Menschenrechte und Medienfreiheit im Iran
Rund 500 Menschen haben in Berlin auf dem Potsdamer Platz die Einhaltung der Menschenrechte im Iran gefordert. Viele Teilnehmer waren in schwarz gekleidet und legten weiße Blumen nieder, in Gedenken an die mindestens 30 Menschen, die seit der Präsidentschaftswahl am 12. Juni getötet worden sind.
Für Menschenrechte im Iran, Fotos: Amnesty International, Jens Liebchen
"Im Iran werden seit sechs Wochen die grundlegenden Rechte mit Füßen getreten. Die Menschenrechte gehen uns alle an, deshalb zeigen wir Solidarität und machen Druck", sagte Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Die internationale Staatengemeinschaft - und dazu zähle natürlich auch die Bundesregierung - müsse sich für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran mit Nachdruck einsetzen und dürfe es nicht bei Lippenbekenntnissen belassen, forderte Lüke.
Ihrem einführenden Redebeitrag auf der Veranstaltung folgten eine Schweigeminute, das Verlesen von Namen inhaftierter Iraner und der Bericht eines in Deutschland lebenden Iraners, Sahand Zamani, dessen Cousin Sohrab Arabi bei den Unruhen getötet worden war.
Anschließend sprach Gemma Pörzgen, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen: "Ohne Presse- und Meinungsfreiheit bleiben die Opfer der staatlichen Unterdrückung unsichtbar, ohne unabhängige Berichterstatter können die iranischen Machthaber unbeobachtet und ohne Kontrolle weiter die Menschenrechte verletzen. Wir fordern die Führung in Teheran auf, unabhängige Journalisten in ihrer Arbeit nicht mehr zu beschränken und auch Journalisten aus dem Ausland einreisen zu lassen."
Nach offiziellen Angaben wurden bisher mehr als 2.000 Menschen festgenommen, mindestens 40 Journalisten und Blogger sind inhaftiert. Anlass für die Proteste war die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinedschad am 12. Juni 2009.
Menschenrechtsorganisationen und engagierte Menschenrechtsverteidiger, darunter Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die International Campaign for Human Rights in Iran, Human Rights Watch, Reporter ohne Grenzen, Amnesty International, International Federation of Human Rights riefen deshalb zu dem globalen Aktionstag auf, der auf umfassende Resonanz stieß - von Australien über Burkina Faso und die Türkei bis hin zu den USA.
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