Triste Situation für leer gefischte Ozeane
Der einzige Weg, die Weltmeere aus der Krise zu holen, ist die Schaffung von großen "Nationalparks für die Ozeane", lautet die Kernaussage des jetzt von Greenpeace und dem Worldwatch Institute veröffentlichten Reports "Oceans in Peril: Protecting Marine Biodiversity".
Fotos (2): Marion Book
Die bisher geschaffenen Schutzgebiete - wie jüngst erst jenes rund um Hawaii - sind bei weitem nicht ausreichend, meinen die Experten. "Im Prinzip müssten 40 Prozent der Meeresflächen solche Schutzzonen werden, damit sich die Fischbestände erholen können", meint Helms. Der Rest der Meere sollte kontrolliert nachhaltig befischt werden. "Von einer solchen Regelung würde die Fischerei am meisten profitieren, denn die Bestände der kommerziell genutzten Fische würden auch außerhalb der großflächigen Schutzzonen rasch zunehmen", gibt sich Helms überzeugt. Das gewährleiste der "Überlauf-Effekt" (Spillover), der in bestehenden Schutzgebieten dafür sorgt, dass Fischer außerhalb der Sperrzonen bereits nach kurzer Zeit weitaus mehr Fisch fangen als noch zuvor.
"Wenn solche Schutzzonen nicht eingerichtet werden, droht in zehn bis 20 Jahren der totale Kollaps." Aktuelle Studien zeigen, dass 90 Prozent des Bestandes an Raubfischen wie etwa Tun, Schwertfische und Haie bereits aus den Meeren verschwunden sind. 76 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt, 366 von 1.519 Fischereien weltweit zusammengebrochen. 2005 wurden 158 Mio. Tonnen Fisch aus den Weltmeeren geholt. Das sind sieben Mal so viele wie noch 1950.
"Drei Viertel der Erde sind von Meeren bedeckt und drei Viertel der Menschheit leben in Abhängigkeit von Küstengebieten. Wir sind den Meeres-Ressourcen gegenüber also in sehr hohem Maß verpflichtet und bringen sie dennoch über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus in Gefahr", meint Helms. Ein zentraler Baustein im Krisenmanagement für die Meere kann demnach nur aus einem weltweiten Netzwerk von Meeres-Nationalparks bestehen.
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