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06.08.2018

Reporting

Nachhaltigkeit bei ALDI: Darf’s ein bisschen mehr sein?

Bei ALDI bewegt sich viel: In Sachen Nachhaltigkeit. Und mit Blick auf die Beziehungen zu Kunden und Gesellschaft. Deutlich wird das zum Beispiel an den jetzt veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichten, in denen die lange Zeit als verschwiegen geltenden Unternehmensgruppen ALDI Nord und ALDI SÜD über ihre „grüne“ Geschäftspolitik berichten, und das bereits zum zweiten Mal. Die Fachwelt ist vom Engagement der Discounter angetan.

Nachhaltigkeit bei ALDI: Darf’s ein bisschen mehr sein?

Ablesen lässt sich das zum Beispiel an der Nominierung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019. Besonders beeindruckend, heißt es in der Begründung der Nominierung, seien die erzielten Erfolge in Richtung Klimaschutz. So arbeite ALDI SÜD als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland klimaneutral. Zeichen setze der Discounter daneben mit seinem sozialen Engagement, etwa in Projekten für einen nachhaltigeren Kaffee- und Kakaoanbau.

Mehr fair Gehandeltes und biologisch Erzeugtes

Beim Fairtrade-Award 2018 konnten sich ALDI Nord und SÜD damit den ersten Platz in der Kategorie „Handel“ sichern. Die Jury lobte, dass der Discounter über seine Fair-Handels-Eigenmarken „eine Vielzahl fair gehandelter Waren für jeden zugänglich“ mache. Tatsächlich sind die Anteile fair zertifizierten Kaffees oder Kakaos in den Filialen spürbar gestiegen. Der Nachhaltigkeitsbericht von ALDI SÜD weist beim fairen Kakao eine Quote von 99,96 Prozent in Deutschland auf. Beim Kaffee stieg sie zuletzt von rund 35 Prozent in 2016 auf 43 Prozent im Jahr 2017.

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In den Regalen des Discounters finden sich zudem immer mehr Bio-Waren. ALDI SÜD ist hier in seinem Vertriebsgebiet den Marktforschern von GfK zufolge sogar Markführer, zumindest gemessen am Umsatz. Bei den Lebensmittel-Eigenmarken tragen sie bereits rund sieben Prozent dazu bei. Bis Ende des Jahres sollen die Kunden aus rund 310 Bio-Produkten im Standardsortiment wählen können, Ende 2017 waren es noch 240. Die Anforderungen, die ALDI SÜD an die Bio-Waren stellt, gehen nach Angaben des Unternehmens dabei über die gesetzlichen Richtlinien hinaus.

ALDi SÜD Bio_Frühstück

Tierwohl: Eine Frage der Haltung

Das schreibt sich ALDI auch beim Tierwohl auf die Fahnen. Der Discounter ist zum einem Gründungsmitglied der Initiative Tierwohl und zahlt Landwirten, die sich einer besseren Haltung und Aufzucht von Schweinen und Geflügel verschrieben haben, eine Prämie von 6,25 Cent je Kilogramm (wovon den Angaben zufolge bereits 600 Millionen Tiere profitiert haben sollen). ALDI Nord und SÜD haben zudem die gemeinsame Tierwohlmarke „Fair & Gut“ entwickelt, die für mehr Platz und Stroh im Stall sorgt und bei der Fütterung auf Gentechnik verzichtet. Produkte mit dem neuen Label sind derzeit allerdings erst in Teilen Deutschlands verfügbar.

Ein flächendeckendes Angebot hat der Discounter schon bei vegetarischen oder veganen Lebensmitteln. Bei ALDI SÜD sind inzwischen rund 220 Produkte entsprechend gekennzeichnet. Unter dem Namen „Vegetarisch Lecker!“ hat der Einzelhändler zudem eine fleischfreie Eigenmarke entwickelt. Von der Fachwelt gibt’s auch dafür Lob: Die deutsche Tierschutz­ und Tierrechtsorganisation „Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt“ kürte ALDI SÜD 2017 zum „Veganfreundlichsten Discounter“ Deutschlands. Die Läden überzeugten mit „einer breiten Produktpalette und einem vergleichsweise hohen Anteil am Gesamtsortiment“, heißt es zur Begründung.

Auch im Non-Food-Bereich setzt der Disounter auf Nachhaltigkeit. So will ALDI SÜD, immerhin einer der zehn größten Textilhändler Deutschlands, den Anteil nachhaltiger Baumwolle in seinen angebotenen Textilien noch dieses Jahr auf 30 Prozent hieven. Zusammen mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace wurden zudem Kriterien erarbeitet, um bestimmte Chemikalien aus der Schuh- und Textilproduktion zu verbannen, das sogenannte Detox-Commitment. Bis 2020 soll das Ziel erreicht sein.

100 Prozent „Grünstrom“ in den Filialen

ALDI SÜD kann sich seit vergangenem Jahr außerdem rühmen, der erste große Lebensmitteldiscounter Deutschlands zu sein, der komplett klimaneutral arbeitet. Sämtliche Filialen werden mit „Grünstrom“ versorgt, zum Großteil über Fotovoltaikanlagen auf den Dächern. Im vergangenen Jahr erzeugten sie nach Angaben des Unternehmens insgesamt 129.000.000 Kilowattstunden Strom, wodurch über 63.000 Tonnen CO2 eingespart wurden. Wo Emissionen nicht vermieden werden können, setzt ALDI SÜD auf deren Kompensation in zertifizierten Klimaschutzprojekten. Die Kosten dafür werden den Angaben zufolge als feste Rechengröße bei Investitionen herangezogen.

Der neue Mehrwegbecher von ALDI SÜD

Adieu Einwegtüte

ALDI SÜD und ALDI Nord wollen sich außerdem noch dieses Jahr von Plastik- und Papiertüten verabschieden. Ab Ende 2018 sollen nur noch Mehrwegtaschen über die Bänder rollen, die Einnahmen aus dem Verkauf der letzten Plastiktüten wollen die Unternehmen für Umweltprojekte spenden. Eine pfiffige Idee hat sich ALDI SÜD zur Reduzierung von Einweg-Kaffeebechern einfallen lassen: Kunden, die ihren eigenen Mehrwegbecher unter einen der Heißgetränkeautomaten in den Filialen stellen, erhalten bis zu 20 Prozent mehr Getränk. Handelsübliche Mehrwegbecher erkennen die Automaten beim Einstellen selbst.

Stefan Kopp, Sprecher des Verwaltungsrates bei ALDI SÜD, sagt, die Abschaffung von Einwegtüten sei ein Ansatz, um die Kunden des Discounters zu ermuntern, „im Alltag verantwortungsvoll zu handeln“ – und dass ALDI SÜD sich hier auch selbst in der Pflicht sehe. Nachhaltigkeit sei schon heute integraler Bestandteil der Unternehmenskultur und fest in den Geschäftsprozessen verankert. „Wir möchten, dass unsere Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette umweltschonend und sozial verantwortlich hergestellt werden“, so Kopp. „Und daran arbeiten wir jeden Tag.“

Über die Berichte:

Die Unternehmensgruppen ALDI Nord und ALDI SÜD haben Mitte Juli ihren jeweils zweiten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Sie beziehen sich sowohl auf das nationale als auch internationale Geschäft der Gruppen im Jahr 2017 und orientieren sich an den Vorgaben der Global Reporting Initiative. ALDI Nord hat außerdem zeitgleich seine Leitlinien für mehr Klimaschutz offengelegt. ALDI SÜD flankiert seinen Bericht mit einer Broschüre, die über das Nachhaltigkeitsengagement des Konzerns in Deutschland informiert. Den ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichten die Unternehmensgruppen 2016.

Den Nachhaltigkeitsbericht von ALDI SÜD finden Sie hier, den Bericht von ALDI Nord hier.

Quelle: UmweltDialog
 

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