„Zukunftsgipfel 2009“ – Innovation und E-Mobilität als Wegweiser für die Automobilbranche
„Alles muss anders werden, um so zu bleiben wie es ist“. So könnte man das Ergebnis der Konferenz „Zukunftsgipfels 2009“ zusammenfassen. Namhafte Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Publizistik kamen der Einladung der BMW GRoup sowie der Wochenzeitung "Zeit" nach und trafen sich am Vorabend der offiziellen IAA Eröffnung auf dem Messestand des bayrischen Automobilherstellers. Unter der Überschrift „Nachhaltige Entwicklung im globalen Kontext“ diskutierten Sie die Zukunft der motorisierten Fortbewegung. Aus Frankfurt berichtet UmweltDialog-Redakteuerin Lisa Dahlheimer.
Zukunftsgipfel 2009, Bild: BMW
Elektromobilität im Zentrum der Diskussion
In Fischers Forderungen nach anderen Technologien, einem veränderten Umgang mit Ressourcen und mehr Effizienz sind sich auch die anderen Teilnehmer des Zukunftsgipfels 2009 einig. Dr. Norbert Reithofer, Vorstandsvorsitzender von BMW, betont, „das Automobil muss sich über Innovationen weiter entwickeln“. Die Verbrennungsmotoren müssen effizienter, die Hybridisierung des Autos muss voran getrieben und es muss verstärkt an Elektroantrieben gearbeitet werden, beschreibt er die notwendigen Anstrengungen der Automobilindustrie in Sachen Nachhaltigkeit. „Wir werden mehrere Wege gleichzeitig gehen müssen“, so Reithofer weiter. „Langfristig sind Hybridfahrzeuge für uns nur eine Übergangslösung. Vor allem für Ballungsräume wird ein Automobil auf Elektrobasis benötigt, und wir werden unsere Forschungsarbeit zu Wasserstoff-betriebenen Fahrzeugen fortsetzen“, erläutert er die Zukunftsperspektiven des Unternehmens. Ganz ohne Hybridisierung und ohne Elektromobilität gehe es jedoch nicht. Diese sogenannte E-Mobility stellt für alle Diskutanten die bisher aussichtsreichste nachhaltige Antriebsform der näheren Zukunft dar, auch wenn einige nachdenkliche und kritische Stimmen zu der Frage der Energiebilanz dieser Antriebsart aufkamen. Joschka Fischer merkt beispielswiese an, dass er Elektromobilität nur dann für sinnvoll halte, wenn man sie an erneuerbare Energien kopple – „Atomstrom ist in dieser Frage keine Alternative“.
Regine Günther, Leiterin Energie und Klima des WWF Deutschland, schlägt insgesamt eine andere Art der Problemannäherung vor: „Wir müssen vom Ziel her denken“ – und dieses sei die Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad Celsius. Das funktioniere für die Automobilwirtschaft zwar unter anderem durch gesteigerte Effizienz und Elektromobilität, aber auch über Antriebe, die noch gar nicht gedacht werden. Günther fordert: „Es müssen neue Wege gefunden und gegangen werden“ und fügt kritisch hinzu, dass eine bloße Orientierung an politisch vorgegebenen Grenzwerten nicht genügt. Neue Wege fordert auch Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und nun stellvertretender Vorsitzender des Rats für Nachhaltige Entwicklung: „Ich erwarte, dass jedes Automobilunternehmen zu einem Mobilitätsunternehmen wird“. Andernfalls entwickle sich die derzeit automobile Gesellschaft, allein durch die Zunahme der Weltbevölkerung, hin zu einer immobilen Gesellschaft.
Vom Automobil zur Mobilität
Dr. Norbert Reithofer im BMW Vision Efficient Dynamics, Bild: BMW
Der BMW Vision Efficient Dynamics
Als einen konkreten Vorschlag der Automobilbranche für nachhaltige Mobilität stellt Dr. Klaus Draeger, Mitglied des BMW Vorstandes, den neuen BMW Vision EfficientDynamics vor. Dieser seriennahe futuristisch anmutende Premiumwagen des Münchner Unternehmens, verbraucht nach Angaben des Herstellers 3,76 Liter je 100 km und hat einen CO2 Ausstoß von 99g/km. Das Hybrid-Fahrzeug weise damit Verbrauchs- und Emissionswerte eines modernen Premium-Kleinwagens auf, so Draeger. Auf die Frage Joseph Joffes, Herausgeber DIE ZEIT und Moderator der Diskussion, welchen CO2-Flottenwert BMW für das Jahr 2020 anstrebe, antwortet Reithofer: „Wir müssen bis 2020 einen Wert von 115g/km erreichen, gehen Sie davon aus, dass wir das schaffen“. Die unternehmenseigenen Ziele gingen über diese Forderung der Politik hinaus.
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BMW TV-Beitrag zu Mobilität im 21. Jahrhundert
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