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2-Grad-Initiative fordert von Deutschland Vorreiterrolle

Führende deutsche Unternehmer und Spitzenmanager mahnten in Berlin eine Führungsrolle Deutschlands beim Klimaschutz an. Diese Rolle müsse konsequent durch Forschung und Innovationen untermauert werden, so Dr. Michael Otto auf einer Veranstaltung der Initiative „2 Grad - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“. Die Veranstaltung fand in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG in Berlin statt.
03.03.2010 Berlin (UD/pm) - Im Zentrum dieser konzertierten Aktion von Wirtschaft und Politik sollen konkrete, groß dimensionierte Durchbruchprojekte stehen. Diese sollen durch Förderung von Forschung, Innovationen und Technologietransfer aus der Wissenschaft in den Mittelstand begleitet werden. Dabei sei es zentral, sich nicht ausschließlich auf die Technologieförderung und ökonomische Instrumente zu konzentrieren. Gerade gesellschaftliche Innovationen müssen künftig besser analysiert und modelliert werden.

Eine Befragung von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft hatte im Vorfeld ergeben, dass Innovation und Forschung nicht nur neue Technologien und ökonomische Antworten hervorbringen sollten. Insbesondere die Voraussetzungen für einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise sollten besser verstanden und beforscht werden, so das Meinungsbild der 130 teilnehmenden Experten der Befragung.

Die in der Initiative „2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ verbundenen Unternehmer sehen eine Chance für den Klimaschutz in gemeinsamen, konkreten Maßnahmen von Wirtschaft und Politik. Die deutschen Unternehmer wollen künftig verstärkt klimafreundlichere Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen. Dazu setzen sie auf den schnelleren und besseren Transfer von wissenschaftlicher Forschung in die Unternehmenspraxis.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan: „Die 2-Grad-Initiative ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass deutsche Unternehmer ihre globale Verantwortung ernst nehmen. Nur wenn wir Strategien entwickeln, um die Natur zu schonen und besser und nachhaltiger zu wirtschaften, ermöglichen wir auch den kommenden Generationen das Leben auf der Erde. Die Bundesregierung meint es ernst mit ihrem Engagement. Seit dem Jahr 2007 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Investitionen für Forschung zum Umgang mit dem Klimawandel von etwa 85 Millionen Euro auf über 250 Millionen Euro pro Jahr angehoben. Mit dem neuen Rahmenprogramm „Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ investieren wir zwei Milliarden Euro bis zum Jahr 2015.“

Dr. Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group: „Nach dem Rückschlag des Klimagipfels von Kopenhagen muss Deutschland vorleben, dass Wohlstand und emissionsarmes Wirtschaften Hand in Hand gehen. Jetzt brauchen wir greifbare Innovationen, um das notwendige gesellschaftliche Umdenken voranzutreiben. Wenn wir den Schwellenländern zeigen, dass sich mit Klimaschutz und technologischen Durchbrüchen Wohlstand mehren lässt, dann erhöhen wir auch die Chancen für ein ambitioniertes internationales Klimaschutzabkommen.“

Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgeforschung (PIK): „Die Wissenschaft prüft seit Jahrzehnten, was an der Theorie des vom Menschen verursachten Klimawandels dran ist. Leider muss die Forschung in aller Deutlichkeit immer wieder bestätigen, dass die globale Erwärmung real ist und – was mindestens so bedenklich ist – die verbleibende Zeit für die Wahrung des Zwei-Grad-Ziels mehr als knapp wird. Daher sollten Wissenschaft und Wirtschaft endlich einen großen Schritt nach vorne wagen und neue Forschungsallianzen bilden. Ohne eine erhebliche Intensivierung der relevanten Technologieforschung ist es unwahrscheinlich, dass der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wohlstandsgesellschaft rechtzeitig gelingt.“

Niels Stolberg, geschäftsführender Gesellschafter der Beluga Shipping GmbH: "Politik und Unternehmen müssen jetzt gemeinsame Durchbruchprojekte definieren, um so die Energieversorgung und die Mobilität der Zukunft auf den Weg zu bringen. Ein Innovationsfonds für innovationsstarke Unternehmen und eine steuerliche Gutschrift für Forschungsaufwendungen von Unternehmen wären ein wichtiges Signal.“

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