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Umweltverbände kritisieren FSC-Baumplantagen

Anlässlich der diesjährigen Mitgliedsversammlung des Forest Stewardship Council (FSC) in Kapstadt wurde ein offener Brief an die FSC-Mitglieder verteilt, in dem der FSC aufgefordet wird: "mit höchster Priorität das ernsthafte Problem des FSC, nämlich die Zertifizierung von Monokulturplantagen, zu lösen."
Foto: Marion Book
26.11.2008 Kapstadt (UD) - Wally Menne von der südafrikanischen Timberwatch Coalition erklärt, dass der FSC für die Zertifizierung von Wald gegründet wurde. Plantagen hätten nichts mit natürlichen Wäldern gemeinsam und hätten somit niemals in die Zuständigkeit des FSC fallen sollen. Die Zeit für den FSC sei gekommen, die Zertifizierung von Baumplantagen zu beenden.
 
Ein anderer südafrikanischer Aktivist, Philip Owen von Geasphere, fügte hinzu, dass Holzplantagen zur Erschöpfung ohnehin knapper Wasservorräte geführt hätten, was die Plantagen anfällig für Brände machte. "Brände, wie sie kürzlich Südafrika und Swasiland heimsuchten mit der Folge, dass es Tote gab und viele Menschen dabei ihre Heimat verloren." Wie Owen erklärte, seien diese Plantagen alle FSC-zertifiziert.
 
"Durch die Zertifzierung solcher Plantagen stärkt das FSC große Holzfirmen, die Mitglied des FSC sind, und schwächt die Bemühungen der heimischen Bevölkerung, die darum kämpft, ihr Land und ihre Ressourcen zu erhalten", sagte Marcelo Calazans von der brasilianischen NGO FASE, und fügte hinzu, dass das FSC durch die Zertifizierung dieser Plantagen seine Glaubwürdigkeit vollkommen verloren habe.
 
Nachdem Feuer die "Pigg`s Peak"-Region in Swasiland zerstört hatten, kommentierte Nhlanhla Msweli von Geasphere Swasiland: "Unsere Erfahrung ist, dass Plantagen den Gemeinden in der Region nichts Gutes gebracht haben - stattdessen brachten sie nur Schmerz und Sklaverei." Er fasste die Situation so zusammen: "Wir können diese Plantagen direkt für die Armut in der Region verantwortlich machen, sie führen zur Vertreibung der Menschen. Sie werden ausgebeutet und erhalten wenig als Entschädigung. Wir prangern die Plantagen dafür an, dass sie umweltzerstörend sind, und die Firmen dafür, dass sie sich für die verursachten Schaden nicht verantwortlich fühlen."
 
Nathalia Bonilla von Accion Ecologica in Ecuador konnte ihre Frustration nicht unterdrücken, denn trotz all der vorgelegten Beweise über die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen seien die FACE-PROFAFOR- und Endesa/Botrosa-Plantagen im Land immer noch von FSC zertifiziert. Sie fügte hinzu, dass der kritisierte Zertifizierer GFA derzeit in Ecuador sei, um die Endesa/Botrosa-Plantagen zu prüfen. Sie sagte: "Wir befürchten, dass die Meinung der Gemeinden nicht beachtet wird und dass die Firma ihre destruktiven Aktivitäten unter der Absegnung des FSC wird weiter fortführen können."
 
"Mehrere Jahre lang haben wir die Auswirkungen von Monokulturbaumplantagen dokumentiert und detaillierte Studien aus mehreren Ländern veröffentlicht: Brasilien, Chile, Ecuador, Indonesien, Kambodscha, Uganda, Uruguay, Südafrika, Swasiland, Thailand und anderen. Anstatt daraus zu lernen, hat das FSC den Weg gewählt, diese Beweise zu ignorieren und mit der Zertifizierung eigentlich nicht zertifizierbarer Plantagen fortzufahren", erklärte Ricardo Carrere vom World Rainforest Movement.
 
Der offene Brief, der von über 3600 Organisationen und Personen auf der ganzen Welt unterschrieben ist, fordert "die FSC-Mitglieder auf, die mit uns das Anliegen teilen, Menschen zu schützen und die Natur von der Zerstörung durch Plantagen zu bewahren, ihre Stimmen in der kommenden Mitgliederversammlung zu erheben und so dazu beizutragen, den dringend benötigten Wandel herbeizuführen."
 
Die Dringlichkeit dieses Wandels wird in dem Brief wie folgt ausgedrückt: "Jetzt ist für die FSC-Mitglieder - insbesondere die aus der Umwelt- und der Sozialkammer - die Zeit gekommen, Stellung zu beziehen: entweder die Geschäfte laufen zu lassen wie bisher oder für einen Wandel zu kämpfen; weiterhin die Interessen von großen Unternehmen der Forst- und Papierindustrie zu schützen oder für die Rechte der betroffenen Menschen und der Natur einzustehen; weiterhin zu aktzeptieren, dass Plantagen als eine 'Waldart' gesehen werden, oder zuzustimmen, dass sie nichts miteinander gemeinsam haben; schädliche Landnutzung als ökologisch durchgehen zu lassen oder die soziale und ökologische Zerstörung zu beenden."


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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