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Global Compact Deutschland: Arno Tomowski im Interview

Gleich zwei neue, verantwortungsvolle Posten übernahm Arno Tomowski im Februar dieses Jahres: Seitdem ist er Leiter der Stabsstelle Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und gleichzeitig Leiter der Geschäftsstelle des Deutschen Global Compact Netzwerkes. Mit UmweltDialog sprach Tomowski über seine bisherige Laufbahn, seine neuen Aufgaben und Pläne.
Arno Tomowski. Foto: GIZ
09.05.2011 Berlin (UD/jb) - UmweltDialog (UD): Herr Tomowski, seit kurzem sind Sie neuer Leiter der Stabsstelle Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bei der GIZ. Was haben Sie vor dieser Tätigkeit gemacht?

Arno Tomowski: Eine Hälfte meines Berufslebens habe ich in der Wirtschaft im Business Development und Vertrieb gearbeitet, die andere Hälfte in der internationalen Zusammenarbeit bei der früheren GTZ und Weltbank. Auslandsaufenthalte in Washington, Jakarta und Vietnam nach der Öffnung haben mein Verständnis für Wirtschafts- und Projektentwicklung geprägt. Bis Dezember letzten Jahres war ich für einen deutschen Konzern in Japan tätig.  

UD: Sind mit der Fusion zur GIZ strategische Veränderungen geplant?

Tomowski: Ganz sicher, allein durch die neue Ausrichtung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) werden sich erhebliche Veränderungen ergeben. Auch der neue Gesellschaftszweck der GIZ in der internationalen Zusammenarbeit wird die Zukunft der GIZ prägen.

UD: Wie kommt es, dass die Geschäftsstelle des Deutschen Global Compact Netzwerkes (DGCN) an die GIZ angegliedert ist, und welche Vorteile ziehen die Teilnehmer daraus?

Tomowski: Die ersten Aktivitäten des Global Compact in Deutschland fanden im Rahmen der  Initiative „German Friends of the Global Compact“ statt. Das Interesse auf Unternehmerseite war schon damals hoch, und der Ruf nach einer Koordinierungsstelle des Global Compact in Deutschland wurde laut. Auf Wunsch der Wirtschaft und im Auftrag des BMZ übernahm 2001 die GIZ (damals noch GTZ) die Aufgabe. Damit war der Grundstein für das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) gelegt, welches heute in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt und der Internationalen Handelskammer Deutschland arbeitet.

Die Teilnehmer profitieren von der GIZ als „honest broker“ mit sehr viel Erfahrung in der Arbeit in und mit Netzwerken. Als Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit hat die GIZ natürlich immer die internationale Perspektive im Blick. Gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern bestehen viele Anknüpfungspunkte mit den Themen des Global Compact.

UD: Im Februar wurden Sie auch zum Leiter der Geschäftsstelle des DGCN ernannt. Was sind Ihre Aufgaben und Schwerpunkte in Ihrer neuen Funktion, wo setzen Sie dabei persönlich Ihre Akzente und Ziele?

Tomowski: In Bezug auf das DGCN: Netzwerkstrukturen stärken und bekannter machen. Im Jahr 2020 will der GC 20.000 Teilnehmen haben. Wir wollen uns nicht nur qualitativ verbessern, indem wir unsere Formate kontinuierlich weiterentwickeln, sondern auch quantitativ, indem wir weitere Unternehmen für die Mitarbeit im deutschen Global Compact Netzwerk interessieren. Darüber hinaus verstehe ich mich als Dienstleister.

UD: Wie sieht die Koordination zwischen der Geschäftsstelle des DGCN und dem Global Compact Büro in New York aus, und welche Funktion übernehmen Sie dabei?

Tomowski: Die Geschäftsstelle steht in engem Dialog mit dem Global Compact Office in New York: Wir tauschen uns über die Schwerpunkthemen aus und diskutieren die konzeptionelle Weiterentwicklung der Agenda des Global Compact, damit der GC weiterhin in der internationalen Nachhaltigkeitsdiskussion ganz vorne mit dabei bleibt. Und natürlich spiegeln wir auch die Interessen deutscher Unternehmer gegenüber dem GC Büro in New York. Auf den DGCN Arbeitstreffen ist die Rolle der Geschäftsstelle auch, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, um eine offene Diskussion zwischen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu begünstigen und für einen konstruktiven Austausch zu sorgen.

Eine meiner persönlichen Rollen in der Arbeit im DGCN ist die Vertretung des Netzwerks in der Öffentlichkeit und der Dialog mit Unternehmen, um das Ohr am Puls der Zeit zu behalten und als Antenne für aktuelle CSR-Themen zu agieren.

Sehr geehrter Herr Tomowski, herzlichen Dank für das Gespräch!

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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