Im Fokus: Neuer Bayer-Nachhaltigkeitsbericht 2006
Die Übernahme von Schering, ein umfangreicher Stakeholderdialog sowie zahlreiche Aktivitäten zum Thema Klimaschutz – dass sind einige der Schwerpunkte des jetzt vorgestellten Nachhaltigkeitsberichtes der Bayer AG. UmweltDialog hat den Report näher analysiert und dabei einige interessante strategische Akzentuierungen ausgemacht.
Überhaupt legt Bayer mit seinem jüngsten Bericht ein hohes Maß an Transparenz zu Tage, was aktuelle und künftige Ziele und Maßnahmen betrifft. Hierbei ist die Differenzierung in strategische Schritte sowie ihre Operationalisierung in Maßnahmen und Projekten plausibel. Durch die Ergänzung von externen Bewertungen wird das Handeln bewusst dialogorientiert ausgerichtet. Der Aufbau ist wieder sehr strukturiert: Eine klare Gliederung und Binnenverweise zu weiterführenden Informationen erlauben es dem Leser, den Tiefengrad der Auseinandersetzung selbst zu bestimmen. In 2006 gab es dafür zu Recht den DURA-Preis als bester Nachhaltigkeitsbericht.
Was waren die Highlights seit dem letzten Bericht?
Das wichtigste Ereignis war zweifelsohne die Übernahme des Pharmawettbewerbers Schering. Damit stieg die Zahl der Mitarbeiter im Segment Bayer HealthCare von 28.200 auf über 51.000 Mitarbeiter und der Umsatz von 8 auf fast 12 Mrd. Euro. Geleitet hat die Integration der Bayer-Manager Lambert Courth, der dabei auf Termindruck Wert legte. Damit sollte die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit des neuen Unternehmens zügig sichergestellt und eventuelle Ungewissheiten bei den Mitarbeitern vermieden werden, so das Kalkül des Fusionsmanagers. Der Druck ergab sich dabei auch aus den Kosten: Bayer hat für die Schering-Übernahme 17 Mrd. Euro bezahlt und erwartet in den kommenden Jahren dank eines verbreiteteren Produktportfolios sowie „gut gefüllter Forschungs- und Entwicklungspipeline nachhaltige Erfolge“, so der aktuelle CSR-Report.
Foto: Bayer CSR Report 2006
Stakeholder bestätigen CSR als wichtiges Thema
Vorschläge kommen aber nicht nur von Seiten der Mitarbeiter: Im letzten Jahr hat der Bayer Konzern seinen Stakeholder-Dialog deutlich ausgeweitet und mit einer Befragung vertieft. 95 Prozent der Teilnehmer gaben dabei an, dass sie den Aspekt der Nachhaltigkeit in der chemisch-pharmazeutischen Industrie für wichtig bzw. sehr wichtig halten. Als zentrale Themen wurden dabei Klimaschutz, der Schutz von Süß- und Trinkwasser sowie die Verbesserung des Umweltschutzes in der Produktion genannt. Noch in diesem Jahr sollen die Erfahrungen der Befragung in eine neue konzernweite „Richtlinie Stakeholder-Dialog“ einfließen. Dabei erhofft man sich auch Anregungen durch den Global Compact, dessen Richtlinien für Partnerschaften mit NGO´s „mit Spannung erwartet“ werden.
Solche Guidelines werden, genauso wie die konzernübergreifenden Werte und Führungsprinzipien, unter dem Dach einer gemeinsamen Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt und mit jährlichen Zielen hinterlegt. Verantwortlich für die konzernweite Steuerung ist das „Bayer Corporate Sustainability Board“, dass darüber hinaus auch impulsgebende Initiativen anstoßen kann. In letzter Zeit waren dies vor allem Aktivitäten rund um das Trendthema Klimaschutz. So wurde etwa im Januar 2007 die Initiative „3C: Combat Climate Change“ und im Februar 2007 der internationale Klimaschutzappell „Global Roundtable on Climate Change“ umgesetzt.
Klimaschutz bietet Umsatzpotenziale
Im Bereich des Klimaschutzes verweist das Unternehmen aber nicht nur auf seine betriebsinternen Maßnahmen. Vielmehr eröffne der wachsende Bedarf an neuen Technologien und Materialien auch Zukunftsmärkte. Und damit schließt sich der Kreis von einer anfänglich ökonomischen Debatte über Umwelt- und Sozialstandards wieder hin zur wirtschaftlichen Säule von CSR. „Im gesamten Gebäudeheizungsbereich lassen sich mit Sanierungsmaßnahmen deutschlandweit mindestens 40 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr einsparen,“ erläutert Peter Vanacker, Vorstandsmitglied bei Bayer MaterialScience. Die Bundesregierung will die energetische Gebäudesanierung daher mit 1,4 Mrd. Euro Fördermitteln unterstützen. Bei Bayer setzt man in diesem Zusammenhang große Erwartungen an seine Produkte für PUR-Hartschaum, welcher seit Längerem schon als Dämmstoff zum Einsatz kommt. Künftig sollen die Anwendungsgebiete hier gezielt weiter ausgebaut werden.
Weitere Artikel zum Thema:
Weiterführende Links zum Thema:
Der Bayer CSR Report 2006 zum Download
Kontakt
Impressum
RSS
English Version



Drucken 
Senden
Leserbrief






