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23.05.2017

Reporting

Nachhaltig Geld verdienen: Merck sieht sich auf gutem Kurs

Fenster, die sich in Sekunden verdunkeln und beim Energiesparen helfen. „Grünere“ Lösungsmittel. Medikamente, die auch für die Ärmsten erschwinglich sind. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA setzt auf Nachhaltigkeit und wächst rasant. Den eigenen CO2-Ausstoß konnten die Hessen trotzdem spürbar senken. Wie, legt das bald 350 Jahre alte Traditionsunternehmen in seinem neuen Corporate Responsibility Bericht dar.

Nachhaltig Geld verdienen: Merck sieht sich auf gutem Kurs

Vorgelegt hat ihn der im DAX notierte Wissenschafts- und Technologiekonzern Ende April auf seiner jährlichen Hauptversammlung. Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO von Merck, konnte seinen Aktionären dort ein neues Rekordergebnis verkünden: Der Umsatz stieg 2016 um 17 Prozent auf 15 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag bei 1,6 Milliarden Euro, ein sattes Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Unsere Strategie funktioniert“, sagt Oschmann, „unser Unternehmen ist auf einem guten Kurs“.

CO2-Ausstoß vom Umsatzwachstum entkoppelt

Auch in Sachen Klimaschutz konnte der Top-Manager gute Zahlen vorlegen. Die von seinem Unternehmen verursachten Treibhausgas-Emissionen sanken bislang um zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2006 – obwohl sich die Umsätze des Konzerns im selben Zeitraum mehr als verdoppelt haben. 2016 verantwortete Merck den Ausstoß von 715.000 Tonnen CO2. Zehn Jahre zuvor waren es noch 790.000 Tonnen. Bis Ende 2020 sollen sich die Einsparungen auf ein Minus von 20 Prozent summieren. 

Merck setzt dazu zum einen vermehrt auf erneuerbare Energien und aufs Energiesparen, etwa durch Modernisierungen des Anlagen- und Gebäudebestands. Zum anderen hat der Konzern seit 2012 Hunderte Klimaschutzprojekte angestoßen, gebündelt im sogenannten Edison-Programm. Von dem profitieren auch die Beschäftigten: In den USA zahlt das Unternehmen ihnen zum Beispiel bis zu 3.500 US-Dollar Zuschuss beim Kauf eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs. In Deutschland gibt es Zuschüsse zur Leasingrate, wenn Mitarbeiter sich für ein besonders klimafreundliches Dienstfahrzeug entscheiden. 

„Fenster mit Sonnenbrille“

Auf Klimaschutz setzen die Darmstädter auch in ihrem Produktportfolio. Der Unternehmensbereich Performance Materials etwa arbeitet derzeit an Fenstern, die sich in Sekundenschnelle verdunkeln lassen, sogenannte Flüssigkristallfenster. Bei Sonne können sie Räume stufenlos abdunkeln und Hitze so teilweise außen vor halten. Das spart Energie für Klimaanlagen und Beleuchtung – nach Unternehmensangaben in einer Größenordnung von bis zu 40 Prozent. 

Die „Fenster mit Sonnenbrille“ will Merck zunächst in der Premium-Architektur vermarkten. Eine erste Produktionsanlage in den Niederlanden soll 2017 fertiggestellt werden. Mittelfristig will Merck die Fenster auch für den Massenmarkt anbieten. „Sie werden schon bald fester Bestandteil moderner Architektur und nachhaltigen Gebäudemanagements sein“, sagt Walter Galinat, Mitglied der Merck-Geschäftsleitung und CEO Performance Materials.

Zur mehr Nachhaltigkeit trug Merck 2016 auch mit seinem Life-Science-Portfolio bei. Unter anderem entwickelten die Forscher des Unternehmens „grünere“ Lösungsmittel, die auf natürlichen Ressourcen wie Maiskolben basieren, dadurch leichter biologisch abbaubar und einfacher zu recyceln sind. Ein Beispiel ist ein unter dem Namen Cyrene vermarktetes Lösungsmittel, das der Konzern an Kunden in der pharmazeutischen und agrochemischen Industrie liefert. Sie können es als Alternative zu Ameisensäure einsetzen, der erbgutverändernde Eigenschaften zugerechnet werden.

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Ein Kind nimmt Praziquantel-Tabletten ein.

Zugang zu Medizin in ärmeren Ländern erleichtert

Seit Jahren macht sich der Konzern zudem dafür stark, Menschen in ärmeren Ländern den Zugang zu Gesundheitsleistungen zu erleichtern. Ein Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Bilharziose, einer Wurmerkrankung, die vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet ist. Geschätzte 200 Millionen Menschen sind weltweit infiziert, rund 280.000 der Betroffenen sterben jährlich. Bei Kindern im Schulalter ist die Infektionsrate besonders hoch.

Merck hat bereits in den 1970er-Jahren den Wirkstoff Praziquantel entwickelt, den die Weltgesundheitsorganisation WHO als hoch effektive Lösung im Kampf gegen Bilharziose führt. Die Darmstädter unterstützten die WHO in diesen Kampf seit zehn Jahren über ein Spendenprogramm. „2016 haben wir die 500 millionste Tablette gespendet“, sagt CEO Oschmann. So habe man bisher 100 Millionen Patienten, vor allem Schulkindern, eine Behandlung gegen Bilharziose ermöglicht. 

Gute Platzierung im Access to Medicine Index

Anerkennung gibt es dafür von der unabhängigen Access to Medicine Foundation, einer internationalen Stiftung, die sich weltweit für einen leichteren Zugang zu Arzneimitteln einsetzt. In einer Rangliste, in der die Stiftung dokumentiert, wie gut oder schlecht die zwanzig weltweit bedeutendsten Pharmaunternehmen dieses Ziel unterstützen, rückte Merck im vergangenen Jahr auf den vierten Platz. Gegenüber der Erhebung aus dem 2014 machten die Hessen damit gleich zwei Plätze gut. 

Die Stiftung würdigte unter anderem, dass das Unternehmen seine Strategien und Ziele stärker mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verknüpft hat. Lobenswert sei zudem der Umgang des Konzerns mit seinem geistigen Eigentum und der Bereitschaft, dies in Forschungskooperationen einzubringen. Merck selbst gibt an, in den meisten Entwicklungsländern weder Patentanträge einzureichen noch sie durchzusetzen. 

CEO Oschmann sagt, Verantwortung zu übernehmen, werde für Merck weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Denn aus fast 350 Jahren Unternehmensgeschichte wisse man: „Verantwortungsvolles Handeln ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft.“

Über den Bericht 

Das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck hat seinen aktuellen Corporate Responsibility Bericht Ende April 2017 vorgelegt. Der 200 Seiten starke Bericht umfasst die Geschäftsjahre 2015 und 2016 und bezieht sich auf den gesamten Konzern inklusive seiner Gesellschaften in 66 Ländern. Er orientiert sich an den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI G4), dient als Fortschrittsbericht hinsichtlich der Umsetzung der Richtlinien des Global Compact der Vereinten Nationen und entspricht den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodexes der Bundesregierung.

Hier gelangen Sie zum Merck Corporate Responsibility Bericht 2016.

Quelle: UmweltDialog
 

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