Deutsche Unternehmer oft mit Vorbehalten gegenüber Indien
Ein Großteil deutscher Firmen unterschätzen die Chancen eines Markteintritts in Indien und sind in vielen Fällen nur unzureichend vorbereitet. Dabei ist das unausgeschöpfte Potenzial immens. Denn das Schwellenland zählt bereits zur viertgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. Trotzdem lassen sich davon nach wie vor nur wenige Firmen aus Deutschland überzeugen. Die Zahlen belegen dies. Nur zwei Prozent der Exporte der EU gehen nach Indien. Dafür sind vor allem Mängel in interkultureller Vorbereitung und keine klaren Strategien verantwortlich.
Aber auch die kulturellen Differenzen sollten nicht unterschätzt werden. So haben Riten und Sitten des Hinduismus nicht nur einen Einfluss auf die Lebensweise von rund 80 Prozent der Bevölkerung, sondern indirekt auch auf die Zusammenarbeit in Unternehmen. Geschäftsleute aus dem Ausland sind in Indien Experten nach aber auch mit dem weit verbreiteten Problem der Korruption konfrontiert. Hinzu kommt auch, dass viele Inder ein anderes Zeitverständnis als Deutsche haben und Verhandlungen in einer Tradition führen, die Europäern fremd ist.
Bei allen Defiziten, die im Vergleich zur hochindustrialisierten Bundesrepublik hervortreten, sollte die Geschäftspraxis der Inder aber nicht unterschätzt werden. "Inder sind Händler, die sich schnell auf Umweltveränderungen einstellen und situationsbedingt anpassen können. Sie werden von Europäern als Verhandlungspartner häufig unterschätzt", sagte Anthony Sequeira im Rahmen eines Thementages der Universität des Saarlandes in Neu-Delhi.
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