Nokia: „Bridgeit“ in Tansania
BridgeIT bietet in Afrika Bildungschancen. Bild: Elmer Lenzen
Bildung als ein multisektorales Projekt
Das Anliegen des Projektes sei es „einen Beitrag zur Verbesserung der Lehre und des Lernens in unterversorgten Schulen und Gemeinden Tansanias zu leisten“, sagt Dorothy Ooko, Nokia-Sprecherin für das südliche Afrika. Da Wohlstand und Stabilität des Landes davon abhängen ob auch benachteiligte Jugendliche einen Arbeitsplatz und damit ein Einkommen erhalten, ist es unerlässlich, diese schon früh mit dem notwendigen Wissen und Fähigkeiten auszustatten, führt sie weiter aus. Vermittelt werden in den „Bridgeit“-Lernvideos Unterrichtsinhalte der Fächer Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch sogenannte „Life skills“ wie HIV/Aids Aufklärung, Hygienehinweise oder Maßnahmen zum Schutz vor Malariainfektionen. Die Inhalte der Lehrfilme werden von dem britischen Projektpartner Pearson, dem größten Lehrbuchverlag der Welt, in Kooperation mit dem tansanischen Bildungsministerium und in Abstimmung mit dem nationalen Lehrplan erstellt. Die multi-sektorale Zusammenarbeit zwischen Unternehmen wie Nokia, Nichtregierungsorganisationen wie der für die Projektumsetzung zuständigen International Youth Foundation (IYF) und dem öffentlichen Sektor ist allen Beteiligten ein besonderes Anliegen. „Wir wollten unbedingt mit dem tansanischen Bildungsministerium zusammenarbeiten, um die Nachhaltigkeit des Programms zu garantieren“, sagt William Reese, Präsident der IYF. Denn neben dem Einsatz moderner Technik im Unterricht und der Förderung der Lernerfolge von Schülern ist die kontinuierliche Fortbildung und Schulung der Lehrer ein wichtiges Anliegen des Projektes.
„Bridgeit“ in Tansania erfolgreich
Dass dieser auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Bildungsansatz erfolgreich ist, zeigen Erfahrungen des Vorgängerprojektes auf den Philippinen: Studien des philippinischen National Institute for Science and Mathematics Development (NISMED) und der University of the Philippines Demographic Research and Development Foundation (DRDF) zufolge verbesserte sich die Leistung der Schüler an „Bridgeit“-Schulen vor allem in Naturwissenschaften deutlich. Zudem verringerten sich Fehlzeiten, und die Schüler zeigten eine positivere Grundhaltung gegenüber dem Lernen und der Technologienutzung. In Tansania konnte im September 2009 die zweijährige Pilotphase des „Bridgeit“-Projektes abgeschlossen werden – und das auch hier mit Erfolg: An 150 Schulen wurden bisher „mehr als 40.000 Schüler und über 1.500 Lehrer mit der Initiative erreicht“, freut sich der tansanische Bildungsminister Maghembe. Zwar stehe eine abschließende Auswertung der Pilotphase noch aus, den Einzelberichten von Schülern und Lehrern seien aber ausschließlich positive Reaktionen zu entnehmen. Nun soll das Programm national ausgeweitet und fest in das Bildungssystem intergiert werden, um eine möglichst große Zahl an Lehrern und Schülern zu erreichen, sagt der Minister.
Afrika: Großes Potential für Mobilfunktechnologie
Für Nokia Vorstand Veli Sundbäck zeigen Erfolge wie die des „Bridgeit“-Projektes in Tansania, dass „moderne Kommunikationstechnologie eine wichtige Rolle in Entwicklungsländern einnehmen kann“. Zwar weist gerade der afrikanische Kontinent noch enorme Rückstände in Festnetztelefon- und Internetverbindungen auf, die Mobilfunktechnologie ist dafür auf dem Vormarsch. In Afrika findet das Handy bereits heute in den unterschiedlichsten Lebensbereichen Anwendung: Es werden Bankgeschäfte mobil getätigt, medizinischer Rat ist auch an entlegenen Orten mobil zugänglich, Informationen werden verbreitet und ausgetauscht. Ein ganzer Kontinent könnte so eine Entwicklungsstufe überspringen, sagen Experten – die Telekommunikation per Kabel. Für ein führendes Mobilfunkunternehmen wie Nokia ist es daher besonders wichtig einen Beitrag zur Überwindung des „digitalen Grabens“ zu leisten, findet Sundbäck. Denn nicht nur Schüler, Lehrer und das tansanische Bildungssystem profitieren von Projekten wie „Bridgeit“. Auch für Nokia als ein Unternehmen, das neue Märkte erschließen will, stellt die Heranführung junger Menschen an die moderne Mobilfunktechnologie eine Zukunftsinvestition dar. Immerhin verzeichnet gerade der Mobilfunkmarkt des afrikanischen Kontinents seit Jahren die größten Wachstumsraten der Welt. Kate Place, „Bridgeit“-Programmmanagerin von der International Youth Foundation, gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass die derzeit im Projekt verwendeten „high-end“ Mobiltelefone Nokias zwar noch viel zu teuer für den Massenmarkt sein, die Preisentwicklung ähnlicher technischer Geräte in der Vergangenheit zeigte jedoch, dass hier Potential für die Zukunft liegt.
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Informationen zu "Nokia Education Delivery"
Youtube: BridgeIT Tansania
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