Vodafone stellt Nachhaltigkeitsbericht 2006/2007 vor
Unter dem Motto „Zukunft ist jetzt!“ hat Vodafone Deutschland nun seinen vierten Corporate Responsibility Report in Folge vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Klimawandel, Jugendschutz und die Neuausrichtung des Unternehmens. UmweltDialog stellt zentrale Ergebnisse vor.
Lange Zeit galten Informations- und Telekommunikation dabei in der Diskussion als ein eher vernachlässigenswerter Bereich. Angesichts der Neuberechungen der Belastung durch große Serverfarmen hat sich dies heute geändert. Trotzdem könnte gerade von der Telekommunikation eine große Entlastung für das Klima ausgehen: Ihre Produkte können manche Dienstreise überflüssig machen, den Mitarbeiterverkehr reduzieren oder auch im Gebäudebetrieb für Entlastung sorgen. Dafür müssten die Nutzer allerdings auch ihr Verhalten entsprechend anpassen. Tatsächlich haben sich aber etwa Videokonferenzen als Alternative zur Geschäftsreise nur bedingt durchgesetzt. Auch Telearbeitsmöglichkeiten sind doch eher Ausnahme im bundesdeutschen Arbeitsalltag. Neben technischen Hürden wird oft die fehlende menschliche Nähe als Beweggrund angeführt. Immerhin geht man bei Vodafone mit gutem Beispiel voran, indem jetzt Telearbeit auf Basis von sog. Vertrauensarbeitszeiten eingeführt werden. Angesprochen werden sollen hier vor allem jene, die Arbeit und Familie vereinbaren müssen.
Analog zu den EU-Klimazielen will auch Vodafone damit seinen CO2-Ausstoß um 40 Prozent reduzieren, wobei bereits heute rd. 28,8 Prozent erreicht werden. Größter Hebel beim Klimaschutz ist hierbei die Modernisierung der eigenen Netze: So soll bis 2009 trotz Erweiterung der Kapazitäten das Verbrauchsniveau von 2006 nicht überschritten werden. In konkreten Zahlen ausgedrückt wären das Einsparungen von 70.000 Tonnen Co2 in diesem Zeitraum. Das ist soviel wie der jährliche Stromverbrauch von 30.000 bundesdeutschen Familienhaushalten. Künftig sollen die Anstrengungen übrigens in einer eigenen Klimaschutzstrategie einfließen, in der auch Stakeholder wie etwa Germanwatch und Wissenschaftler eingebunden sind.
Jugendschutz im Blick
Foto: Vodafone
Derzeit heftig diskutiert werden an Schulen etwa Gewaltvideos und beleidigende Inhalte, die mit dem Handy produziert und verbreitet werden. „Happy slapping“ bzw. “E-Bullying” nennt sich das dann neudeutsch. Vor allem männliche Jugendliche mit schlechter schulischer Ausbildung treten hierbei als Täter auf. Doch die Verbreitung dieser Gewalttaten betrifft deutlich mehr Jugendliche: Nach einer aktuellen Studie des medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest haben bereits 80 Prozent der gerade einmal 12-13 jährigen Kids von solchen gewalttätigen Inhalten gehört, und bald jeder fünfte hat es selbst erlebt, wie Mitschüler auf dem Schulhof verprügelt und dabei gefilmt werden.
Wie weit geht an dieser Stelle die Verantwortung der Handyhersteller und Netzbetreiber? Konsens der Experten scheint hier zu sein, dass das Mobiltelefon für diesen Zweck missbraucht wird, also nicht originär durch die Mobilfunkbranche verursacht wird. Zugleich werden die Anbieter aufgerufen, hier durch Information und Aufklärung beizutragen, dem Problem Herr zu werden. Bei Vodafone setzt man daher zum einen auf Aufklärungsarbeit bei den Eltern und Jugendlichen. Zudem soll Anfang nächsten Jahres eine „schwarze Liste“ mit jugendgefährdenden Inhalten vorgestellt werde, die derzeit 15 europäische Anbieter ausarbeiten. Deren Inhalte sind künftig schwerer zugänglich. Hinzu kommen technische Modelllösungen, bei denen die umstrittene Bild- und Videoübertragungsfunktion für Jugendliche deaktiviert werden kann.
Veränderung als Chance
Die wirtschaftliche Situation von Vodafone Deutschland ist auf den ersten Blick gut: Vodafone liegt hierzulande nach Umsatz und Profitabiliät an erster Stelle. Mit dazu bei trägt ein breit aufgestelltes Vertriebsnetz mit der Zentrale in Düsseldorf, acht Niederlassungen sowie 1.600 Shops bundesweit. Doch der Markt ist hart umkämpft und hinzu kommen sich änderte Nutzungsgewohnheiten. So konnte in den letzten drei Jahren die Zahl der Kunden insgesamt um gerade vier Prozent auf 30,8 Mio. erhöht werden. Der Umsatz pro Kunde ging dagegen auf 21 Euro pro Kunde und Monat zurück. Das ist ein Branchentrend, und daher wird zunehmend über neue Geschäftsmodelle nachgedacht. Helfen soll dabei auch die neue Festnetztochter Arcor, an der man heute zu 74 Prozent beteiligt ist. „Wachstum und Umsatz sollen künftig aus der Festnetzsubstitution und der Zunahme des Datenverkehrs erwachsen“, heißt es dazu im CR-Report.
Die neue Strategie umfasst sechs Bausteine, wobei wirtschaftliche Meilensteine wie ein Spitzenstellung im Festnetz- und Breitbandbereich eine genauso wichtige Rolle einnehmen wie qualitative Ziele wie beste Management-Teams und fehlerfreies Auftreten beim Kunden. Weil die Mitarbeiter bei diesem Change Mangement eine zentrale Rolle spielen, hat das Unternehmen zugesichert, bis März 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen oder Einkommensverluste zuzulassen. „Veränderung, davon bin ich überzeugt, ist zu einer Konstante in Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Das, was zu tun ist, lässt sich nicht auf die Zukunft verschieben, sondern muss hier und heute in Angriff genommen werden“, resümiert Friedrich Joussen, Geschäftsführer von Vodafone Deutschland.
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Weiterführende Links zum Thema:
Der Vodafone Nachhaltigkeitsbericht 2006/2007 als pdf zum Download
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