Schwacher Trost für den Hering
Der WWF kritisiert die jetzt in Luxemburg beschlossenen Fangquoten für den Ostsee-Hering. "Europas Fischereiminister riskieren die Zukunft des Herings und damit die Zukunft vieler Fischer. Sie ignorieren zum wiederholten Male die Empfehlungen der Wissenschaft zugunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen", so WWF-Expertin Karoline Schacht. Die beschlossene Kürzung der Fangquote um 39 Prozent sei zwar ohne Zweifel eine "verdammt bittere Pille für die Fischer", reiche aber trotzdem nicht aus, um für eine Erholung des Herings zu sorgen.
Foto: Marion Book
Bei den ebenfalls beschlossenen Dorsch-Quoten haben sich die Minister hingegen an die wissenschaftlichen Vorgaben gehalten. Demnach wird die Fangquote in der westlichen Ostsee um 15 Prozent gesenkt. In der östlichen Ostsee, wo sich der Bestand langsam erholt, wird die Fangmenge hingegen um 15 Prozent angehoben. Die langsame Gesundung der Dorsch-Bestände liegt laut WWF an einem verbesserten Management und dem entschlossenen Vorgehen der EU gegen illegale Fischerei.
"Es ist erfreulich, dass die Minister am Dorsch-Rettungsplan festhalten. Allerdings ist es ein gefährliches Spiel, gleich beim ersten Anzeichen einer Erholung die Fangmenge zu erhöhen. Der Dorsch braucht womöglich eine längere Schonfrist", warnt WWF-Expertin Schacht. Wenn man konsequent auf Erholung setze, könne die Fischer auf Dauer deutlich mehr Geld mit dem Dorsch verdienen. Bei einem gesunden Bestand könne man Jahr für Jahr etwa 160.000 Tonnen fangen - fast dreimal mehr als derzeit erlaubt. Damit könnten die Fischer hunderte Millionen Euro mehr umsetzen.
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