Vorgestellt: Erster CR-Report der Evonik Industries AG
Negative Konzernergebnisse, Kurzarbeit, Kostensenkung – auch Evonik ist vor den Folgen der Wirtschaftskrise nicht gefeit. Auf das Jahr 2009 blickt der Konzern „nach wie vor mit großen Unsicherheiten“, das Thema Corporate Responsibility wird dabei jedoch nicht vernachlässigt. Im Gegenteil: Mit dem Titel „Verantwortung übernehmen“ präsentiert Evonik seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht. UmweltDialog stellt die Schwerpunkte vor.
Strategische Effizienzsteigerung
Innovationen und die damit verbundene Forschung und Entwicklung beschreibt der Vorstandsvorsitzende Engel als einen zentralen Kern der CR-Strategie. Diesen Bereich will er von finanziellen Kürzungen als Folge der Wirtschaftskrise verschonen. Das Gesamt-Investitionsvolumen musste der Konzern jedoch deutlich reduzieren. In diesem Jahr schloss er das erste Quartal mit einem negativen Konzernergebnis von 46 Mio. ab. Um durch Effizienzsteigerung dem Umsatzrückgang entgegen zu wirken, brachte Evonik Industries das Maßnahmenpaket „On Track“ an den Start. Aktives Markenmanagement, eine Straffung der Verwaltungsstrukturen und die Steigerung der Ergebnispotentiale sind die drei wesentlichen Bausteine dieses Programms. So sollen mit Hilfe einer umfangreichen Kostensenkung Einsparungen von jährlich 500 Mio. Euro bis zum Jahr 2012 erzielt werden. Durch Maßnahmen zur Personalkostensenkung und Kurzarbeit sind davon auch die Mitarbeiter betroffen.
Imagewandel
Betriebsbedingte Kündigung will der Konzern aber vermeiden und investiert weiter in konzernweite Bildungsoffensiven und Nachwuchskräfte. Mit einer Ausbildungsquote von 9 Prozent lag Evonik im Jahr 2008 über dem bundesdeutschen Industriedurchschnitt von 6,5 Prozent. Zu dem arbeitet Evonik Industries konsequent an seinem Image als attraktiver Arbeitgeber, mit dem Ziel, qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren. Durch Personalimagekampagnen, Foren, externe Hochschulmessen und die Zusammenarbeit mit studentischen Initiativen erhielt Evonik Industries den „Employer Branding Award 2009“. Mit diesem Preis des europäischen Instituts für Personalmarketing „trendence“ wurde der Konzern in der Kategorie „Größter Imagewandel“ ausgezeichnet. Im fairen Umgang mit seinen Mitarbeitern dient dem Konzern die „Global Social Policy“. Diese besagt zum Beispiel „allen Menschen mit Respekt, unabhängig von Kultur, Geschlecht, Nationalität und Herkunft zu begegnen“. Mit ihr verpflichtet sich der Konzern zur Einhaltung von Grundwerten, die im Wesentlichen auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen sowie den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation basieren. Evonik ist sich bewusst, dass es aus dem korrekten und fairen Umgang mit seinen Mitarbeitern nur profitieren kann: „Die Mitarbeiter sind die Basis der Erfolgs von Evonik, ihre Vielfalt an Wissen, Erfahrung sowie an individuellen Denk- und Arbeitsweisen sind für den Konzern unverzichtbar“, so schreibt es der Konzern im vorliegenden Bericht.
Umweltschutz, Sicherheit, Gesundheit
Beste Prozesse als Basis – so lautet der Tenor der dritten CR-Dimension Evoniks. Mit Hilfe von entsprechenden Indikatoren kann dabei der CR-Beitrag jeder Geschäftseinheit gemessen werden. So werden die verschiedensten Prozesse oder Technologien regelmäßig auf ihre Effizienz überprüft und gegebenenfalls optimiert. Im Fokus stehen dabei die Aspekte Umwelt, Sicherheit und Gesundheit (USG). Hauptaufgabe im Bereich Umwelt liegt bei allen drei Geschäftsfeldern in der Reduzierung des CO2-Austoßes. Vorstandvorsitzender Engel betont dazu: „Wir bieten unseren Kunden hochwertige Produkte und Lösungen, die helfen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu mindern, Energie effizienter zu nutzen und Co2-Emissionen zu reduzieren“. Ein Beispiel aus dem Bereich Energie betrifft die Kohlekraftwerke: Evonik konzentriert sich hier auf den Bau effizienter Neuanlagen mit hohem Wirkungsgrad und geringen Treibhausgas-Emissionen. Zudem erforscht der Konzern aber auch die stoffliche Verwendung von CO2 als Ausgangssubstanz für chemische Produkte. Bezüglich der derzeit viel diskutierten Carbon Capture and Storage Technologie – der Abscheidung und Speicherung von CO2 – äußert sich Evonik distanziert: Wirkungsgradeinbußen, Investitionskosten sowie gesellschaftliche Akzeptanz sind die schwerwiegendsten Kritikpunkte des Konzerns. Umfangreiche Daten zu den USG-Zielen, Kosten und Verbrauchsangaben sind im letzten Kapitel des aktuellen Berichts nachzulesen.
Zur Erstellung dieses ersten Nachhaltigkeitsberichts orientiert sich Evonik an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Diese bewertet den vorliegenden Bericht nach eigener Überprüfung mit der GRI-Anwendungsebene B. Im nächsten CR-Bericht will Evonik dann auch sein Engagement zur Umsetzung der Prinzipien des UN-Global Compact veröffentlichen. Erst vor wenigen Wochen trat Evonik dieser Initiative bei: „Wir werden die Prinzipien des Global Compact mit Nachdruck verfolgen“, betont Engel.
Weitere Artikel zum Thema:
Im Blickpunkt: Evonik Industries
Weiterführende Links zum Thema:
Zum Dowmload des aktuellen Corporate-Responsibility-Bericht 2008
Kontakt
Impressum
RSS
English Version



Drucken 
Senden
Leserbrief






