UN-Klimakonferenz in Bonn vertagt CO2-Minderung erneut
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht im nahezu ergebnislosen Ausgang der zweiwöchigen Bonner Klimaverhandlungen nicht nur eine Missachtung heutiger Notwendigkeiten zum Schutz des Klimas, sondern auch eine Missachtung der berechtigten Erwartungen künftiger Generationen. Mit Verweis auf die USA, die nicht zu den Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Klimaschutzabkommens gehören, hätten sich die Industriestaaten erneut vor verbindlichen und ausreichenden Zusagen zur Minderung der CO2-Emissionen gedrückt.
Foto: NASA
Die Industriestaaten hätten zwar die Minderung ihrer gemeinsamen CO2-Emissionen um bis zu 18 Prozent angekündigt. Dies seien jedoch lediglich Absichtserklärungen, die ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen nicht ersetzen könnten. Hinzu komme, dass auch diese angekündigten Ziele die globalen Emissionen kaum senken würden. Sollten Schlupflöcher wie das Anrechnen von Wäldern als CO2-Senken oder der Verkauf ungenutzter Emissionsrechte aus der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls nicht geschlossen werden, könnte am Ende der zweiten Geltungsperiode sogar ein Anwachsen der Klimagas-Emissionen stehen.
Antje von Broock, Expertin für internationale Klimapolitik beim BUND: "Die Industriestaaten spielen ein hochriskantes Spiel, wenn sie verbindliche Klimaschutzzusagen immer wieder verschieben. Bis zum nächsten Weltklimagipfel Anfang Dezember im mexikanischen Cancun gibt es nur noch zwei Wochen für Verhandlungen. Leider wird es zunehmend unwahrscheinlich, dass in Mexiko ein unterschriftsreifes Kyoto-Anschlussabkommen vorliegt."
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