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Dossier: Erwartungen an die Weltkonferenz „Rio+20“

20 Jahre nach der ersten Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung findet die „United Nations Conference on Sustainable Development“ (UNCSD) erneut in Rio de Janeiro statt. Über rund 50.000 Teilnehmer – darunter über 100 Staats- und Regierungschefs werden zu der sogenannten „Rio+20“-Konferenz erwartet. Erneut soll hier das politische Engagement für eine nachhaltige Entwicklung gesichert, Bilanz über die bisherigen Fortschritte gezogen sowie die „Lücken“ des Nachhaltigkeitsengagements aufgezeigt werden. Die Erwartungen an den Gipfel sind jedoch gedämpft.
14.06.2012 Münster (UD/jb) - Einige Sitzungen des Vorbereitungskommittees haben bereits stattgefunden. Erst kürzlich sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, die Vorgespräche befänden sich an einem „kritischen Punkt“. Auch der UN-Koordinator für die Rio+20 Konferenz, Brice Lalonde, bezeichnet die bisherigen Vorverhandlungen als sehr langsam und sehr frustrierend. Er räumt aber ein, dass viele Länder mit akuten Problemen oder aktuellen Ereignissen wie der Wirtschaftskrise oder Wahlen beschäftigt seien, die viel Aufmerksamkeit beanspruchen. Ein internationales Momentum zu schaffen sei schwierig, so Lalonde.

Schwerpunktthemen der Konferenz

Der Rio+20 Gipfel wird sich auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: Dazu gehört das Thema “green economy in the context of sustainable development and poverty eradication ”. Den Begriff „Green Economy“ definiert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) als eine Wirtschaftsweise, die „menschliches Wohlergehen steigert und soziale Gleichheit sicherstellt, während gleichzeitig Umweltrisiken und ökologische Knappheiten erheblich verringert werden.“ Schon seit einiger Zeit werden dazu kritische Debatten geführt: Nach Angaben des Rio+20-Sekretariats befürchten Entwicklungsländer, dass die reicheren Länder höhere Umweltstandards künftig nutzen könnten, um so ihre Märkte abzuschotten. Ebenso weist China auf die Schwierigkeiten hin, die vor allem für Entwicklungsländer mit der Umsetzung des Konzepts zur Green Economy verbunden sind. Diese bräuchten die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft bei Finanzierungen sowie Technologie- und Kapazitätsaufbau. Befürworter der Green Economy sind zum Beispiel die EU, aber auch die USA, Kanada, Japan und Koreo sind dem Konzept der Green Economy gegenüber aufgeschlossen.

Zweiter Schwerpunkt wird das Thema „institutional framework for sustainable development“ sein. Dazu gehört die Entwicklung und Stärkung formeller und informeller Gremien, Organisationen, Netzwerke und Maßnahmen, die nach dem Leitbild der Nachhaltigkeit bei politischen Entscheidungsfindungen und der Umsetzung integriert sind. Dabei geht es vor allem um das UN-Umweltprogramm (UNEP) und die Kommission für Nachhaltige Entwicklung  (CSD). Das Mandat der Rio+20 Konferenz fordert die Stärkung des institutionellen Rahmens nachhaltiger Entwicklung im UN-System und schlägt vor, die UNEP durch universelle Mitgliedschaft und Erhöhung der finanziellen Ressourcen zu stärken. Diskutiert werden soll auch die Idee einer eigenen „Weltumweltorganisation“ sowie die Reform der CSD oder ihre Auflösung und Ersetzung durch einen „Globalen Rat für Nachhaltige Entwicklung“.

Forderungen an Rio+20


Foto: CARE/Melanie Brooks

Das Konsum-Prinzip ist tot - Ein Gastbeitrag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf spiegel.de
Wie kann die Erde die Menschheit künftig ernähren? Das werden beim Umweltgipfel "Rio+20" die Staats- und Regierungschefs beraten. Viel zu lange haben sie versucht, unseren Wohlstand durch gesteigerten Konsum zu sichern. Doch dieses Modell ist tot. [Mehr...]

CARE: Rio+20: Ein „Weiter so im Schneckentempo“ darf es nicht geben (care.de)
CARE fordert vor der UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung politische Verbindlichkeit für Geschlechtergerechtigkeit, Bekämpfung des Klimawandels und Nahrungssicherheit. [Mehr...]

Kirchen fordern vor Rio-Gipfel mehr Engagement für Schutz der Umwelt (greenpeace-magazin.de)
Wenige Tage vor Beginn des UN-Umweltgipfels «Rio+20» haben die beiden großen Kirchen in Deutschland die Bundesregierung aufgefordert, die Energiewende voranzutreiben und die Entwicklungshilfe zu stärken. [Mehr...]

Rio+20 muss Weltgemeinschaft weiterführen (stern.de)
Der kommende UN-Gipfel über Umwelt und Nachhaltigkeit Rio+20 muss aus Sicht der Vereinten Nationen eine gemeinsame Vision der Weltgemeinschaft für das 21. Jahrhundert entwickeln. [Mehr...]

Rio+20: NGOs fordern globale Nachhaltigkeitsrechte (umweltdialog.de)
Mit ehrgeizigen Vorschlägen für globale Nachhaltigkeitsziele endete Anfang September in Bonn eine Konferenz der Hauptabteilung für Presse und Information der Vereinten Nationen (UNDPI) mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Das dreitägige Treffen gilt als wichtige Etappe auf dem Weg zu der im Juni 2012 im brasilianischen Rio de Janeiro stattfindenden Weltkonferenz über nachhaltige Entwicklung und mündete in einer ambitionierten Abschlusserklärung. [Mehr...]

Rio+20: Erwartungen und Forderungen nach Post-Rio-Prozess
Rund anderthalb Monate vor dem Start der Weltkonferenz über nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro verlaufen die Verhandlungen über ein Abschlussdokument weiter schleppend. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, die Vorgespräche befänden sich derzeit an einem „kritischen Punkt“. Viele Nichtregierungsorganisationen warnen vor einem nur schwachen Gipfel-Ergebnis. [Mehr...]


RIO+20 UND DEUTSCHLAND


Abschlusserklärung: Kongress „Rio+20 – Nachhaltig vor Ort!“
(umweltdialog.de)
23 überregionale Organisationen aus Politik, Wirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz haben sich in Hannover auf Einladung der Landeshauptstadt zu einem intensiven Dialog getroffen. Zum Kongressabschluss verabschiedeten sie eine Erklärung, die Impulse für die deutsche Delegation des UN-Gipfels für Nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro 2012 geben soll. [Mehr...]

Merkel kapituliert von vornherein (sueddeutsche.de)
Bald kommen Rio de Janeiro Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zusammen. 20 Jahre nach dem legendären Erd-Gipfel wollen sie noch einmal das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit diskutieren. Eine aber wird voraussichtlich fehlen: Angela Merkel blies ihre eigentlich geplante Reise kürzlich ab, mangels Erfolgsaussicht. Das könnte sich als großer Fehler erweisen. [Mehr...]

Merkel verteidigt Absage ihrer Teilnahme am Rio-Gipfel
Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt ihren Entschluss, nicht am UN-Nachhaltigkeitsgipfel kommende Woche in Rio teilzunehmen. Die CDU-Vorsitzende sagte am Dienstag in Berlin, sie habe sich die Entscheidung, nach dem G20-Gipfel in Mexiko nicht nach Brasilien weiterzureisen, nicht einfach gemacht. [Mehr...]

STUDIEN & PUBLIKATIONEN



Rio+20: Düstere Umweltprognosen ermahnen zum raschen Umsteuern (umweltdialog.de)
Die internationale Umweltstiftung WWF und das US-amerikanische Worldwatch Institute haben zwei neue Studien zur Umweltsituation der Erde mit düsterem Tenor vorgelegt: Die global wachsende Konsumgesellschaft zerstöre die Ökosysteme in immer schnellerem Tempo, heißt es darin. Um die Lebensgrundlagen der Menschheit zu retten, bleibe nur wenig Zeit. Die muss nach Ansicht der Umweltexperten genutzt werden, um den Umbau der Weltwirtschaft hin zu einer „grünen“ Ökonomie voranzutreiben. Hoffnungen setzen sie unter anderem auf die im Juni anstehende Weltnachhaltigkeitskonferenz. [Mehr...]

Uno-Experten warnen vor Öko-Kollaps
Es ist eine Anklage auf 525 Seiten. Zwei Wochen vor dem Gipfel "Rio+20" in Brasilien warnen Experten der Vereinten Nationen eindringlich, dass der internationale Umweltschutz kaum Fortschritte macht. [Mehr...]

Forschung zum Globalen Wandel: Wie ist Wachstum mit Klima- und Umweltschutz vereinbar?
Innovative Lösungen zum Klima- und Umweltschutz aufzuzeigen, die zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung führen, ist Ziel der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschung zum Globalen Wandel. Die neueste Ausgabe der Beilage „Perspektive Erde – Armut verringern, Umwelt bewahren“ präsentiert mit Blick auf die Konferenz „Rio+20“ der Vereinten Nationen Projekte aus dem brasilianischen Regenwald, einer afrikanischen Megacity und von der deutschen Ostseeküste. Die Publikation wurde im Auftrag des BMBF von Zukünftige Technologien Consulting der VDI Technologiezentrum GmbH und dem Projektträger „Umwelt, Kultur und Nachhaltigkeit“ des DLR herausgegeben. [Mehr...]

SCHWERPUNKTTHEMA GREEN ECONOMY


Die grüne Jobmaschine (taz.de)
Vor allem in den Entwicklungsländern könnten durch „Green Economy“ bis zu 60 Millionen neue Jobs entstehen, sagen UN-Experten. Sie plädieren für Milliarden-Investitionen. [Mehr...]

Grünes Handeln für den blauen Planeten: Themenschwerpunkt zur Umweltkonferenz Rio+20 (dradio.de)
"Green Economy" - Grünes Wirtschaften - lautet die Zauberformel, mit der die Industrie Rohstoffe und Energie einsparen, mit der Megastädte zu Oasen und Soja-Monokulturen zu Klimaschutzprojekten werden sollen. Vom 20. bis zum 22. Juni 2012, ziemlich genau 20 Jahre nach dem "Erdgipfel" von Rio de Janeiro, möchten die Vereinten Nationen die Völkergemeinschaft auf das Konzept der "Green Economy" einschwören. [Mehr...]

RÜCKBLICK


20 Jahre Versagen
Groß waren die Versprechungen beim UN-Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992: Nachhaltig sollte die Welt entwickelt werden. Rio+20 zeigt, dass die Politik nichts gehalten hat. Das gilt auch und vor allem für die Industrieländer. [Mehr...]

20 Jahre nach Rio: Von der Graswurzel zum Atomausstieg
Die „Lokale Agenda 21“ gilt als dröge. Zu Unrecht: Ohne „global denken, lokal handeln“ wäre zum Beispiel die Energiewende kaum zu machen. [Mehr...]


>> ZUR OFFIZIELLEN HOMEPAGE DER RIO+20 KONFERENZ


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio

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