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Weltwassertag: Jeden Tag sterben 4.000 Kinder

Am Weltwassertag wies Save the Children darauf hin, dass weltweit 900 Millionen Menschen kein sauberes Wasser haben. Mehr als 2,5 Millionen haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. „In Haiti zum Beispiel müssen sich bis zu 2.000 Menschen eine Toilette teilen“, so Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. „Sauberes Wasser ist vor allem für Säuglinge und Kleinkinder überlebenswichtig.“
Trinkwasserproplematik in Afrika, Foto: Laura Melo/WFP
23.03.2010 Berlin (UD/na-el) -  Anlässlich des diesjährigen Weltwassertags warnte auch die Umweltschutzorganisation WWF vor den humanitären und ökologischen Folgen mangelhafter oder gar fehlender Abwassersysteme. Weltweit müssten 2,5 Milliarden Menschen und damit über ein Drittel der Weltbevölkerung ohne entsprechenden Anschluss auskommen. "Wenn Abwässer ungereinigt in den natürlichen Kreislauf gelangen leidet die Natur und damit auch der Mensch, da dessen Trinkwasser negativ beeinträchtigt wird", warnt Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF Deutschland.
 
Durch ungeklärte Abwässer und andere Schadstoffeinträge würden Seen, Flüsse, Feuchtgebiete und das Grundwasser immer mehr belastet. Das bleibe, so der WWF-Experte, auch nicht folgenlos für die Bevölkerung, die diese Vorkommen nutze. "Mehr als fünf Millionen Menschen, meist Kinder, sterben jährlich an den Folgen einer schlechten Wasserversorgung", sagt Geiger. Insgesamt leben weltweit eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser.
 
Diese Versorgungsproblematik sei, so der WWF, nur durch ein nachhaltiges Management zu lösen, eine effektive und konsequente Behandlung von Abwässern und die Erhaltung natürlicher Wasserressourcen und Ökosysteme. "Wer sauberes Trinkwasser für die gesamte Weltbevölkerung will, der muss auch die Defizite in der Abwassereinigung angehen", sagt Martin Geiger. Außerdem müsse die Bedeutung der natürlichen Reinigungsfunktion von Feuchtgebieten und Flüssen besser verstanden und geschützt werden. "Um zukünftige Konflikte um Wasserressourcen zu vermeiden, muss die Staatengemeinschaft endlich Pläne und Mechanismen für eine nachhaltige, grenzüberschreitende Wasserbewirtschaftung entwickeln", fordert Geiger. Aufgabe der Industrie sei es, dies zu unterstützen und zu fördern. Vor allem der Agrar-Sektor, der am weltweiten Wasserbedarf einen Anteil von 70 Prozent hat, sei dazu verpflichtet. Immerhin trage die Landwirtschaft durch Pestizide und Dünger maßgeblich zur Verschmutzung bei.
 
Auch in der EU sieht der WWF weiterhin Handlungsbedarf. Ganze Regionen, wie etwa in Rumänien oder Portugal müssten ohne ausreichende Abwassereinigung auskommen. Deutschland stellt der WWF insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Immerhin haben in der Bundesrepublik annähernd 100 Prozent der Bevölkerung Anschluss an das zentrale Abwassersystem, bei gleichzeitig hoher Überwachung der Prozesse. Doch auch hier sieht Martin Geiger Problemfelder, die es zu lösen gelte: "Es besteht zunehmend die Gefahr von Belastungen durch Medikamentreste." Und die stammten nicht nur von Chemie- und Pharmaunternehmen. Vielmehr zähle jeder Einzelne zur breiten Masse der Verursacher - sofern er Medikamente einnimmt. Denn ein Teil der Wirkstoffe werde ausgeschieden, die Toilette hinuntergespült und könne nur bedingt herausgefiltert werden. "Die Problematik wird sich in einer alternden Gesellschaft noch weiter verschärfen und kann nur durch effektivere Reinigungstechniken gelöst werden", sagt Geiger.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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