Opel: Nachhaltigkeit in Serie
Kaum eine andere Branche steht angesichts der aktuellen Klimadebatte so unter Beobachtung wie die Automobilindustrie. Umweltfreundliche, aber gleichzeitig preisgünstige Fahrzeuge zu entwickeln – das gilt für die Hersteller als eine der größten Herausforderungen. Opel und der US-amerikanische Mutterkonzern General Motors arbeiten intensiv an Lösungsmodellen. Mit der emissionsarmen ecoFlex-Reihe wird zur kommenden IAA nun eine nachhaltige Modellreihe präsentiert.
Corsa 1.3 CDTI, Foto: Opel
CO2-Werte um ein Viertel reduziert
Der Corsa 1.3. CDTI kann mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 119 Gramm pro Kilometer aufwarten. Damit würde das Modell den gegenwärtigen Durchschnittswert der Pkws, der bei über 160 Gramm pro Kilometer liegt, deutlich unterschreiten. Mit einem Wert von 157 Gramm nimmt die gesamte Opel-Flotte nach Angaben des Centre for Automotive Research der Fachhochschule Gelsenkirchen unter den deutschen Herstellern den zweiten Platz ein. Seit 1997 konnten die Rüsselsheimer den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß ihrer Flotte um knapp ein Viertel reduzieren.
Knackpunkt Preis
Was sich bei emissionsarmen Fahrzeugen bislang jedoch meist als Knackpunkt erwies, war neben einer eher geringen Motorleistung vor allem der Preis. Gerade das Beispiel VW Lupo 3L zeigte, dass sich das Umweltbewusstsein der Kunden nicht zwangläufig auf die Kaufentscheidung auswirkt. Das viel diskutierte Drei-Liter-Auto von VW konnte sich am Markt nicht behaupten. Auch Opel hatte in der Vergangenheit schon emissionsarme Modelle am Markt platziert. Die Reaktionen der Käufer erwiesen sich jedoch als „eher verhalten“, wie GM-Europachef Forster resümiert. Wie die Kunden die ecoFLEX-Reihe aufnehmen werden, bleibt somit abzuwarten. „Wir können noch nicht sagen, wie die Kunden auf solche extrem verbrauchsarmen Fahrzeuge reagieren werden. Wir glauben aber, dass sich die Einstellung der Kunden ändern wird“, so Forster weiter. Ergebnisse einer aktuellen Studie von TNS Infratest und SevenOne Media dürften Forsters Prognose bestätigen. Demnach achten 30 Prozent der in Deutschland befragten Pkw-Fahrer beim Kauf besonders auf die Umweltverträglichkeit des Fahrzeugs. Dies entspricht einer potentiellen Käufergruppe von etwa 15 Millionen Personen.
Foto: Opel
EcoFLEX ist Teil der globalen Dreifachstrategie von GM und Opel. Kurzfristig geht es dabei darum, Benzin- und Dieselmotoren weiter zu entwickeln und verstärkt alternative Energieträger wie Biogas oder Ethanol einzusetzen. Mittelfristig spielt auch der Hybrid-Antrieb eine wichtige Rolle. Auf lange Sicht gilt jedoch die Einführung des Null-Emissionen-Fahrzeug mit Brennstoffzellentechnik als Ziel. Schon im September will Opel auf der IAA in Frankfurt ein neues wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellen-Fahrzeug vorstellen. Auch die im Juni gestartete ecoFLEX-Umweltinitiative, bei der es um die Verschrottung von Altfahrzeugen geht, war ein wichtiger Schritt im Rahmen der Nachhaltigkeitsoffensive von Opel, um den Markt für Umweltaspekte weiter zu sensibilisieren.
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