Wasseraufbereitung in armen Ländern scheitert
Viele Wasseraufbereitungssysteme, die in ärmeren Ländern angeboten werden, sind nutzlos. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der University of East Anglia in Norwich. Die Systeme scheitern meist daran, dass sie viel zu wenig genau auf ihre Effektivität hin untersucht wurden. Die meisten Methoden basieren auf der Desinfektion des Wassers durch Chlortabletten und UV-Bestrahlung oder auf Filtrierung mit Keramik- oder Sandfiltern.
Foto: Fred Noy/UN Photo
Hunter fordert nun, dass Wasseraufbereitungsprogramme, ehe sie in großem Stil angewendet werden, ebenso rigoros untersucht werden sollen wie Medikamente. "Die Desinfektion von Haushaltswasser scheint keine Vorteile für die öffentliche Gesundheit zu haben", so Hunter. Er wäre jedenfalls hoch erfreut darüber, wenn es eine Studie geben würde, die eindeutige Beweise liefern würde.
"Nicht nur Trinkwasser, sondern auch Nahrungsmittel sollen stärker ins Zentrum des Interesses rücken, wenn es um die Bekämpfung von Durchfallerkrankungen geht", so Cairncross. "Fäkalkeime finden in gekochten Nahrungsmitteln paradiesische Bedingungen, denn sie können sich massenhaft vermehren." Das geschehe im Wasser nicht.
Experten wie Bruce Gordon, Leiter des WHO-Department für Wasser, Abwasser und Hygiene widerspricht den Forschern allerdings. "Die Lieferung von sauberem Trinkwasser ist absolut notwendig. Verseuchte Wasserquellen stellen ein großes Problem für Entwicklungsländer dar." Möglicherweise habe die Intervention zur Bereitstellung von sauberem Trinkwasser heute noch wenig Bedeutung. Das habe man über Moskitonetzen vor zehn Jahren auch behauptet.
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