Soziales Engagement

Vodafone: Möglichkeiten der Telemedizin

Rund 60 Prozent der Deutschen über 65 würden Telemedizin nutzen, um länger zu Hause wohnen zu können. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Branchenverbands Bitkom. Telemedizin ermöglicht zum Beispiel die Überwachung der Herztöne mittels mobilem EKG und die Übermittlung der Daten an den behandelnden Arzt. Daneben bietet die schnelle und mobile Datenübertragung und -erfassung aber auch Pflegekräften oder Rettungsdiensten Erleichterung im Arbeitsleben, beispielsweise bei administrativen Tätigkeiten oder der Alarmierung von Einsatzkräften. Vodafone entwickelt auf diesem Feld zahlreiche Lösungen, die teilweise bereits in der Praxis Anwendung finden.

06.10.2010

Foto: La Doble A Producers, Flickr.com
Foto: La Doble A Producers, Flickr.com
Menschen nach einem Herzinfarkt sind häufig einem großen Risiko durch Herz-Rhythmusstörungen ausgesetzt. Sie treten oft unerwartet und plötzlich auf, und der damit einhergehende Schrecken löst bei den Patienten zusätzliche Aufregung aus. Eine gewisse Beruhigung kann hier die sogenannte EKG-Monitoring-Card verschaffen, die eine ständige Überwachung der Herztöne ermöglicht. Dazu trägt der Patient an einem Band um den Hals eine kleine Karte. Sobald er Herzrasen oder unregelmäßiges Schlagen verspürt, drückt er die Karte an die Brust und startet per Knopfdruck die EKG-Aufzeichnung. Die Karte zeichnet unmittelbar bis zu drei EKGs auf und überträgt sie per Infrarot an das Handy des Patienten. Dies sendet die Daten an ein medizinisches Service-Center, welches die Informationen an einen Server weiterleitet. Dort stehen sie dann dem behandelnden Arzt zur Verfügung, so dass dieser die Daten direkt einsehen und beurteilen kann. Das alles geht in Sekundenschnelle: „Im Idealfall liegt der Befund schon zehn Sekunden nach der Aufzeichnung vor“, so Dr. Friedrich Köhler von der Medizinischen Klinik des Berliner Universitätsklinikums Charité. Er ist der Leiter des Telemedizin-Projekts „Partnership for the Heart“, das die Charité in Zusammenarbeit mit Vodafone und der Mannheimer Medizinfirma Vitaphone entwickelte. Erstmals präsentierten sie das Projekt im Jahr 2004 - bis zur Marktreife des Prototypen werden aber noch zwei Jahre vergehen. Die Charité erwartet durch den Einsatz des mobilen EKGs eine deutlich höhere Aufklärungsquote bei den Ursachen von Herz-Rhytmusstörungen.

Neben Anwendungen zur Ferndiagnose bietet Vodafone weitere Lösungen, die älteren Menschen mehr Selbstständigkeit ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel einfach zu bedienende Handys, die zusätzlich mit einer Notfalltaste ausgerüstet sind. Wenn der Nutzer diese betätigt, wird automatische eine Verbindung zur entsprechenden Rettungszentrale aufgebaut. Darüber hinaus ist das Handy auch Angehörigen eine Hilfe, vor allem bei der Betreuung von demenzerkrankten Menschen: Sollten diese sich verlaufen haben, kann mit Hilfe der integrierten GPS-Module die genaue Position der Person ausfindig gemacht werden.

Weniger administrativer Aufwand für Pflegedienste

Wie auch Pflegedienste durch die Nutzung moderner Kommunikationssysteme profitieren, zeigt das Beispiel des brandenburgischen Sozial- und Wohlfahrtsverband „Volkssolidarität“. Dieser ist unter anderem auch in der Seniorenbetreuung tätig. Ein großer Teil dieser Arbeit besteht darin, Leistungen zu dokumentieren. Normalerweise wurde das bei der Volkssolidarität auf sogenannten Tourenzetteln erledigt, anhand derer auch die Gehalts- und Leistungsabrechnung ausgestellt wurden. Dazu mussten die zuvor handschriftlich ausgefüllten Tourenzettel zeitaufwändig manuell in entsprechende Computersysteme übertragen werden. Anstelle der Tourenzettel benutzen die 450 Pflegekräfte nun jedoch handelsübliche Vodafone-Smartphones, ausgestattet mit einer IT-Pflegedienstanwendung der Softwareentwickler BoS&S. Die Mitarbeiter können darüber Einsatzpläne abrufen, Arbeitszeiten eintragen sowie anhand eines gespeicherten Leistungskatalogs erbrachte Dienste dokumentieren und Bemerkungen hinzufügen. Über das Vodafone-Mobilfunknetz gelangen diese Daten an ein zentrales Rechenzentrum, auf das die Sozialstationen der Volkssolidarität mit Hilfe ihrer PCs zugreifen können. Die Angaben können dann direkt in die Gehaltsbuchhaltung oder Leistungsabrechnung übertragen werden. Für den Verband ergaben sich so mehrere Vorteile: Der administrative Aufwand wird verringert, die Mitarbeiter entlastet, die Einsatzplanung verbessert und die Servicequalität gesteigert.

Foto: adesigna, Flickr.com
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Alarm per SMS und Röntgenbilder per MMS

Auch für den Bereich der Rettungsdienste hat Vodafone verschiedene Lösungen entwickelt, die den Arbeitsalltag effizienter gestalten. Vodafone ProfiAlarm ist ein Beispiel dafür. Diese Anwendung dient als Alternative oder Ergänzung zu Funkalarmsystemen, um Einsatzkräfte gezielt und zuverlässig per SMS zu alarmieren. Die Einsatzzentrale kann die Alarmierung über das Internet auslösen, steuern, verfolgen und dokumentieren. Die Hilfskräfte können direkt mit Ja oder Nein SMS-Vorlagen reagieren. So erhält die Zentrale einen schnellen Überblick und kann gegebenenfalls zusätzliche Kräfte mobilisieren.

Abhilfe im Notfall schafft darüber hinaus unter anderem die mobile Bildübertragung per Vodafone MMS und Foto-Handy. Diese Funktion nutzen auch Professoren der Universitätsklinik Rostock. In Notfällen müssen sie häufig schnelle Entscheidungen treffen, wobei Befunde nicht immer eindeutig sind und der Rat anderer Kollegen und Spezialisten gebraucht wird. Bis diese jedoch vor Ort eintreffen, kann wichtige Zeit verstreichen. Mit Hilfe der mobilen Bildübertragung kann der behandelnde Arzt seinen Kollegen jedoch per Handy Bildaufnahmen von beispielsweise Röntgenaufnahmen übermitteln. Dazu fotografiert er diese mit seiner im Handy integrierten Megapixel-Kamera ab und verschickt sie per MMS. So kann er den Rat seine Kollegen einholen, auch wenn sie nicht vor Ort sind.

Wie die Bereitschaft vieler Ärzte zur Nutzung von Telemedizin sich in der Vergangenheit entwickelt hat, zeigt ein Report der Bundesärztekammer. Danach sind rund drei Viertel der Ärzte überzeugt, dass der Einsatz der Telemedizin generell Vorteile mit sich bringt. Dabei unterscheiden sich jedoch die Haltungen von Krankenhaus-Ärzten und Niedergelassenen. Letztere beurteilen die Telemedizin deutlich zurückhaltender. Bei allen existieren jedoch noch starke Bedenken in Sachen Datenschutz oder Kosten. Hier setzte auch die NRW-Gesundheitsministerin Barabara Steffens im Rahmen des Fachkongresses IT Trends/Health Telematics an: Nach ihrer Meinung ginge es beim Aufbau einer Struktur zur Nutzung von Telemedizin vor allem darum, Nutzern ihre Sorgen zu nehmen und Aufklärung zu betreiben. Die derzeitige Verwaltung und Kommunikation im Gesundheitswesen bezeichnete sie als „größtenteils antiquiert“. Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) weist dagegen auf die Frage der Kostenübernahme hin und fordert die Aufnahme der Telemedizin in den Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen. Probleme sieht der Verband außerdem in der Datenübertragung, denn häufig werden verschiedene Schnittstellen und Systeme verwendet, die eine Datenübertragung nicht zulassen. Der Verband arbeitet hier an der Standardisierung der Prozesse.
Quelle: UD
 
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