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Virtuelle Exkursionen in künftige Lebensräume durch neue Lernsoftware PRONAS

Mit PRONAS stellt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung erstmals eine Lernsoftware vor, die aktuelle Ergebnisse aus einem EU-Projekt zur Biodiversitätsforschung an Schüler in Deutschland vermittelt. Die Software richtet sich an Schüler der siebten bis zwölften Klasse und hat seine Premiere auf der Bildungsmesse „didacta“.
Eine der Regionen für virtuelle Exkursionen ist der Hochharz. Foto: Frank Reußner
24.02.2011 Stuttgart/Halle/Saale (UD/fo) - Werden wir in dreißig Jahren noch den Zitronenfalter und den Laubfrosch beobachten können? Wird es in hundert Jahren noch die Fichte in Deutschland geben? Die Lernsoftware PRONAS zeigt, wie Umweltforscher an solche Fragen herangehen. In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt arbeiten Naturwissenschaftler, Hochschuldidaktiker, Lehrer und Umweltpädagogen zusammen. PRONAS ist das Acronym für PROjektionen der NAtur für Schulen. Die wissenschaftliche Basis dafür sind die Ergebnisse des größten europäischen Forschungsprojekts zur Biodiversität ALARM (A LArge scale Risk assessment for biodiversity with tested Methods), das vom UFZ in Halle/S. koordiniert wurde.

Wo Tiere und Pflanzen geeignete Lebensräume vorfinden werden, hängt in großem Maße vom Menschen ab. Es sind vor allem die Landnutzung durch Industrie und Landwirtschaft und der vom Menschen mit verursachte Klimawandel, die gravierende Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben. Zukunftsszenarien beschreiben „mögliche künftige Welten des 21. Jahrhunderts“. Vom jeweiligen Szenario hängt es ab, welche Lebensräume unseren Tieren und Pflanzen erhalten bleiben, verloren gehen oder auch neu erschlossen werden könnten. Besonders dramatisch kann es werden, wenn die Gebiete für Schmetterling und Nahrungspflanze „auseinanderdriften“ wie beim Natterwurzperlmutterfalter (Boloria titania) und dem Wiesenknöterich (Polygonum bistortum). Solche Phänomene kann der Softwarenutzer in Simulationen nachvollziehen.

Den Rahmen für die „Entdeckung“ der beschriebenen Arten bieten virtuelle Ausflüge. Zur Lernsoftware PRONAS werden auch Handreichungen für Lehrer erarbeitet. Hier gibt es Anregungen für die Fächer Biologie, Geographie, Ethik, Politik und Informatik. Partner des Projekts sind das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, das Nationalparkhaus Torfhaus, die Historisch-Ökologische Bildungsstätte Papenburg und das Georg-Cantor-Gymnasium Halle. „Wir sind jetzt zum ersten Mal in der Lage, ein Produkt für den Bildungsbereich zu präsentieren, weil es inzwischen ein funktionierendes Netzwerk aus Wissenschaftlern, Umweltbildungszentren und Didaktikern gibt“, erklärt Dr. Karin Ulbrich vom UFZ, die die Software mit den Partnern zusammen entwickelt hat.

Viele  Lehrer empfinden es als Defizit, dass die Bedrohung der biologischen Vielfalt zwar in der Öffentlichkeit diskutiert wird, aber bisher kaum Eingang in die Lehrpläne gefunden hat. Der grundlegende Wechsel von starren Lehrplänen zu kompetenzorientiertem Lernen bietet Lehrern und Schülern die Chance, auf solche Trends zu reagieren. Die Entwickler sehen daher trotz unzähliger Anbieter eine echte Chance für diese Art von Software: „Das Bewusstsein, dass in unserer Lernsoftware PRONAS aktuelle Forschungsergebnisse enthalten sind, motiviert die Schüler sehr, am PC auf virtuelle Exkursionen zu gehen und diese später mit eigenen Beobachtungen in der Natur zu vergleichen“. Die Forscher hoffen daher, dass sich nicht nur die Lehrer und Schüler des Georg-Cantor-Gymnasiums Halle dafür begeistern lassen, sondern auch viele andere Schulen in Deutschland, um so künftige Generationen für den Schutz der biologischen Vielfalt sensibilisieren zu können.

UFZ auf der Didacta 2011:
Stand: Halle 9 -  E 62. Vortrag: „Wissenschaft macht Schule - die Lernsoftware PRONAS vermittelt Ergebnisse der Biodiversitätsforschung“ am 24.02.2011 von 10:00 bis 11:00 Uhr, ICS, Raum C10.5.
Die „didacta“ findet vom 22. bis 26. Februar 2011 auf der Messe Stuttgart statt. Zur größten Veranstaltung dieser Art werden rund 800 Aussteller und 90.000 Besucher aus dem In- und Ausland erwartet.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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