Nokia: Helfen macht Schule
Noch nie war der Zugang zu Informationen so einfach wie heute. Was vielerorts schon beinahe zum Allgemeinplatz geworden ist, war in vielen Dorfschulen auf den Philippinen bis zum Mai 2003 nicht viel mehr als ein frommer Wunsch. Damals startete Nokia sein Bridgeit-Programm, mit dem Ziel, Lehrern und Schülern den Zugriff auf moderne Lehrmaterialien zu ermöglichen und somit die Qualität der schulischen Bildung zu verbessern. Nun soll das Projekt mit Unterstützung von USAID auch in Tansania und Chile aufgelegt werden.
Bridgeit-Programm, Lehrmaterialien für Entwicklungsländer, Foto: Nokia
Geringe Kosten, große Wirkung
Diese Zahlen offenbaren bereits einen großen Pluspunkt des Programms. Es arbeitet äußerst kosteneffizient, sodass auch mit überschaubaren Mitteln die Ausbildung einer großen Anzahl von Schülern verbessert werden kann. Auf gerade einmal 5 US-$ beziffert Nokia, das Mobiltelefone, Fernsehgeräte, Videorekorder sowie den notwendigen Support zur Verfügung stellt, die Kosten pro Schüler. „Nokia hat eine großartige Möglichkeit entwickelt, den Unterricht für Kinder in Regionen zu gestalten, in denen die Verfügbarkeit von Unterrichtsmaterialien nicht selbstverständlich ist", ist Bridgeit-Programmmanager Simo Hoikka überzeugt.
Darauf, dass diese gute Idee auch in der Praxis funktioniert, deuten die Ergebnisse zweier Studien des National Institute for Science and Mathematics Development (NISMED) sowie der University of the Philippines Demographic Research and Development Foundation (DRDF) hin, die 2004 bzw. 2007 auf den Philippinen durchgeführt wurden. Ihnen zufolge verbesserten sich die Leistungen der getesteten Schüler an Bridgeit-Partnerschulen vor allem in den Naturwissenschaften und in Englisch erheblich. Zudem reduzierten sich die Fehlzeiten, und auch die generelle Haltung der Schüler gegenüber dem Lernen und der Technologienutzung veränderte sich zum Positiven.
Schulequipment nun auch für Tansania, Foto: Lenzen
Enge Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Sektor
Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und dem öffentlichen Sektor – in Tansania etwa ist das Ministerium für Schul- und Berufsbildung in das Programm eingebunden – gewährleistet, dass die Unterrichtsmaterialien den spezifischen Bedürfnissen vor Ort gerecht werden. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang auch die Schulungsangebote für Lehrer, die angeleitet werden, die multimedialen Lehrmaterialien sinnvoll in die eigene Unterrichtsplanung einzubeziehen. Auf den Philippinen haben knapp 1.000 Lehrer und über 200 Schulleiter an den professionellen Trainingskursen der International Youth Foundation, einem weiteren Programmpartner, teilgenommen.
Die Erfolgsgeschichte soll natürlich fortgeschrieben werden. Parallel zum Projektstart in Tansania und der geplanten Einführung von Bridgeit in Chile, startet auch die philippinische Variante Text2Teach in eine neue Phase. Nachdem bereits in den Jahren 2003 bis 2007 über 200 Schulen und 900.000 Fünft- und Sechstklässler auf das 370 Videos umfassende Lehrmittelangebot von Bridgeit zurückgegriffen haben, sollen zwischen 2008 und 2010 nun 500 weitere Schulen von dem Projekt profitieren.
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