UNHCR: Asylrecht als Grundsäule effektiver Menschenrechtspolitik
Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) sieht in Menschenrechtsverletzungen weiterhin eine Hauptursache für globale Flucht und Vertreibung. Die Institution des Asyls bleibe deshalb eine „Grundsäule effektiver Menschenrechtspolitik". Hauptherkunftsländer von Asylsuchenden in Europa seien der Irak, Afghanistan und Somalia. In diesen Konfliktgebieten seien allgemeine Gewalt, aber auch gezielte, systematische und massive Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung, so der UNHCR-Vertreter Michael Lindenbauer.
Afghanische Frauen im Fluechtlingslager in Pakistan. Foto: United Nations Photo/Eskinder Debebe
Der UNHCR-Vertreter wies darauf hin, dass viele der Asylsuchenden in Deutschland und Europa aus diesen Krisengebieten stammten. Nicht zufällig seien der Irak, Afghanistan und Somalia Hauptherkunftsländer von Asylsuchenden in Europa.
In all diesen Konfliktgebieten seien allgemeine Gewalt, aber auch gezielte, systematische und massive Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung, und führten zu einem Bedarf an internationalem Schutz für viele geflohenen Menschen, so Lindenbauer. Sie richteten sich gegen ethnische Minderheiten und erfolgten als Mittel der politisch motivierten Verfolgung. Unübersehbar sei in vielen Staaten zudem eine wachsende religiöse Intoleranz, die allzu oft die Schwelle der Gewalttätigkeit und Verfolgung überschreiten würde. Daraus müsse man den Schluss ziehen: „Ohne funktionierende Asylsysteme gibt es keinen wirksamen Schutz von Menschenrechten", so der UNHCR-Vertreter.
Lindenbauer appellierte deshalb auch an die Bundesregierung, „im Sinne einer effektiven Menschenrechtspolitik dem Flüchtlingsschutz hohe Priorität einzuräumen". Ohne Deutschland als Motor sei eine wirksame, auf hoher Qualität und breiter Solidarität beruhende weitere Harmonierung europäischer Asylpolitik nicht denkbar.
Ferner rief er die Bundesregierung dazu auf, sich in Zusammenarbeit mit UNHCR an regelmäßigen Programmen zur Neuansiedlung von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen aus Erstzufluchtsstaaten (Resettlement) zu beteiligen. Lindenbauer: „Deutschland hat hier bereits ein sehr positives Zeichen mit der Aufnahme von 2.500 irakischen Flüchtlingen gesetzt. Nun gilt es, diesem wichtigen Baustein einer aktiven Menschenrechtspolitik ein solides Fundament für die Zukunft zu geben.“
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