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Mädchen auf Schulbank: Geschwister folgen dem Beispiel

In Entwicklungsländern profitieren Kinder davon, wenn ihre große Schwester eine Schule besucht. Ihre Chance erhöht sich damit, auch selbst eine gute Ausbildung zu bekommen. Das berichtet die Entwicklungsökonomin Annika Lindskog von der Universität Göteborg. Anhand des Bildungs-Werdegangs äthiopischer Familien konnte sie zeigen, dass Geschwister einen Schlüssel für die Bildung darstellen.
Foto: Mpigapich/flickr.com
10.06.2011 Göteborg (UD/pte) - Lindskog forschte in Amhara, einer sehr ländlich geprägten Region Äthiopiens. Das Bildungsniveau und auch die Lesefähigkeit ist hier unter Erwachsenen allgemein sehr niedrig. Seit 1995 wurden große Anstrengungen im Schulbereich unternommen, was den Schulbesuch bei Kindern auch deutlich gesteigert hat. Trotz erleichtertem Zugang besuchen auch weiterhin nicht alle Kinder eine Schule. Die Wissenschaftlerin erhob, welche Faktoren für die Alphabetisierung günstig auswirken.

„Gehen Kinder zur Schule, so steigt die Chance dafür auch für die nachfolgenden Geschwister deutlich. Am stärksten tritt dieser Effekt beim Schulbesuch einer Schwester auf, selbst wenn diese nicht mehr im selben Haushalt wohnt", berichtet Lindskog. Gebildete Mädchen sind somit wichtig für den Erfolg jüngerer Geschwister. „Sie sind Rollen-Vorbilder und helfen ihren Familien finanziell. Außerdem verändert der Schulbesuch von Geschwistern auch häufig den Wert, den eine ganze Familie der Bildung beimisst – besonders dann, wenn Eltern und frühere Generationen nicht zur Schule gegangen sind", so die schwedische Forscherin.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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