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BASF-Chef fordert Transparenz bei Investor Relations

Die Börse lebt von Übertreibungen, in guten wie im schlechten Zeiten, und Menschen verhalten sich nicht rational. Daher ist es umso wichtiger, in der Kommunikation für maximale Transparenz zu sorgen, sagt BASF-CEO Kurt Bock. Nur so könnten Börsen wie Unternehmen das verlorene Vertrauen zurück gewinnen: "Investor Relations sind dazu da, vorhandene Informationsasymmetrien zu beseitigen."
Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstands bei BASF. Foto: BASF
12.06.2012 Frankfurt (UD/pte) - Der Vorstandschef des deutschen Chemiekonzerns hat im Rahmen seiner Keynote beim 15. Kongress des Deutschen Investor Relations Verbandes (DIRK) zum Thema "Börse – Täter oder Opfer?" in Frankfurt den steinigen Weg vom krisen- und imagegebeutelten Problemunternehmen zurück zum Innovations- und Produktionsführer deutscher Herkunft und Qualität erklärt. "Wir hatten unseren Gang nach Canossa in den 1980er-Jahren, nach den Umweltskandalen."

Kommunikation hat Unternehmen verändert

Bock zeigte auf, wie sich das Börsen-Umfeld am Beispiel BASF verändert hat. "Kommunikation mit Aktionären? Nur wenn unvermeidbar", hieß es in den 1980er-Jahren. Die 1990er-Jahre waren eine Zeit der Liberalisierung, aber auch der "irrationalen Annahmen" – etwa bedingt durch die neuen Kommunikationstechnologien. Das neue Jahrtausend brachte die Globalisierung und die Entkoppelung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft. Europa wurde "angelsächsisch" und die "Deutschland AG" war Geschichte. BASF habe in diesen Jahren eine schlagkräftige IR-Abteilung aufgebaut.

Das aktuelle Jahrzehnt umschrieb der BASF-Chef mit der Frage "Soziale Marktwirtschaft als globales Leitbild?". Werte entstünden durch Innovation und Produktion von Gütern in einem Klima des Vertrauens. Der bedingungslose Shareholder-Value habe ausgedient, Bock sprach von einer Renaissance der Realwirtschaft. Er wollte sich aber nicht auf eine allgemeine Kritik der Finanzwirtschaft einlassen. "Wir brauchen leistungsfähige Banken mit adäquaten Instrumenten. Wir brauchen Banken mit langweiligen Produkten", so der Unternehmensführer.

Nachhaltigkeit als Motto – Professionelle IR-Arbeit als Schlüssel

Die Rahmenbedingungen für die Chemie schilderte Bock als "günstiger als noch vor Jahren". An Lösungen der Chemie komme die Welt ja nicht vorbei. Aber es gehe heute mehr denn je um Transparenz und Nachhaltigkeit, was auch im Unternehmenszweck definiert sei: "We create chemistry for a sustainable future." Diese Nachhaltigkeit ist die Grundlage des unternehmerischen Handelns und in strategischen Leitlinien definiert, zum Beispiel wie jener: "BASF schafft seinen Unternehmenswert als EIN Unternehmen!"

Bock gab unumwunden zu, dass die Finanzmärkte heute einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmensführung haben – anders als noch vor 30 Jahren. Börse und Anleger spielen eine wichtige Rolle, der gesamte Vorstand (Anmerkung: acht Köpfe) ist oft auf Roadshows. Das Feedback der Investoren sei wichtig, und natürlich die Akzeptanz. Professionelle IR-Arbeit sei ein Schlüssel für die Zukunft am Kapitalmarkt. Er lobte die IR-Landschaft in Deutschland, die ein absolut wettbewerbsfähiges Niveau erreicht habe. Aber: Die Rahmenbedingungen für eine positive Aktienkultur seien generell nicht einfacher geworden.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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