US-Banken haben Finanz-Blase angeheizt, jetzt drohen empfindliche Einbußen
US-Kreditkarteninstitute und Banken haben die Gefahr einer Blasenbildung offenbar mit angeheizt. Durch ihre Geschäftspraktiken dürfte das Risiko von Ausfällen bei der Rückzahlung von Kreditkartenschulden dramatisch gestiegen sein. "In den USA hat man Verbrauchern über die Kreditwürdigkeitsbewertungsverfahren (Scoring) suggeriert, dass es sich für ihre Kreditwürdigkeit und damit die Höhe der Zinsen künftiger Kreditangebote positiv auswirken würde, wenn man Kreditkarten möglichst nie kündigt", erklärt Frank-Christian Pauli, Bankenreferent beim Verbraucherzentrale Bundesverband.
Foto: Kevin Jarratt/Fotolia.com
Die Rückzahlung der Schulden kann gerade angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der steigenden Arbeitslosigkeit von einem Großteil der Karteninhaber nicht geleistet werden. So ist das Ausfallrisiko aufseiten der Anbieter in den vergangenen Monaten auf Rekordniveau gestiegen. Insgesamt droht den Finanzhäusern bis Ende 2010 ein Verlust von 82,4 Mrd. Dollar aufgrund von Zahlungsausfällen.
Im Zuge der Reform des Kreditkartenwesens hatte die US-Administration unter Barack Obama bereits im Frühjahr angekündigt, Strafgebühren und Zinsen auf ausstehende Schuld-Rückzahlungen "auf ein angemessenes Maß" zu reduzieren. Zwar ist bislang noch unklar, welches Maß dafür angemessen sei. Die Klausel (der "Credit Card Accountability, Responsibility and Disclosure Act", CARD-Act) könnte nunmehr jedoch zu einem gänzlichen Ende der umstrittenen Gebühren führen. Die Kartenanbieter American Express und Discover haben bereits damit begonnen, ihre Kunden über die Eliminierung ab Oktober zu informieren. Großbanken wie die Bank of America, JPMorgan Chase oder Citigroup könnten folgen.
Das Gesetz schiebt den Überziehungsgebühren einen Riegel vor, solange die Bankkunden nicht explizit danach fragen, ihr Schuldenlimit mehr als ausschöpfen zu dürfen, und zusätzlichen Kosten zustimmen. Dazu müssten jedoch entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, wodurch die Verbraucher die Möglichkeit einer Limit-Überschreitung in Anspruch nehmen können, berichtet die New York Times. Darüber hinaus würden die Finanzinstitute Kontrollmechanismen benötigen, die es den Konsumenten erlauben oder untersagen, ihre Limits zu sprengen. Unabhängige Kalkulationen hätten nun zu dem Ergebnis geführt, dass alleine die technologische Einrichtung der dafür notwendigen Systeme kostenintensiver wäre als die Häuser anhand der Gebühren einnehmen. Die Strafgebühren abzuschaffen sei schlichtweg billiger als sie beizubehalten.
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