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19.06.2017

Reporting

Schaeffler legt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor

Die Welt ein Stück sauberer, sicherer und intelligenter machen – das hat sich die Schaeffler Gruppe vorgenommen. Wie das Familienunternehmen diesem Anspruch genügen will, legt es in seinem ersten Nachhaltigkeitsbericht dar. Dabei spielt neben der Digitalisierung und der Industrie 4.0 auch die Elektromobilität eine große Rolle in dem Verantwortungsprogramm des Automobil- und Industriezulieferers. UmweltDialog hat sich den Bericht näher angeschaut.

Schaeffler-Nachhaltigkeitsbericht 2016 - Verantwortung für morgen
Schaeffler-Nachhaltigkeitsbericht 2016 - Verantwortung für morgen

„Wir stehen für eine starke Kultur- und Wertebasis. Hierbei lassen wir uns vom Prinzip der Nachhaltigkeit leiten – in ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlich-sozialer Hinsicht“, sagte Konzernvorstand Klaus Rosenfeld. Dabei sind E-Mobilität und die Elektrifizierung von Antriebssträngen die „zentrale Zukunftschancen“. Klaus Rosenfeld konnte auf der Hauptversammlung Ende April bereits eine zunehmende Zahl von Kundenprojekten und Serienaufträgen in diesem Segment verkünden. Unter anderem stünden sechs Serienaufträge für E-Achsen und Hybridmodule für Kunden weltweit in den Auftragsbüchern. Aktuell arbeitet die Schaeffler Gruppe demnach an mehr als 20 Kundenprojekten in diesem Bereich.

Was in Sachen E-Mobilität möglich ist, zeigt das Unternehmen zum Beispiel am Audi TT, der mit einem Hybridantrieb auf 48-Volt-Basis ausgerüstet wurde. Der integrierte Antrieb des „Schaeffler High-Performance 48 V“ stellt eine dauerhafte, rein elektrische Leistung von 20 Kilowatt bereit und ergänzt so den Verbrennungsmotor, laut Konzernangaben zugunsten signifikanter CO2-Einsparungen. Was machbar ist, zeigt das Familienunternehmen auch in der Formel E, der ersten Motorsportserie für rein elektrisch angetriebene Rennwagen. Schaeffler ist hier mit dem „Team ABT Schaeffler Audi Sport“ am Start und für den kompletten Antriebsstrang des High-Tech-Boliden verantwortlich.

Auf dem Weg zur „Mobilität für morgen“ will die Unternehmensgruppe auch ihre Beschäftigten mitnehmen. An den deutschen Standorten baut Schaeffler dazu derzeit eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos auf. Für den Fuhrpark wurden 2016 erste plug-in-fähige Fahrzeuge angeschafft. Zudem hat die Schaeffler Gruppe im vergangenen Jahr Plug-in Hybride in ihre Dienstwagenrichtlinie für Deutschland aufgenommen. Seither können Mitarbeiter diese als Dienstfahrzeug bestellen und nutzen. Erste Beschäftigte machen das dem Bericht zufolge schon.

Digitale Lösungen für die Industrie

„Neue Geschäftsmodelle sowie eine nachhaltige Steigerung der Wertschöpfung“ erwartet das Unternehmen zudem von der Digitalisierung. Als ein Beispiel führt der Nachhaltigkeitsbericht den „Antriebsstrang 4.0“ auf, den Schaeffler als „nächsten Schritt der Digitalisierung im Maschinenbau“ bezeichnet. Der auf der Hannover Messe 2016 vorgestellte Antriebsstrang ist für Kunden aus der Industrie gedacht und soll sie dabei unterstützen, ihre Maschinen optimal auszulasten und die Gesamtbetriebskosten zu minimieren – durch permanentes Messen der im Betrieb anfallenden Daten und deren Auswertung in der Schaeffler-eigenen Cloud.

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Die steht seit vergangenem Oktober für erste Anwendungen bereit. Um sie auf- und auszubauen, hat der Konzern eine strategische Partnerschaft mit dem Computerriesen IBM geschlossen. Zusammen wollen sie unter anderem die Vernetzung von Autos vorantreiben und die Wartung von Windkraftanlagen erleichtern. Erforscht werden soll zum Beispiel, wie Schaeffler-Sensoren zur Überwachung des Zustands von Windrädern in Verbindung mit Wetterdaten von IBM genutzt werden können. So könnte der Austausch verschlissener Komponenten in die nächste Windflaute gelegt werden. Stillstandzeiten und Energieverluste ließen sich damit begrenzen.

Die Schaeffler-Zentrale in Herzogenaurach, Deutschland
Die Schaeffler-Zentrale in Herzogenaurach, Deutschland

Pannenbedingten Ausfällen vorbeugen

Bei solchen Lösungen zur vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance) ist Schaeffler eigenen Angaben zufolge führend. Mit entsprechenden Condition Monitoring Systemen (CMS) überwacht der Konzern zum Beispiel den Zustand von Personenzügen. Sensoren greifen dabei Daten aus deren Lagerungssystemen ab, das CMS berechnet auf dieser Basis die voraussichtliche Restlaufzeit, erstellt bei Bedarf Fehlerdiagnosen und bestimmt die nötigen Wartungsintervalle. Die permanente Überwachung beugt pannenbedingten Ausfällen vor, die in jeder Stunde viel Geld kosten würden.

Schaeffler steckt große Summen in die Entwicklung solcher Lösungen und will in den kommenden Jahren 600 Fachkräfte für Digitalisierung und IT einstellen, um die 2016 vom Vorstand verabschiedete „Digitale Agenda“ umzusetzen. Konzernangaben zufolge arbeiten daran bereits heute mehr als 100 Mitarbeiter in über 25 Projekten. Gerhard Baum, seit Oktober 2015 Chief Digital Officer von Schaeffler, sagt, man konzentriere sich „insbesondere auf die sensorische Erweiterung bestehender sowie die Entwicklung neuer Produkte mit integrierter Software“.

Umsatz hoch – CO2-Ausstoß runter

Auf Sammlung und Auswertung von Daten setzt Schaeffler auch bei der Verbesserung der eigenen Öko-Bilanz. Mit Hilfe eines standardisierten Energiedatenmanagementsystems werden Verbrauchsdaten überwacht, Einsparpotenziale aufgedeckt und umgesetzte Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Auch dadurch konnte der Konzern seinen Energieverbrauch trotz Umsatzwachstums zuletzt etwas senken. Bei den CO2-Emissionen steht sogar ein spürbares Minus: Je eine Million Euro Wertschöpfung verursachte die Schaeffler Gruppe im vergangenen Jahr 279 Tonnen CO2. 2015 lag dieser Wert noch bei 331 Tonnen.

Gelungen ist das teils auch durch Modernisierung der eigenen Werke. Am Standort Herzogenaurach etwa wurden 2016 zwei von drei geplanten Heizkraftzentralen errichtet, die auf Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung setzen. Am selben Standort modernisierteSchaeffler zudem die Antriebstechnik von Bediengeräten in ihrem dortigen Hochregallager. Laut Nachhaltigkeitsbericht brachte das Einsparungen bei den Energiekosten in Höhe von rund 70 Prozent.

Über den Bericht

Die börsennotierte Schaeffler Gruppe hat ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht Ende April unter dem Titel „Verantwortung für morgen“ veröffentlicht. Damit erfüllt sie bereits jetzt das ab dem Geschäftsjahr 2017 geltende Umsetzungsgesetz zur nichtfinanziellen Berichterstattung von Unternehmen. In dem Report führt Schaeffler seine Leistungen und Ziele in Sachen verantwortungsbewusste Unternehmenstätigkeit auf, die in 24 unterschiedliche Themen gegliedert sind.

Entlang der vier Handlungsfelder (1) „Nachhaltiges Wirtschaften“, (2) „Kunden und Produkte“, (3) „Umwelt und Energie“ sowie (4) „Mitarbeiter und Gesellschaft“ wird dabei detailliert über diese Themen berichtet. Schaeffler hatte diese gemeinsam mit internen und externen Stakeholdern ermittelt. Der Bericht wurde in Übereinstimmung mit den G4-Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt und orientiert sich am Prinzip der Wesentlichkeit. Insgesamt zahlt das Unternehmen durch seine Geschäftstätigkeit auf neun der von den Vereinten Nationen festgelegten 17 Nachhaltigkeitsziele ein.

Durch die nachhaltige Unternehmensausrichtung möchte Schaeffler darüber hinaus seine Arbeitgeberattraktivität steigern. „Der langfristige Erfolg von Schaeffler basiert auf der herausragenden Leistung der Mitarbeiter. Wir schätzen, fordern und fördern unsere Mitarbeiter und übernehmen eine Verpflichtung für ihr Wohlergehen“, sagt Corinna Schittenhelm, Vorstand Personal und Arbeitsdirektorin. „Einen hohen Stellenwert hat für uns zudem die Vielfalt unserer Belegschaft, denn Vielfalt fördert kreative Ideen und Lösungsansätze.“

Quelle: UmweltDialog
 

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