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Klimawandel setzt Asiens Megastädten schwer zu

Dhaka, Jakarta und Manila sind die asiatischen Großstädte, die in Zukunft am meisten mit dem Klimawandel zu kämpfen haben. Das berichtet die Umweltschutzorganisation WWF in der soeben veröffentlichten Studie "Mega-Stress for Mega-Citys". Untersucht wurden elf Ballungszentren Asiens, die an Küsten oder Flussmündungen liegen und besonders den natürlichen Extremereignissen ausgeliefert sind, die man infolge der Erderwärmung für die Zukunft erwartet. Sie werden es aus eigener Kraft kaum schaffen, ihre Bevölkerung und Vermögenswerte vor den zu erwartenden Katastrophen zu schützen, so die Meinung der Experten.
19.11.2009 Hongkong (UD/pte) - Die Region Dhaka ist die laut Bericht am stärksten vom Klimawandel betroffene Megacity. Die Hauptstadt Bangladeschs, deren Bevölkerung im Jahr 2025 von derzeit 13 auf 25 Mio. anwachsen wird, liegt am Delta des Ganges-Brahmaputra und kämpft schon heute mit Überlastung, steigender Verschmutzung und Armut. Der Boden der ohnehin nur knapp über dem Meeresspiegel liegenden Stadt sinkt jährlich, gleichzeitig lässt der steigende Meeresspiegel das Salz im Grundwasser immer weiter landeinwärts dringen und gefährdet das Trinkwasser sowie die Reis- und Weizenernte der Region.

Das Wasser stellt die größte Bedrohung der Großstadt dar, da einerseits Regenfälle in der Monsunsaison langfristig zunehmen, andererseits immer wieder Flutwellen über die Flussmündung aus dem Meer eindringen. Weitläufige Mangrovenpflanzungen schützen die Küstenregion zwar schon heute, können jedoch kaum etwas gegen die stärksten Stürmen ausrichten, die bereits 1970 und 1991 hunderttausende Todesopfer forderten. Zuletzt 2004 wurden drei Viertel der Ernte in Bangladesch zerstört und Mio. Menschen wurden obdachlos. Viele von ihnen siedelten sich in Folge auf besonders überflutungsgefährdeten Stellen ohne Infrastruktur an.

Großstädte brauchen Hilfe

Möglichkeiten der Anpassung an die Klimaänderungen gibt es in Bangladesch laut WWF wenig. Sei dies zwar in der Metropole des Landes in finanzieller Hinsicht noch am ehesten möglich, würde der hohe Grundwasserverbrauch durch die Errichtung mehrstöckige Häuser und Immobilien die Handlungsfähigkeit sehr beschränken. Einige Beispiele für Klimaschutz gibt es in Bangladesch allerdings - wenn auch bloß auf regionaler Ebene und nur im kleinen Maßstab. Der WWF zählt dazu die Diversifizierung von Erntepflanzen, Systeme des Wassermanagements oder auch die Bepflanzung von Überschwemmungsgebieten.

Nach Dhaka, Jakarta und Manila folgen in der Reihung der am meisten bedrohten Städte Kalkutta, Phnom Penh, Ho Chi Minh-City, Shanghai, Bangkok, Hongkong, Kuala Lumpur und Singapur. Die wenigsten davon könnten die nötige Anpassung aus eigener Kraft schaffen, so Kim Carstensen, der Leiter des internationalen WWF-Klimaprogramms. "Die politische Führung dieser Städte braucht dringend Hilfe von der industrialisierten Welt - in Form von finanzieller Unterstützung, technologischer Kooperation und Maßnahmen, die ihre Kompetenzen erweitern." Es sei zu hoffen, dass Maßnahmen zur Klimaanpassung und CO2-armen Wirtschaften auf dem baldigen Gipfeltreffen asiatisch-pazifischen Staaten (APEC) vorangetrieben würden.

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