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RWE übergibt Millionenscheck an DRK für Haiti

RWE hilft in Haiti. Mitarbeiter des Unternehmens haben nach der Erdbebenkatastrophe vom 12. Januar 511.000 € gesammelt. Der Konzern hat diese Summe verdoppelt. RWE-Personalvorstand Alwin Fitting überreichte jetzt dem Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Clemens Graf von Waldburg-Zeil, einen Scheck über 1,022 Millionen €.
Günter Reppien, Clemens Graf von Waldburg-Zeil und Alwin Fitting, RWE-Personalvorstand, Foto: RWE
23.02.2010 Essen (UD/cp) - Das Geld fließt in die langfristige medizinische Versorgung in Carrefour, einer Stadt in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince. Geplant ist dort der Aufbau eines zerstörten Krankenhauses und die Ausstattung dieser Klinik mit modernen medizinischen Geräten. Alwin Fitting: „Die Hilfsbereitschaft unserer Mitarbeiter zur Linderung dieser schrecklichen Not ist beeindruckend. RWE legt großen Wert darauf, dass das Spendengeld in ein nachhaltiges Projekt fließt. Wir werden den Aufbau des Krankenhauses intensiv begleiten und über den Fortgang Bericht erstatten.“ Günter Reppien, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Betriebsräte im RWE-Konzern: „Ich bin stolz auf die großartige Hilfeleistung der Belegschaft aus allen Teilen des RWE-Konzerns. Auch im Ausland war die Spendenbereitschaft überwältigend.“

Da die Infrastruktur in Port-au-Prince und vielen weiteren Städten zerstört ist, müssen die Hilfsorganisationen die internationale Unterstützung effizient umsetzen. Clemens Graf von Waldburg-Zeil: „Über 20 Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften aus aller Welt sind an diesem Einsatz beteiligt. Wir werden viele Jahre in Haiti bleiben, um das Land zu stärken, damit die Menschen auch auf kommende Katastrophen besser vorbereitet sind. Der RWE-Konzern mit seinen Mitarbeitern leistet mit dieser Spende einen wichtigen Beitrag dazu.“

Die Hilfsoperation in Haiti ist eine der größten internationalen Rotkreuzeinsätze, die es je gab. Die Situation ist schwieriger als bei bisherigen Katastrophen. Davon ist auch Claus Muchow überzeugt. Er hat vier Wochen in einem mobilen Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes gearbeitet. Muchow: „Mit dem Krankenhaus sind wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Aber nach vier Wochen Einsatz bin ich natürlich erschöpft. Und ich bin froh, wieder in Deutschland zu sein.“

Vier Fragen an Claus Muchow

Wie ist die Situation vor Ort in Haiti?

Claus Muchow: Es ist sicherlich so, dass jetzt 4 Wochen nach dem Erdbeben ein gewisses Maß an normalen Alltag wieder eintritt, für die Leute, die überlebt haben. Die ersten Geschäfte machen wieder auf, kleine Restaurants eröffnen wieder. Das Leben geht weiter mit aller Tragik. Mit allem was passiert ist, aber ein bisschen Normalität Kann man schon sehen, die Kinder werden geboren, es gibt auch Leute die das Erdbeben unbeschadet überstanden haben. So wie es möglich ist, kommt für haitianische Verhältnisse langsam wieder der Alltag zurück.

Wie stark ist das Krankenhaus zerstört?

Muchow: Wir ersetzen kein Krankenhaus. Wir haben ein mobiles Krankenhaus aufgebaut, was die nicht vorhandenen oder zerstörten Strukturen praktisch ersetzt. Das von uns aufgebaute Krankenhaus steht mitten in der Stadt Carrefour, etwa 20 Kilometer westlich von Port-au- Prince. Dies dient als Überweisungs-Unfallkrankenhaus, um alle Alltagssachen und vom Erdbeben aufkommende akute Spätversorgungsfälle aufzunehmen und zu pflegen.
Wir haben Schiessereien, Machetenangriffe, Steißgeburten oder Totgeburten. Also alles was ein normales Überweisungskrankenhaus macht, haben wir übernommen.

Wie sinnvoll ist die Investition in ein Krankenhaus aus Stein?

Muchow: Tatsache ist, dass das Krankenhaus in Zelten ist. Fakt ist, dass die Regenzeit ansteht und es auch dieses Jahr eine Hurrikane Saison gibt. Da müssen wir, wenn wir langfristig arbeiten wollen, ein Gebäude errichten. Das heißt wir müssen mit den Zelten, mit dem Inventar in irgendein Gebäude einziehen was zunächst notdürftig oder was natürlich viel besser ist, da kommt hier auch die fantastische Spende zu tragen, das man ganz konkret über einen Neubau nachdenken kann.

Was war ihr eindruckvollstes Erlebniss?

Muchow: Ich mach das schon seit 15 Jahren und das war nicht mein erstes Krankenhaus. Die Betroffenheit der Menschen, diese Schockstarre in den ersten 14 Tagen nach so einem Erdbeben, dass ist schon eine der Sachen die mich immer wieder bewegen, dass ich das weiter und immer wieder mache.

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