Luftverschmutzung Asiens stoppt Erderwärmung
Dicke, graue Smogwolken über weiten Teilen Asiens haben auch ihre positive Seite. Sie reflektieren das Sonnenlicht ins All zurück. Forscher um Dave Shindell vom vom NASA Goddard Institute for Space Studies haben nun errechnet, wie und wo die Luftverschmutzung von Kohlekraftwerken den Treibhauseffekt verlangsamen kann. Zum Jubel besteht allerdings kein Anlass, denn ausgerechnet gesundheitsschädliche Aerosole tragen dazu bei.
Foto: Jacques Descloitres/NASA
Die Studie zeige deutlich das fundamentale Ungleichgewicht und die Ungerechtigkeit des anthropogenen Klimawandels. "Erfreuen wir uns jetzt und lassen wir andere dafür bezahlen", so Meinrat Andreae, Aerosol-Experte am Max Planck-Institut für Chemie in Mainz, der nicht an der Studie teilgenommen hat. "Die dreckigen Kohlekraftwerke könnten hier als sehr primitive Art des Geo-Engineering gesehen werden."
"Eine andere Tatsache ist, dass Aerosole relativ kurzlebig sind und nur für wenige Tage oder Wochen in der Atmosphäre bleiben, während Treibhausgase hunderte Jahre dort verweilen", meint Greenpeace-Klimaexperte Jurrien Westerhof. Seit Jahrzehnten gebe es die Diskussion um Aerosole als Klimawandelbremse. Das sei ein gefährliches Spiel, so der Experte.
Erst im Vorjahr hat Shindell untersucht, wie sensitiv verschiedene regionale Klimate auf Veränderungen von CO2, Ozon und Aerosole reagieren. Besonders betroffen sind Regionen in mittleren und hohen geographischen Breiten. Im Modell sind die Wissenschaftler zum Schluss gekommen, dass die Aerosole für 45 Prozent oder mehr für die Erwärmung der Arktis in den vergangenen drei Dekaden verantwortlich sind.
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