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Kirchen wollen ihre Konsummacht besser nutzen

"Zukunft einkaufen - glaubwürdig wirtschaften in Kirchen" wird offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Damit würdigen die Vereinten Nationen (United Nations, UN) die Aktion der beiden großen Kirchen in Deutschland, die ihr Einkaufsverhalten künftig noch stärker an Umweltschutz und sozialen Kriterien ausrichten wollen. Bundesweit arbeiten die Kirchen in 13 Testregionen und zahlreichen Modelleinrichtungen gemeinsam an der Veränderung des kirchlichen Beschaffungsverhaltens.
Kirchen wollen nachhaltig einkaufen, Foto: Marion Book
31.03.2009 Bonn (UD/na) - Als zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland haben die katholische und evangelische Kirche einen großen Bedarf an Produkten und Dienstleistungen wie Lebensmittel, Papier, Energie, Dienstfahrzeuge, Büromaterial und Bürogeräte. "Wir sollten die geballte Macht, die wir als Kunden haben, nicht unterschätzen", erklärt dazu der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Präses Alfred Buß: "Wer einkauft, entscheidet mit, wie die Weichen für die Zukunft gestellt werden: ob Wälder abgeholzt werden, ausbeuterische Löhne weiter gezahlt werden oder das Klima geschützt und Armut gelindert werden kann. Zwar brauchen soziale Gerechtigkeit, der Umwelt- und Klimaschutz bessere Rahmenbedingungen und eine mutigere Politik, die sich über Handlungsblockaden hinwegsetzt. Wichtig sind aber auch aufgeklärte Konsumentinnen und Konsumenten, die mit ihrem Einkaufsverhalten ökologisch und sozialverantwortlich handeln."

"Leider", ergänzt Projektleiter Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der EKvW, "sind die Kirchen immer noch schlafende Riesen, die ihre großen Einflussmöglichkeiten auf Produkte und Produzenten vielfach noch entdecken müssen. Aber wir sind überzeugt, 'Zukunft einkaufen' wird dies ändern! Die Resonanz auf unser Projekt ist  groß. Wir zeigen praktische Wege, wie Einkaufen für eine bessere Zukunft funktionieren kann, welche Label als Orientierung wichtig sind und wie die kirchliche  Beschaffung zielgerichteter gestaltet werden kann."

Thomas Kamp-Deister, Projektleiter auf der katholischen Seite: "Wir haben ein Managementsystem entwickelt, das Beschafferinnen und Beschaffer unterstützt, systematisch alle wichtigen Produkte und Handlungsbereiche zu erfassen - Papier, Lebensmittel, Bürogeräte, Fahrzeuge, Strom und Wärme, Möbel, Reinigung. Anschließend werden das Verbesserungspotenzial in der Einrichtung bewertet, Maßnahmen erarbeitet und diese dann in einzelnen Schritten realisiert."

Ab  Sommer will das Projekt auch eine Brücke von der Kirchengemeinde zum privaten Konsum der Kirchenmitglieder schlagen. "Dazu erarbeiten wir gerade Aktionsbausteine und Arbeitshilfen für die kirchliche Erwachsenenbildung und Jugendarbeit", so Klaus Breyer.

Angestoßen haben das Projekt die Umweltbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland. Kooperationspartner des Projekts sind der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Brot für die Welt, das Amt für Mission, Ökumene und  Weltverantwortung (MÖWe) sowie die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland. "Zukunft einkaufen" präsentiert sich auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 20. bis 24. Mai in Bremen. Dort werden gute Beispiele aus den Testregionen vorgestellt. Dann soll das Projekt auch bundesweit auf kirchliche Einrichtungen, Gemeinden und den Privatbereich ausgeweitet werden. Informationen zum Projekt, zu Produkten, Einkaufstandards und zum Managementsystem finden sich auf der Projekthomepage www.zukunft-
einkaufen.de. In Kürze werden hier auch Materialien zur Erwachsenbildung und Jugendarbeit rund um das Thema Konsum verfügbar sein.

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