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GM Pionier im Diversity Management

In Zeiten der Globalisierung müssen Unternehmen nicht nur den Ansprüchen ihrer Kunden gerecht werden, sondern auch den vielfältigen Anforderungen ihrer Zulieferer, Mitarbeiter und Geschäftspartnern. Diversity Management nennt sich hierbei eine Unternehmensstrategie, die Aspekte wie Geschlecht, Rasse und Religion respektiert und für sich zu nutzen sucht. Der US- Automobilhersteller General Motors (GM) gilt in Sachen Diversity als Pionier und setzt hier seit Jahren Maßstäbe.
GM Headquaters, Foto: USCG PAC/Jeff Hall
04.01.2008 Detroit (UD) - Die Zeiten, in denen globale Unternehmen bei ihrer Personal- oder Produktpolitik auf kulturelle Homogenität setzen und somit andere Bevölkerungsgruppen oder Minderheiten ausschlossen, sind weitgehend vorbei. Gerade im Einwanderungsland USA ist der Diversity-Aspekt geschäftsentscheidend, denn lässt sind die „Minderheiten“ wichtige Absatzmärkte. Dortige Unternehmen müssen daher auf die Ansprüche von Kundengruppen wie der wachsenden Hispanics-Gemeinde, den Afroamerikanern oder anderen Einwandern reagieren. Auch in der Berufswelt gewinnt Diversity zunehmend an Bedeutung. Strikte Gesetze sollen etwa Diskriminierung im Beruf verhindern. Dennoch entscheidet Herkunft und Hautfarbe häufig noch über eine erfolgreiche Karriere. US-Wissenschaftler haben unlängst herausgefunden, dass im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Verdienstchancen eines Mitarbeiters in dem Maße sinken, je dunkler dessen Hautfarbe ist.
 
Branchenprimus GM
 
General Motors setzt sich gegen solche Entwicklungen ein und will Minderheiten in der Geschäftswelt fördern. Auch etwa Religion, Alter, sexuelle Orientierung, Sprache oder Weltanschauung zählen hierzu und prägen das Unternehmenscredo "Many People, One GM, Now". „GM hat eine der vielfältigsten Belegschaften in der Geschäftswelt. Wir glauben, dass Diversity beim Design, bei der Herstellung und dem Verkauf unserer Produkte entscheidend dazu beiträgt, den vielfältigen Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden“, erklärt Rick Wagoner, CEO von General Motors.
Leon Sullivan, Foto: Leon Sullivan Foundation
In Sachen Diversity blickt GM auf eine lange Tradition zurück. Als erstes US-amerikanisches Großunternehmen ernannte General Motors 1971 mit Reverend Leon Sullivan einen Afroamerikaner zum Vorstandsmitglied. Dessen berühmte Sullivan Principles wurden für alle weltweiten GM-Aktivitäten als Maßstab übernommen und haben bis heute in überarbeiteter Form Gültigkeit. Auch für die Förderung von Frauen in der Geschäftswelt setzt sich GM ein. Zahlreiche Initiativen haben hier in der jüngsten Vergangenheit deutliche positive Entwicklungen bewirkt. Allein bei General Motors Europa übernehmen heute 70 Prozent mehr Frauen Führungsaufgaben als noch vor fünf Jahren.

Diversity in der Supply Chain

 
Das Diversity Management von GM zielt nicht alleine auf die über 327.000 Mitarbeitern des Automobilkonzerns ab. Die Strategie richtet sich zudem auch an vier weitere wesentliche Stakeholder: Konsumenten, Gemeinden, Händler und Zulieferer. Vor allem auf die Förderung von Diversity auf Seiten der Händler und Zulieferer legt GM traditionell einen Schwerpunkt. „Wir wissen, wie bedeutend es ist, eine diverse Gruppe von Händler, Zulieferer und Arbeitnehmern zu haben. Minority Suppliers dabei sind ein integraler Bestandteil unsere Zulieferkette“, betont Bo Andersson, GM-Vizepräsident im Bereich Global Purchasing and Supply Chain. So entwickelte General Motors als erster Automobilhersteller 1968 ein sogenanntes Supplier Diversity Program. Dieses Entwicklungsprogramm wird bis heute fortgeführt und hat die Förderung von Minderheiten in der Geschäftswelt zum Ziel. Weitere Initiativen ergänzen die Strategie: So gründete GM zum Beispiel eine Gesellschaft, um Zulieferern bei finanziellen Engpässen zu unterstützen oder konzipierte ein Mentoren-Programm. Dabei hilft GM Minderheiten-Zulieferern, die Marktposition zu stärken und die Betriebsabläufe zu optimieren. 2001 wurde zudem mit dem Supplier Diversity Council ein Gremium ins Leben gerufen, mit dem Ziel den Dialog zwischen GM und den Zulieferern zu verstärken.

40-jährige Tradition

Seit der Verabschiedung des Supplier Diversity Program vor fast vierzig Jahren hat GM Güter und Dienstleitungen in Höhe von rund 62 Milliarden US-Dollar von Zulieferern bezogen, die als Minority Supplier gelten - allein im vergangenen Jahr betrug das Auftragsvolumen insgesamt 5 Milliarden US-Dollar. GM orientiert sich dabei an der Definition des National Minority Supplier Development Council (NMSDC). Demnach gelten Zulieferfirmen als “diverse supplier”, wenn die Mehrheit des Firmenbesitzes in der Hand von gesellschaftlichen Minderheiten oder Frauen liegt. Das zweite Kriterium wurde zuletzt 2007 ergänzt, um auch in den USA noch mehr Frauen als Führungskräfte zu fördern.
 
Auch beim Thema „Händler“ gehört GM zu den Vorreitern. Vor mehr als 30 Jahren begann das Unternehmen mit der „Minority Dealer Initiative“ ein finanziell erfolgreiches Netzwerk von Vertriebshändlern aufzubauen. Seit 1972 organisiert der Automobilkonzern zudem regelmäßig spezielle Trainingsmaßnahmen für Minderheiten, um sie als Vertragshändler von GM zu qualifizieren. Mittlerweile arbeiten rund 340 Minority Dealer im Auftrag von GM. Im Zuge der 2001 lancierten Women's Retail Initiative fördert GM hier zudem die Rolle von Frauen in der Geschäftswelt. Insgesamt 265 Vertriebsstellen der GM-Produktpalette werden von weiblichen Führungskräften geleitet.

Als erster Automobilkonzern ausgezeichnet

Für sein Engagement in Sachen Diversity wurde der Automobilhersteller bereits vielfach ausgezeichnet. Zuletzt verlieh die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation Rainbow/PUSH dem GM-Manager Bo Andersson den „Trade Advocate Award“ für dessen Einsatz für Minority Suppliers und Diversity. „Gerade in einer Zeit, in der die Automobilindustrie sich mit starken Veränderungen konfrontiert sieht und die Anstrengungen in Sachen Supplier Diversity hinterfragt werden, hat GM konsequent an seiner Linie festgehalten“, erklärte Reverend Jesse Jackson, Präsident von Rainbow/ PUSH, im Rahmen der Preisverleihung. GM ist damit der erste Automobilkonzern, der den angesehenen Award erhält.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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