Compliance

Megatrends 2016 – in jedem Risiko stecken auch zahlreiche Chancen!

Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance, so ein Zitat von Viktor Hugo. Doch welche Risiken und Chancen bergen die großen globalen Trends unserer Zeit? Antwort darauf gibt der Global Opportunity Report 2016 von DNV GL und Global Compact.

05.04.2016

Global Opportunity Report 2016

Sie will die Zukunft „safer, smarter, greener“ machen, so die anspruchsvolle Mission der DNV GL Group. Für ihr alltägliches Geschäft heißt das vor allem, technische Mängel und Risiken zu verringern sowie Energieberatungen und Risikoanalysen vorzunehmen. Zoomt man aber aus den konkreten technischen Tätigkeitsfeldern heraus und schaut auf das ganze Wirkungsfeld des internationalen Unternehmens, offenbaren sich auf globaler Ebene viel komplexere Risikofelder: Welthunger, Gefährdung der Meeresvielfalt, Jugendarbeitslosigkeit, Medikamentenresistenz, beschleunigte Verkehrsemissionen. Mit diesen Risiken befasst sich die DNV GL Group in ihrem umfangreichen Global Opportunity Report, für den weltweit mehr als 5.000 Umfragen in Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern ausgewertet wurden. Koautoren sind der UN Global Compact und der Kopenhagener Thinktank „Monday Morning Global Institute“.

Unternehmen als Aktivisten zur Risikominimierung

Die DNV GL Group analysiert die Risiken nicht nur für ihre eigenen unternehmensinternen Tätigkeiten, sondern versucht gezielt Lösungen für andere Unternehmen aufzuzeigen. Für 2016 wurden dazu im Global Opportunity Report konkrete Handlungsfelder ausgearbeitet. Die Essenz des Berichts: In jedem Risiko, sei es noch so drängend, stecken nicht zuletzt auch immer Geschäftschancen. Der Bericht zeigt dazu jeweils drei solcher Chancen pro Risiko. Diese ungewohnte, aber frische Perspektive deutet die Risiken so um, dass sie zu Aktionsfeldern für Unternehmen werden. Sie können so zu wichtigen Aktivposten bei der Bekämpfung globaler Risiken werden. Ein Potenzial, auf das viele Unternehmensmanager vertrauen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Tatsächlich ergreifen immer mehr Unternehmen die Gelegenheit, mit technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten den globalen Risiken zu begegnen, von der Politik hingegen wird viel mehr Unterstützung gefordert.

Neue Risiken fordern zu innovativen Modellen heraus

Der Global Opportunity Report knüpft direkt an den „World Economic Forum Global Risk Report“ an, indem er den fünf Risiken insgesamt 15 konkrete Chancen zuordnet. Besonders deutlich lässt sich der Anknüpfungspunkt am wichtigsten Ergebnis des Reports veranschaulichen: Für 42 Prozent der Führungskräfte ist Jugendarbeitslosigkeit das dringendste globale Risiko. Das größte Geschäftspotenzial, das sich daraus ergebe, sei die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt. Mit alten Modellen werde dies jedoch kaum gelingen, so Erik Rasmussen, Geschäftsführer und Gründer des skandinavischen Thinktanks Monday Morning. Aktuelle Probleme wie Bevölkerungswachstum und steigende Arbeitslosigkeit bei zunehmender Robotisierung erfordern innovative Lösungen. Diese bereichern den Markt bereits jetzt weltweit. Beispielhaft zeigt der Global Opportunity Report, wo klassische Geschäfts- und Industriebereiche aufgebrochen und miteinander rekombiniert werden.

Remi Eriksen, Vorsitzender und Geschäftsführer der DNV GL Group
Remi Eriksen, Vorsitzender und Geschäftsführer der DNV GL Group

Remi Eriksen, DNV GL Group Vorsitzender und Geschäftsführer betont, warum das bereichernd ist: Viele Chancen könnten durch die Expertise einer einzelnen Branche nicht vollständig genutzt werden. Die branchenübergreifende Zusammenarbeit ermögliche es, viele unterschiedliche Fachkenntnisse und Kompetenzen zu vereinen. Das schaffe innovative Lösungen mit Zukunft.

Leuchtturmprojekte vorgestellt

Der Global Opportunity Report beleuchtet zahlreiche konkrete Leuchtturmprojekte. Vielen ist gemeinsam, dass sie mit einer Digitalisierung der Märkte einhergehen. Um das Hauptrisiko Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, nennt der Report etwa Anbieter von Online-Ausbildungen, die allen Jugendlichen den Zugang zu Wissen erleichtern sollen. Daneben stellen Firmen auf digitalen Plattformen, sogenannten „Fab Labs“, technische Prototypen zur Verfügung, damit Jugendliche diese erproben, spielerisch daran lernen oder sie weiterentwickeln können. Als besonders bedeutend für die Zukunft stellt der Bericht auch die Betreuung nachhaltiger Gründungen heraus. Ein wechselseitiger Nutzen für Gesellschaft und Geschäft liegt auf der Hand.

Diese Schnittmenge zeigt sich im Bericht auch anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen, die verschiedene Ziele für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft unter einen Hut bringen: Unternehmer sehen in allen 17 Zielen, am stärksten aber in Ziel acht „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ und Ziel drei „Gesundheit und Wohlergehen“ große Geschäftspotenziale. Die Einbeziehung der SDGs ist sinnvoll, damit wesentliche Punkte für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung nicht auf der Strecke bleiben, weil Unternehmen möglicherweise blind für ihre Geschäftschancen sind.

Smart Farming zu Top-Chance gewählt

Als größte der 15 aufgezeigten Chancen gilt Smart Farming – die Antwort auf das Risiko der Nahrungsmittelknappheit. Beim Smart Farming werden Daten über Wind, Niederschlag und Sonneneinstrahlung in der bewirtschafteten Gegend digital ausgewertet und übertragen. Mit dem Smartphone lässt sich so etwa die Bewässerung präzise steuern. Das spart Wasser und sichert eine optimale Befeuchtung der Pflanzen. Laut dem Bericht sei auf diese Weise eine Effizienzsteigerung von 18 Prozent zu erwarten. Auch Raum wird beim Smart Farming innovativ genutzt – etwa beim sogenannten „Vertical Gardening“, wo Landfläche in die Höhe gebaut wird. Je nach Region kann Smart Farming flexibel und bedürfnisgerecht eingesetzt werden. Bis 2020 ist in der Landwirtschaft durch den Einsatz smarter Technologien eine Gewinnsteigerung von 4,32 Millarden Dollar prognostiziert. Das Beste an Smart Farming sei, so Eriksen, dass die Technologien hierfür nicht erst noch erfunden werden müssten, sondern bereits existieren und leicht zugänglich seien. Das macht Smart Farming zu einer echten Geschäftschance im Großen wie im Kleinen.

Über den Bericht

Der Global Opportunity Report wurde 2015 zum ersten Mal veröffentlicht. Er markiert den ersten Schritt auf dem Weg, globale Risiken in Chancen zu verwandeln. Die Ergebnisse resultieren aus der Zusammenarbeit der Partnernetzwerke DNV GL Group, United Nations Global Compact und Monday Morning Global Institute. Im Januar 2016 wurde der Bericht zum zweiten Mal veröffentlicht und auf einer Tour vorgestellt. Der aktuelle Bericht steht hier als Download zur Verfügung.

Quelle: UmweltDialog
 

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