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Oekom stellt neue PRI Instrumente vor

Der Markt für verantwortungsvolle Geldanlagen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Das Nachhaltigkeitsinstitut oekom research hat jetzt ein Hilfsmittel entwickelt, dass Investoren bei der Integration der vom Global Compact und der UNEP Finance Initiative entwickelten Principles for Responsible Investment (PRI) helfen und so dem Vorwurf des „green washing“ vorbeugen soll. Die „oekom PRI Toolbox“ enthält dabei verschiedene Werkzeuge, mit denen sich die einzelnen Prinzipien professionell umsetzen lassen, und mit deren Hilfe die externe Kommunikation zu diesem Thema gesteigert werden kann.
oekom research PRI Toolbox online
30.08.2010 München (UD/dl) - Rund 700 institutionelle Investoren und Vermögensverwalter  haben sich bereits entschieden, die Priciples for Responsible Investment zu unterzeichnen und ihre sechs Prinzipien in ihre Anlagestrategien zu integrieren. Die Prinzipien legen fest, dass Investoren sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei Anlageentscheidungen neben ökonomischen auch ökologische und soziale Komponenten berücksichtigen müssen. Darüber hinaus verpflichten sich die Unterzeichner, bei der Implementierung der Prinzipien größtmöglich Transparenz sicherzustellen. Der Reiz für Investoren geht dabei heutzutage nicht mehr vorwiegend von philanthropisch Vorstellungen aus, sondern begründet sich vielmehr aus der der Möglichkeit, Gewinne nachhaltig zu sichern. In diesem Zusammenhang spielt das Vertrauen der Anleger eine übergeordnete Rolle.

Hier will die oekom PRI Toolbox ansetzten. Mithilfe von sieben Einzelmodulen soll es Investoren ermöglicht werden, „konsequent und nachvollziehbar“ an der Implementierung der sechs Prinzipien zu arbeiten, heißt es auf der firmeneigenen Website. Das Modul oekom Responsible Investment Advisory bildet dabei die Basis. Mit ihm soll eine Anlagestrategie entwickelt werden, die die Punkte Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG) beinhaltet. Zusätzlich werden best-in-class-Ansätze und Ausschlusskriterien erarbeitet, mit denen Investitionsvorhaben auf ihre Nachhaltigkeit überprüft werden können. Anschließend werden im oekom ESG Portfolio Check die bestehenden Kapitalanlagen analysiert und so die erforderlichen Daten für Korrekturmaßnahmen generiert. Das oekom Universes-Tool ermöglicht es, auf der Basis der bisher gewonnenen Erkenntnisse Aktien, Pfandbriefe und Staatsanleihen auszuwählen, die den erarbeiteten Kriterien gerecht werden. Das oekom Angebot umfasst bisher ca. 3000 einzelne Titel. Um langfristig eine breite Kapitalstreuung zu erreichen, unterstütz der oekom Engagement Compass die Investoren aber auch beim Dialog mit möglichen Partnerfirmen, der Ausformulierung einer Engagement-Strategie sowie der umfassenden Dokumentation von Nachhaltigkeitsdefiziten bei Partnerfirmen. Zur Sicherstellung einer transparenten Entwicklung analysiert und bewertet der oekom Corporate Transparency Monitor die externe Berichterstattung von Unternehmen in Hinblick auf ihre ESG-Aktivitäten und sichert damit auch den eigenen Anspruch an potenzielle Partner. Diese Maßnahmen sollen die notwendige interne Transparenz im Umgang mit Investitionen fördern und belegbar machen. Um auch die externe Kommunikation ausreichend transparent zu gestallten hilft, das oekom Ad hoc News and oekom Studies-Tool bei der Erstellung von themenbezogenen Newslettern und ermöglicht Studien zu sozialen und umweltbezogenen Themen, während der oekom PRI Reporting Check  Hilfestellung bei der Erstellung und Pflege des eigenen PRI Fortschrittsberichtes bietet. Gerade diesem soll nach dem Willen von oekom besondere Bedeutung zukommen, da die PRI „weltweit die bedeutendste Initiative zur Förderung nachhaltiger Kapitalanlagen“ sind, informiert die Website des Unternehmens.

Mit verantwortungsvollem Investment zu langfristigen Gewinnen

Donald MacDonald, Präsident der PRI-Initiative, ist von den positiven Impulsen dieser Entwicklung überzeugt: „Ich glaube, dass nachhaltige Anlagestrategien zu einer globalen Bewegung geworden sind“, sagte er im Juni auf dem UN Global Compact Leaders Summit 2010 in New York. Dort hatten sich Vertreter der Wirtschaft, Regierungen und NGOs getroffen, um über ein gemeinsames Vorgehen bei der Entwicklung des Global Compact, eine UN Initiative zur Sicherung von nachhaltiger Entwicklung in der Welt, zu beraten. Allerdings müssten auch noch viele Herausforderungen bewältigt werden, um das langfristige Überleben dieser Bewegung zu sichern, so MacDonald. Dass Transparenz und Vertrauen in diesem Punkt eine herausragende Stellung einnehmen muss, bestätigten Investoren und Unternehmensführer in einem gemeinsamen Workshop während des Summits. Belege für die wachsende Beutung von nachhaltigen Investments liefert auch das Sustainable Business Institute (SBI). In einer aktuellen Erhebung stellt das Institut fest, dass im ersten Halbjahr 2010 in Deutschland, Österreich und der Schweiz 340 Publikumsfonds mit einem Gesamtkapital von rund 30 Milliarden Euro zugelassen waren. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 313 Fonds.

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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