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Düngemittel gefährden Lebensmittelproduktion Chinas

Die Überdüngung in China gefährdet die Lebensmittelproduktion der Zukunft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der China Agricultural University in Peking, die in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science veröffentlicht wurde. Mehr als 8.800 Proben aus dem ganzen Land haben gezeigt, dass die Böden immer stärker versauern.
Foto: Marion Book
26.02.2010 Peking (UD/pte) - Die Verwendung von Stickstoffdünger ist in China seit 1981 um 191 Prozent auf 32,6 Mio. Tonnen im Jahr 2007 angestiegen. Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen, darunter auch von einer nationale Bodenuntersuchung von 1980 bis 1984 sowie insgesamt 912 Forschungsberichten und Langzeitfeldstudien. Durchschnittlich ist der pH-Wert in China um rund 0,5 gefallen. Einige der Böden wiesen sogar pH-Werte von 5,07 auf. Für den Anbau von Getreide sind Werte zwischen sechs und sieben optimal.

In einigen Regionen hat die Versauerung bereits zu einem Rückgang der Erträge zwischen 30 und 50 Prozent geführt. "Wenn dieser Trend fortgesetzt wird, könnte in manchen Gebieten der pH-Wert des Bodens auf drei fallen. Unter diesen sauren Bedingungen wächst allerdings gar nichts mehr", warnt Studien-Autor Fusuo Zhang.

Die Geschwindigkeit der Bodenversauerung in China ist "erstaunlich", meint der Biogeochemiker Alan Townsend von der University of Colorado in Boulder. Auch er bestätigt die Sorge, dass die Fortführung dieses Trends die Lebensmittelversorgung im Reich der Mitte gefährdet.

Von Europa lernen

Eine Lösung gegen die Bodenversauerung wären erzieherische Maßnahmen der Bauern. In Europa etwa werden Stickstoffdünger sparsamer eingesetzt, um die Umwelt - und darunter auch die Binnengewässer nicht so stark zu belasten. "Es stimmt, dass der Düngereinsatz in Europa im Vergleich zu den 70er und 80er-Jahren zurückgegangen ist", so Thamas Lindenthal vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau FIBL-Österreich.

Es wäre allerdings verwegen zu behaupten, dass wenig Düngemittel eingesetzt werden. "Der Düngemittel-Einsatz ist vor allem im Hochproduktionsbereich immer noch massiv", erklärt der Experte. "In Europa gibt es zwei Bewegungen, die eine setzt auf Intensivierung der Landwirtschaft, die andere stellt klare Forderung zur Verbesserung der Agrarumwelt."

Reduzierung der Betriebsmittel

"Durch die Förderung für die Reduzierung der Betriebsmittel wird auch beim Kunstdünger gespart", so Lindenthal. Eine Chance zur weiteren Reduzierung könnte nach Ansicht des Experten dadurch kommen, dass Klima und Biodiversität in der zukünftigen EU-Agrarpolitik im Zentrum stehen wird. Damit könnte auch die Menge des mineralischen Düngers zurückgehen.
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