DHL verleiht YES-Awards: Preisträgerin kommt aus Pakistan
Soziales Unternehmertum ist in vielen asiatischen Ländern noch wenig ausgeprägt. Der Logistikkonzern DHL hat daher die YES-Awards ins Leben gerufen. Mit den Auszeichnungen sollen junge Unternehmer für ihr gesellschaftliches Engagement bei der Umsetzung der UN-Millenniumsentwicklungsziele unterstützt werden. In Singapur wurden nun die Preise verliehen.
In diesem Jahr vergab DHL die Preise an sozial engagierte Jungunternehmer aus dem asiatischen und pazifischen Raum. Im Gegensatz zu Europa oder Nordamerika befindet sich in Asien soziales Unternehmertum in einem Anfangsstadium. Nur wenige Länder wie Japan oder Singapur sind in der Top 20-Liste des Responsible Competitiveness Index gelistet. Dieser bemisst, wie in jeweiligen Länder nachhaltig gewirtschaftet wird, und wie sehr sich Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft dafür einsetzen. "DHL hat gesellschaftliche Aufbauarbeit schon immer unterstützt. Wir glauben, dass sozial engagierte Unternehmer bei der sozioökonomischen Entwicklung ihrer Region eine maßgebliche Rolle spielen“, erklärt Scott Price, CEO bei DHL Express Asia Pacific. „Wir wollen ihr besonderes Engagement würdigen und ihre Erfahrungen auch an andere weitergeben, damit weitere Unternehmer in der Region und darüber hinaus inspiriert werden." Die Preisträger sind zwischen 18 und 40 Jahre alt. “Wir glauben, dass sie bei der Unterstützung ihrer Organisationen insbesondere in Ländern, in denen sich die Wirtschaft noch entwickelt, vor großen Herausforderungen stehen", betont Christina Koh, die den Bereich Nachhaltigkeit bei DHL in der Region Asia Pacific leitet.
Innovationspotenzial der Jungunternehmer
In fünf asiatischen Ländern wurden in diesem Jahr die YES-Awards eingeführt: Bangladesch, Pakistan, den Philippinen, Singapur und Thailand. Ein unabhängiges Auswahlgremium prüfte dabei zunächst die Bewerbungen in jedem Land. Über die nationalen Gewinner entschied dann eine Jury, bestehend aus führenden Persönlichkeiten aus Entwicklungshilfe, Sozialwesen und der Wirtschaft. Unter den fünf Landessiegern wurde wiederum ein Gesamtgewinner für die Region Asien-Pazifik ausgewählt. Als Kriterien für die Auszeichnung zog die Jury neben der Führungsstärke des Unternehmers die Nachhaltigkeit und das Innovationspotenzial ihrer Engagements heran. Auch wurde bei der Bewertung die mögliche Erweiterung und Übertragbarkeit der Arbeit berücksichtigt.
Aysha Saifuddin, Foto: DPWN
Die diesjährigen Preisträger wurden nun in Singapur bekannt gegeben. Als Gesamtsiegerin hat sich die Jury für Aysha Saifuddin aus Pakistan entschieden. Die 35-jährige Unternehmerin habe sich in hohem Maße zur Verbesserung der Chancen von Frauen in ihrem Land eingesetzt, so die Jury. Vor vier Jahren gründete Saifuddin die Fair-Trade-Organisation Kaarvan Crafts mit dem Ziel, pakistanische Frauen beim Aufbau einer geschäftlichen Existenz zu unterstützen. In der männlich dominierten Geschäftswelt von Pakistan haben es gerade Frauen in armen Gemeinden schwer, beruflich Fuß zu fassen. Soziale Diskriminierung, aber auch fehlende Business-Kenntnisse, verringern die Chancen, vom eigenen Geschäft zu leben. Mit Hilfe von Kaarvan Crafts konnten bislang jedoch insgesamt rund 2.500 Kleinunternehmerinnen ihre Erwerbsmöglichkeiten verbessern. Die Organisation übernimmt den Vertrieb von Produkten wie Kleidung, Kerzen oder Taschen auf lokalen und internationalen Märkten. Diese werden dann unter einer einheitlichen Marke verkauft. Zudem schult die Organisation die Frauen in den Bereichen Finanzierung oder Vermarktung.
Dass das Konzept von Aysha Saifuddin aufgeht, belegen Zahlen: So stiegen die Einnahmen der pakistanischen Kleinunternehmerinnen seit Gründung der Organisation um rund 30 Prozent. Die YES-Awards-Gewinnerin will ihr Konzept künftig auch auf andere Geschäftsfelder ausweiten. Auf lange Sicht verfolgt die Organisation jedoch das Ziel, den Unternehmerinnen dazu zu verhelfen, eigenständig ohne fremde Hilfe zu wirtschaften und dabei ihre Erfahrungen an anderen Frauen weiterzugeben.
Weitere Preisträger
Auch die anderen Gewinner der Yes-Awards konnten die Jury mit sehr unterschiedlichen Projekten überzeugen. Während Illac Angelo Diaz den nationalen Preis für seine Unterstützung philippinischer Seeleute bei der Arbeitsplatzvermittlung erhielt, wurde Pinky Sikder für ihr Engagement gegen Diskriminierung von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken in Bangladesh ausgezeichnet. Erna Witoelar, UN-Sonderbotschafter für die Entwicklungsziele in Asien und im Pazifik-Raum, hebt die Leistung der insgesamt fünf jungen Unternehmer hervor. „Bei den Preisträgern handelt es sich um herausragende Beispiele dafür, inwieweit soziale Gemeinschaften durch die innovativen Ideen und harte Arbeit Einzelner profitieren können. Die YES Awards werden dabei als Zeichen der Anerkennung soziales Unternehmertum in dieser Regionen vorantreiben“, so Witoelar.
Zu den weiteren Gewinnern zählen Kritaya Sreesunpagit (Thailand) und Areena Ng (Singapur). Die YES-Awards sind mit 5.000 US-Dollar pro Landessieger dotiert, Aysha Saifuddin erhält als Gesamtgewinnerin eine Prämie von 10.000 US-Dollar.
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