Diskussion: Kooperationen zwischen NGOs und Konzernen
Immer häufiger starten NGOs Projekte mit Wirtschaftsunternehmen. Ob und wie eine Zusammenarbeit zwischen Partnern mit grundlegend unterschiedlichen Ansprüchen und Zielen funktionieren kann, darüber diskutierten jetzt in Berlin sechs Vertreter von NGOs, Unternehmen und Medien. Eingeladen hatte die gemeinnützige Gesellschaft Leuchtpol, die von der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V. (ANU) ins Leben gerufen wurde und vom Energiekonzern E.ON finanziert wird.
Die Diskussionsteilnehmer im Dialog mit dem Publikum (v.l.n.r: Annette Dieckmann, ANU-Bundesvorsitzende; Christoph Dänzer-Vanotti, E.ON AG; Michael Scholing-Darby, Volkswagen AG; Gerd Hofielen, Dachverband der Kritischen Aktionäre; Dr. Frauke Fischer, CSR-Beraterin; Nils Klawitter, Der SPIEGEL) Foto: Christian Lietzmann
Unter dem Titel "Partnerschaften unter Hochspannung?" entflammte schnell eine spannungsreiche Diskussion. Annette Dieckmann vom ANU-Bundesverband hob die vertraglichen Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit hervor, die ihrem Verband eine klare Unabhängigkeit von E.ON gewährleistet: "Zum einen liegt die Verantwortung für das pädagogische Konzept ausschließlich bei Leuchtpol, E.ON nimmt hier keinerlei Einfluss. Zum anderen verzichtet E.ON auf jegliche klassische Werbemaßnahmen, und die Unabhängigkeit von der ANU in ihren Aktivitäten und politischen Grundaussagen bleibt bestehen." Dass sein Konzern ein Energie- aber kein Bildungsexperte ist, betonte Dänzer-Vanotti, Vorstandsmitglied bei der E.ON AG: "Wir haben für dieses Projekt bewusst einen Partner gesucht, denn wir haben zwar organisatorisches Know-how, doch das pädagogische Wissen hat die ANU". Einig waren sich Dieckmann und Dänzer-Vanotti darin, dass die Zusammenarbeit besonders zu Beginn nicht einfach war. Man fände aber inzwischen durch gegenseitigen Respekt und viele Gespräche immer besser zusammen.
Weitere Podiumsteilnehmer waren Michael Scholing-Darby, Leiter Politische Kommunikation Volkswagen AG, Gerd Hofielen vom Dachverband der Kritischen Aktionäre, der Spiegel-Redakteur Nils Klawitter sowie die freie CSR-Beraterin Dr. Frauke Fischer. Die guten Diskussionsansätze von Unternehmens- und ANU-Seite wurden leider des öfteren vom Spiegel-Redakteur und dem kritischen Aktionär unterlaufen, die immer wieder versuchten, das Podium für eine generelle Klima- und Energiepolitik-Debatte zu nutzen. So blieb die Debatte um die Ausgestaltung von Partnerschaften im Sinne eines "shared learnings" in den Ansätzen. Immerhin ist es das Verdienst der Leuchtpol-Initiative, den Dialog angestoßen zu haben. Daran lässt sich in der Zukunft qualifiziert anknüpfen.
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Im Blickpunkt: E.ON
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