31.03.2020
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24.04.2009

Reporting

Nestlé veröffentlicht neuen Bericht zum Thema Ernährung

In den Industrienationen leiden die Menschen an Fettleibigkeit, in Entwicklungsländern an Mangelernährung. Dieses stereotype Bild stimmt so nicht mehr. Das Ernährungsszenario des 21. Jahrhunderts ist ungleich komplexer. Mittlerweile stehen sowohl viele arme als auch reiche Länder vor ähnlichen Herausforderungen wie etwa gleichzeitiger Unter- und Überernährung. In seinem neuen „Bericht zur Gemeinsamen Wertschöpfung 2008“ zeigt das Nahrungsmittelunternehmen Nestlé, wie es zur Lösung globaler Ernährungsprobleme beiträgt und dabei die lokale Wirtschaft in Entwicklungsländern fördert.

CSR Report Nestlé 2008

Es begann mit dem „Kindermehl“. Vor 143 Jahren erfand der gebürtige Frankfurter Apotheker Henri Nestlé ein Milch- und Zerealienprodukt, um einem Baby das Leben zu retten, das nicht gestillt werden konnte und keine zu dieser Zeit gebräuchliche Ersatznahrung vertrug. Nestlé hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1867 von einem kleinen Hersteller von Milchpulver und Getreideprodukten zu einem global agierenden Konzern entwickelt. Auf allen fünf Kontinenten besitzt das Schweizer Unternehmen Produktions- und Vertriebsstätten. Mehr als 283.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 110 Milliarden Schweizer Franken. Die Produktpalette reicht von Getränken, Milchprodukten bis hin zu spezieller Säuglingsnahrung oder Lebensmittel für Leistungssportler. Täglich kaufen fast eine Milliarde Menschen Produkte aus dem Haus Nestlé.

Das Schweizer Unternehmen ist sich daher seiner besonderen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. „Um als Unternehmen langfristig Erfolg zu haben, müssen wir mehr als nur Vorschriften einhalten und nachhaltig wirtschaften, sondern auch Mehrwert für die Gesellschaft generieren“, erklärt Peter Brabeck-Letmathe, Aufsichtsratschef von Nestlé. Dieser gesellschaftliche Mehrwert bezieht sich zum einen auf die Konsumenten und Mitarbeiter des Unternehmens, zum anderen aber auch auf die Gemeinschaften, in denen Nestlé tätig ist, sowie auf Wirtschaftsakteure wie Bauern, Kleinbetriebe und Händler. Nestlé setzt hierbei auf eine langfristige und nachhaltige Geschäftsstrategie, die zur Lösung von Ernährungsproblemen beitragen und gleichzeitig positive Impulse für die Wirtschaftskraft von Entwicklungsländern freisetzen soll.

Ernährungsszenario wird komplexer

In dem nun erschienenen Bericht „Ernährungsbedürfnisse und hochwertige Ernährung. Bericht zur Gemeinsamen Wertschöpfung 2008“ veranschaulicht Nestlé auf rund 80 Seiten diesen Ansatz. Dabei stellt der Report den ersten Zwischenbericht zu diesem Thema dar. Nestlé will zukünftig neben der regulären Berichterstattung turnusmäßig Themenkomplexe behandeln, die aus Sicht des Unternehmens besonders relevant sind: „Ernährung“, „Wasser“ und „Ländliche Entwicklung“.

Das Thema Ernährung macht dabei den Anfang. So sieht sich Nestlé hier mit äußerst schwierigen Herausforderungen konfrontiert, die von Überernährung, Mangelernährung, Rohstoffsicherheit bis hin zu Informationsbedürfnissen der Verbraucher reichen. „Das Ernährungsszenario des 21. Jahrhunderts ist komplexer als das vergangener Jahrzehnte“, betont Dr. Kraisid Tontisirin von der Mahidol University, Bangkok. Der thailändische Ernährungswissenschaftler hat für Nestlé die wichtigsten Ernährungsfragen analysiert. Eine zentrale Erkenntnis des Wissenschaftlers: Ernährungsprobleme lassen sich nicht mehr stereotyp nach den Kategorien Industrienation und Entwicklungsland unterscheiden. „Viele Länder stehen heute vor den Herausforderungen einer doppelten Fehlernährungslast, da Unter- und Überernährung in ein und derselben Bevölkerungsgruppe, mitunter sogar in derselben Gemeinschaft, demselben Haushalt oder bei derselben Person gleichzeitig vorliegen kann“, erklärt Tontisirin.

So erstreckt sich das Problem der Überernährung nicht nur mehr auf Industrieländer. In den vergangenen Jahren hat sich Adipositas oder Fettleibigkeit weiter verstärkt und betrifft nun auch zunehmend Entwicklungs- und Schwellenländer. Rund 1,6 Milliarden Erwachsene weltweit haben Übergewicht, darunter 400 Millionen Adipositas. Mehr als 70% stammen dabei aus mittleren oder unteren Gesellschafts- und Einkommensschichten. Diabetes, Herzerkrankungen oder Krebs stehen im Zusammenhang mit Adipositas. Gerade für Menschen aus Entwicklungsländern wiegen die Folgen der Fettleibigkeit schwer. 80% der Todesfälle, die mit Adipositas in Verbindung stehen, werden die Entwicklungsländer betreffen, beschreibt Tontisirin das mögliche Szenario. Auch Kinder sind durch Fettleibigkeit mehr und mehr beeinträchtigt. Nestlé arbeitet deshalb an wirksamen Lösungsansätzen, um bereits ein frühkindliches Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen.

Foto: Nestlé Deutschland
Foto: Nestlé Deutschland

Prävention im Kindesalter

So hat das Unternehmen verschiedene Aufklärungsprogramme entwickelt. Diese werden vor allem an Schulen durchgeführt und sollen dort Kindern Ernährungsbewusstsein vermitteln. Mehr als 10 Millionen Menschen hat Nestlé auf diese Weise bereits erreicht. In Nestlés Heimatland hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung das Nutrikid-Programm ins Leben gerufen, das in weiteren Ländern übernommen wurde. Mehr als 170.000 Schülern konnte mit Hilfe von Videos oder Spielkarten gezeigt werden, wie sie sich gesund ernähren können. Auch in Deutschland steht das Thema Ernährungsaufklärung weit oben auf der Agenda: Alleine das „Nestlé Ernährungsstudio“ erreicht rund 400.000 Verbraucher monatlich mit Informationen und Beratungsleistungen in Ernährungsfragen. Eine Initiative, die sich primär an Schulkinder richtet, ist derzeit in Vorbereitung.

Aber auch in Schwellen- und Entwicklungsländer besteht Handlungsbedarf. „Besonders in Entwicklungsländern mit hohem Wirtschaftswachstum ist das gleichzeitige Auftreten von Unter- und Überernährung ein häufiges Phänomen“, erklärt Dr. Kraisid Tontisirin. Nestlé führt zum Beispiel in Brasilien und Thailand weit breit angelegte Informationskampagnen durch.

Preisgünstige Produkte gegen Mangelernährung

Mangelernährung bedeutet daher nicht nur eine starke gesundheitliche Gefährdung eines jeden einzelnen, sondern auch eine Beeinträchtigung der Produktivität und Entwicklung von Gesellschaften. Um hier gegen zu steuern, hat Nestlé die Produktsparte „Popularly Positioned Products“ (PPP) etabliert. Diese Produkte werden gezielt für die lokale Situation mit wichtigen Nährstoffen angereichert und preisgünstig auf dem Markt platziert. Mitentscheidend für den niedrigen Preis ist das kostengünstige Vertriebsnetz. So werden die PPP-Produkte direkt an kleine Händler und lokale Zwischenhändler geliefert und sind so auch in „Tante-Emma-Läden“, auf Wochenmärkten oder Gemeindezentren verfügbar. Die Entwicklung der Produkte erfolgt dabei in Kooperationen mit lokalen Gesundheitsbehörden. Etwa im Falle von Nido Essentia - ein Nahrungsmittel, welches auf mit Eisen und Vitamin C angereicherter Milch basiert und in Afrika gegen Mangelernährung eingesetzt wird. Im Falle von Jodmangel liefert Nestlé einen einfachen aber wirksamen Beitrag. So werden Maggi-Bouillonwürfel in Afrika mit Jod angereichert. Allein in Zentral- und Westafrika wurden im vergangenen Jahr 19 Milliarden Brühwürfel verkauft.

Lokale Wirtschaftsförderung durch Mikrokredite

Neben dem gesundheitlichen Effekt geben die PPP-Produkte zudem positive Impulse für den lokalen Handel in Entwicklungsländern. Vor allem die Beziehungen Nestlés zu den Bauern und der ländlichen Industrie spielen bei der lokalen Wirtschaftsförderung eine bedeutende Rolle. Nestlé verhalf bereits in den 1920er Jahren kleinen Milchbetrieben in Entwicklungsländern zu höherer Produktivität und mehr Einkommen. „Heute arbeitet Nestlé direkt mit rund 600.000 Bauern auf der ganzen Welt zusammen und hat dadurch Millionen von Bauern einen Weg aus der Armut eröffnet“, erklärt Paul Bulcke, Delegierter des Verwaltungsrats der Nestlé AG. Dabei stellt das Unternehmen vor Ort kostenlose technische Unterstützung und Beratung durch weltweit über 8.000 Experten bereit. Auch der Ausbau der ländlichen Infrastruktur und der Einsatz von Mikrokrediten sind Bestandteile des systematischen Ansatzes. Allein das Volumen an Kleinstkrediten beläuft sich auf insgesamt 30 Millionen Schweizer Franken.

Rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Rohstoffe bezieht Nestlé von Landwirten und Betrieben in aufstrebenden Märkten. Fast alle Produktionsstätten des Unternehmens befinden sich in der Nähe von landwirtschaftlichen Lieferanten. Die Hälfte entfällt dabei auf Entwicklungsländer. Mehr als 2,4 Millionen Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt in der Versorgungskette von Nestlé. Dabei hat das Unternehmen zudem soziale und ökologische Standards festgelegt, die für alle Lieferanten weltweit gelten und deren Einhaltung durch externe Prüfungsverfahren sichergestellt wird. Die starke lokale Ausrichtung der Zulieferkette stellt somit für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation dar. Nestlé profitiert durch eine verlässliche Versorgung mit hochwertigen Rohstoffen. Für die Bauern und Menschen vor Ort bedeutet die Zusammenarbeit Einkommenssicherheit, Verbesserung der Ernährungssituation sowie wirtschaftliche Entwicklungschancen.



Veranstaltungshinweis

Forum Gemeinsame Wertschöpfung - 27. bis 28. April 2009 New York

Nestlé veranstaltet ein zweitägiges Forum in Partnerschaft mit dem UN Partnership Office und der Vertretung der Schweiz bei den Vereinten Nationen. Peter Brabeck-Letmathe, Verwaltungsratspräsident von Nestlé, und Paul Bulcke, CEO von Nestlé, werden darüber sprechen, wie die Initiativen zu den Zielsetzungen des Unternehmens beitragen. Sie werden ausserdem den neuen Beirat für gemeinsame Wertschöpfung vorstellen, der mit weltweit führenden Experten für Konzernstrategie, Wasser, Ernährung und die Entwicklung ländlicher Gebiete besetzt ist und im Rahmen des zweitägigen Forums tagen wird.

Live im Netz am Montag, den 27.04. unter http://www.creatingsharedvalue.org/

Quelle: UD
 

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