Rote Liste
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Luchs, Nashorn & Co: Die Gewinner und Verlierer 2011
Die Umweltstiftung WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine zweischneidige Jahresbilanz. Während sich die Lage von Nashorn, Stör, Irawadi-Delphin und Grauwal in 2011 weiter verschlechtert habe, können Europäischer Luchs, Berggorilla und Przewalski-Wildpferd etwas optimistischer in die Zukunft blicken. „Neben Wilderei und Klimawandel ist vor allem auch die ungebremste Lebensraumzerstörung ein Grund für das Massenaussterben im Tier- und Pflanzenreich,“ erklärt Stefan Ziegler, Artenschutzreferent beim WWF Deutschland.
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Japan jagt wieder Wale
Obwohl sich die Walpopulationen noch immer nicht vom Walfang-Boom vergangener Jahre erholt haben – allein der Bestand antarktischer Blauwale ist nach WWF-Schätzungen von rund 230.000 Tiere auf wenige Tausend zusammengebrochen – ist die japanische Walfangflotte wieder in See gestochen. Im Südpolarmeer sollen zu "pseudowissenschaftlichen Zwecken" (WWF) wieder Wale gejagt werden. "Wenn es auf der Welt einen Ort gibt, wo Wale unbedingt geschützt werden müssen, ist es das Südpolarmeer“, sagt Volker Homes, Leiter WWF-Artenschutz.
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„Rote Liste": Immer mehr Arten vom Aussterben bedroht
Als äußerst alarmierend bewertet der WWF die Ergebnisse der jetzt von der Weltnaturschutzunion IUCN vorgelegten aktualisierten Roten Liste der bedrohten Arten. Rund ein Drittel aller untersuchten Arten, nämlich 19.570, listet die IUCN als gefährdet. Das sind rund 2.000 mehr als im Jahr 2009, was einer Zunahme von rund 10 Prozent entspricht.
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LKW mit zehntausend toten Singvögeln gestoppt
Ungarische Zöllner haben an der Grenze zu Rumänien am Wochenende einen LKW mit rund zehntausend frisch geschossenen Singvögeln gestoppt. Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, handelt es sich dabei vor allem um in Deutschland bedrohte Feldlerchen, die bei italienischen Gourmets als Delikatesse hoch begehrt sind.
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Java-Nashorn in Vietnam ausgestorben
In Vietnam ist das Java-Nashorn ausgestorben. Laut der Naturschutz-Organisation WWF war das 2010 von einem Wilderer in einem Nationalpark erlegte Tier das letzte seiner Art im südostasiatischen Staat. Eine letzte Population lebt in einem Schutzgebiet auf der Insel Java. Der Artenschutzreferent und Südostasienexperte des WWF Deutschland, Stefan Ziegler, sieht im Aberglauben an die Heilkraft des Hornes die Kernursache für die Bedrohung.
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„Bushmeat“ aus dem Meer
In zunehmendem Maß müssen Meeressäuger dafür herhalten, die Bevölkerung armer Küstenregionen Südamerikas, Afrikas, Asiens und Australiens zu ernähren. In einer jüngst veröffentlichten Studie stellen die beiden amerikanischen Wissenschaftler Randy Reeves und Martin Robards fest: „Die Jagd auf Meeressäuger ist weiter verbreitet, als wir glaubten“.
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Raubtier-Verlust bringt viele weitere Arten in Gefahr
Das Verschwinden der Wölfe, Löwen, Haie und anderer großer Raubtiere gehört zu den größten Umwälzung des Ökosystems Erde, die der Mensch ausgelöst hat. Das behaupten 24 internationale Forscher in der Zeitschrift „Science“. Nicht nur der Rückgang dieser Tiere ist größer als bisher angenommen, sondern auch deren Bedeutung. Fehlt die Spitze der Nahrungspyramide, ändern sich Kreisläufe ganzer Ökosysteme, zudem werden Katastrophen, Waldbrände, Arteninvasionen und Seuchen häufiger – wodurch auch der Menschen Schaden trägt.
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Mehr Tiger in Indien
Nach einer aktuellen Bestandsschätzung hat sich die Zahl der Tiger in Indien seit 2007 um etwa 300 Tiere auf insgesamt rund 1.700 erhöht. Die Umweltschutzorganisation WWF bezeichnete die jetzt veröffentlichten Daten als äußerst ermutigend und lobte die Schutzbemühungen. „Indien erntet heute den Erfolg jahrelanger Arbeit“, freut sich Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. „Der Zuwachs zeigt, dass es auch in einem aufstrebenden und dicht besiedelten Schwellenland möglich ist, Naturreservate für große Beutegreifer wie den Tiger zu bewahren.“
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3559 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht
Derzeit befinden sich laut WWF insgesamt 3.559 Tier- und Pflanzenarten in der höchsten Bedrohungskategorie der „Roten Liste“. Amur-Leopard, Spitzmaulnashorn oder Beluga-Stör stehen demnach vor dem Aussterben. Für 791 Arten die auf der Roten Liste erfasst sind, kommt gar jede Hilfe zu spät. Sie sind wohl für immer von der Erde verschwunden. Eine positive Entwicklung machte aber der Bestand der Monarchfalter, der zwar nicht vom Aussterben bedroht ist, aber in der Vergangenheit kontinuierlich abnahm. Jedes Jahr fliegt dieser Schmetterling zum Überwintern von Kanada oder den USA nach Mexiko. Dort kamen in den letzten Jahren immer weniger Monarchfalter an, doch in diesem Winter meldet der WWF wieder eine deutliche Zunahme.
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UN: Bienensterben ist globales Problem
Die weltweiten Bienenbestände gehen immer drastischer zurück. Das zeigt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP in einem Bericht. Besonders der industrialisierte Norden verliert von Jahr zu Jahr große Teile seiner Bienenvölker, manche Regionen verzeichnen sogar Rückgange von 85 Prozent. Die Gründe, die dafür den Ausschlag geben könnten, sind zahlreich, eindeutige Ergebnisse gibt es jedoch nicht. Ohne nachhaltigere Formen der Bewirtschaftung ist die Nahrungsversorgung der Zukunft in Frage gestellt, so das Resümee.
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