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Kopenhagen ruft – Weltwirtschaftsgipfel zum Klimawandel präsentiert Abschlusserklärung

„Wir treffen uns an einem kritischen Punkt der menschlichen Geschichte. Unser Planet erwärmt sich in gefährlichem Maße“, mit diesen Worten forderte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon während des Weltwirtschaftsgipfels zum Klimawandel in Kopenhagen Unternehmen aus aller Welt dazu auf, sich verstärkt in den Kampf gegen den Klimawandel einzubringen. In der nun veröffentlichten Abschlusserklärung „Copenhagen Call“ sprachen sich die anwesenden Wirtschaftsvertreter für eine deutliche Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen aus.
UN-Generalsekretar Ban Ki-moon auf dem Weltwirtschaftsgipfel zum Klimawandel, Fotos (2) : Eskinder Debebe/UN Photo
29.05.2009 Kopenhagen (UD/ld) - „Nachhaltiges Wirtschaftswachstum benötigt eine Stabilisation und in Zukunft eine Reduktion der Treibhausgase“, so der „Copenhagen Call“. Zum Abschluss des Weltwirtschaftgipfels zum Klimawandel sprachen sich die anwesenden Unternehmensvertreter für Sofortmaßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels aus. Einigen konnte man sich auf den Vorschlag an die Politik, die Treibhausgas-Emissionen deutlich einzudämmen. Bis 2020 sollte der Ausstoß stark zurückgefahren werden, bis 2050 schlugen die Wirtschaftsvertreter vor, den Ausstoß auf maximal die Hälfte der Emissionen von 1990 zu reduzieren. In weiteren fünf Punkten forderten die Teilnehmer von der Politik effektive Maßnahmen zur Dokumentation der Treibhausgas-Emissionen der Wirtschaft, das Aufstocken von Geldern für die Entwicklung grüner Technologien, Fonds zur Anpassung an den Klimawandel sowie die Finanzierung des Waldschutzes. Ziel müsse die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf zwei Grad sein. Desweiteren sprachen sich die Unternehmensvertreter ausdrücklich dafür aus, einen globalen Emissionshandel zuzulassen, damit die vorgegebenen Obergrenzen weltweit eingehalten werden könnten. Die Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes alleine mit einer CO2 Steuer zu forcieren, sei dagegen wenig effektiv.

Die gemeinsame Erklärung soll der Politik einen Input für den UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen geben und damit der Stimme der Wirtschaft auf den internationalen Verhandlungen um ein neues Klimaabkommen Einfluss verleihen. Gleichzeitig wollen die Unternehmen die unterbreiteten Vorschläge als Apell an alle Regierungen verstanden wissen, die notwenigen Maßnahmen zur Zielerreichung einzuleiten. In der Einleitung des “Copenhagen Call“ verwiesen die Unternehmensvertreter darauf, dass ein einflussreiches Klimaabkommen eine sichere Grundlage für eine nachhaltige Zukunft der Wirtschaft darstelle. Ein global verbindlicher Nachfolgevertrag des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls würde den Unternehmen zukünftig einen vorhersagbareren Planungs- und Investitionsrahmen geben.

Der Einladung zu der dreitägigen Konferenz waren neben politischen Akteuren wie dem UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, dem Friedensnobelpreisträger Al Gore und Repräsentanten der dänischen Politik, mehr als 700 Unternehmensvertreter aus aller Welt gefolgt. Darunter Delegierte internationaler Großkonzerne wie Pepsi Cola aus den USA, das niederländisch-britische Unternehmen Unilever, der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé, der englische Erdölkonzern BP, der Energieerzeuger Vattenfall aus Schweden und dessen dänischer Konkurrent Dong. Allerdings bemängelten Vertreter der NGOs, dass sich die Unternehmen in ihrer Abschlusserklärung nicht auf konkrete Ziele der Wirtschaft für die Verminderung von CO2-Emissionen festlegten. Die britische Organisation Oxfam bedauerte in einem Kommentar, dass „so einflussreiche und leidenschaftliche Stimmen wie Ban Ki-moon, Al Gore und auch fortschrittliche Topmanager in der Schlusserklärung derart ignoriert werden konnten.“

In seiner Eröffnungsrede hatte der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon eine Warnung an Lobbyisten ausgesprochen und unter anderem mangelndes Engagement vieler Unternehmen beim Klimaschutz kritisiert. Bisher habe „nur ein kleiner Teil der Geschäfts-und Investitionswelt den Klimawandel zu einer strategischen Priorität erklärt. Zu viele zaudern und warten darauf, dass andere handeln“. Desweiteren nannte Ban die milliardenschweren Subventionen fossiler Brennstoffe eine Verschwendung, vergleichbar mit Investitionen in faule Immobilien. Diese Praxis bedrohe globale Güter, angefangen von der allgemeinen öffentlichen Gesundheit bis hin zur Nahrungssicherung, so Ban. Auch Al Gore sieht in der „absurden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen“ die größte Gefahr für eine stabile friedliche Zukunft. Ban erklärte, die richtigen Entscheidungen für das Klima zu treffen, sei wichtig für die globale Wettbewerbsfähigkeit und für langanhaltenden Wohlstand, das sollten die anwesenden Wirtschaftvertreter ihren Regierungen klar machen. Denn „wir kriegen keine bessere Gelegenheit, und wenn die Wissenschaftler der Welt richtig liegen, auch keine zweite Chance“, verdeutlichte Ban die Dringlichkeit eines baldigen Handelns.

Organisiert wurde dieses Vortreffen der UN-Klimakonferenz COP 15 unter anderem von dem Copenhagen Climate Council, einem internationalen Zusammenschluss von Wirtschaft und Wissenschaft, mit dem Ziel, die Wichtigkeit eines positiven Abschlusses der UN Klimakonferenz im Dezember 2009 zu verdeutlichen. Weitere Organisatoren sind u.a. der UN Global Compact, der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und das Weltwirtschaftsforum.



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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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