Baby-Boomer lässt der Klimawandel kalt
Klimawandel ist ein Problem, das besonders alten Menschen zu schaffen macht. Gleichzeitig gehört die Baby Boomer-Generation, die bald in die ältere Gesellschaftsgruppe vorrückt, zu den größten Mitverursachern des Klimawandels. Zu diesem Schluss kommt eine schwedisch-britische Forschergruppe in einem Bericht. „Die Überalterung der Gesellschaft wird den Klimawandel zusätzlich verschärfen", so der Berichtsautor Gary Haq von der Universität York.
Foto: Wanderlinse, Flickr.com
Besonders brenzlig ist die Angelegenheit, da sich der Konsumstil der Baby-Boomer mit deren Alterung in Schichten verschieben wird, in denen bisher weniger konsumiert wurde. „Sofern die Pensionssysteme nicht kippen, werden sie weiter Fernreisen machen und einen sehr aktiven Lebensstil pflegen. Dazu trägt auch bei, dass sie sich noch länger guter Gesundheit erfreuen werden als bisher bei Senioren üblich." Befragungsergebnisse der Forscher zeigen, dass diese Gruppe zwar bereit ist, zum Klimaschutz beizutragen, gleichzeitig ist sie ungewiss, was sie dabei am besten tun können.
„Pensionisten haben wesentliche Ressourcen, mit denen Sie aktiv werden können", so Haq. Was zählt, ist vor allem die Weitergabe von Lebenserfahrung, sowie auch die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Einsatz. „Diese ergibt sich eher aus ihrem eigenen Antrieb statt aus einem bloß vermeintlichen Mehr an Freizeit. Denn Ältere sind heute weit aktiver als ihre Elterngeneration." Bisher fokussieren jedoch fast alle Klimaschutz-Maßnahmen jüngere Altersschichten.
Um Klima in dieser Gesellschaftsgruppe zur Sprache zu bringen, liefern die Forscher zehn Ratschläge. Vorurteile müssen beseitigt werden, wie etwa jenes, dass Senioren unfähig zu Engagement, passiv oder uninteressiert seien. Wichtig ist, sie näher kennen zu lernen, auf vertraute Akteure zurück zu greifen, Gespräche mit Gleichaltrigen und geeignete Rahmen dafür zu wählen sowie positive Botschaften zu liefern. Vorbilder aus dem realen Leben sind entscheidend, ebenso Einbeziehung und größtmögliche Teilnahme im Dialog. Schließlich gilt es sicherzustellen, dass die Vorbedingungen für Veränderung gegeben sind.
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