Zeit einen Dialog anzustoßen.

Quelle: UD
 

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