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RWE Innogy treibt Ausbau von Wasserkraftkapazitäten in Serbien voran

RWE Innogy und der serbische Energieversorger Elektroprivreda Srbije (EPS) haben in Belgrad ein Joint Venture zur Entwicklung von Wasserkraftwerken gegründet. Die Verträge wurden am Mittwoch im Beisein des serbischen Premierministers und des Energieministers unterzeichnet. In den kommenden Jahren soll das Gemeinschaftsunternehmen „Moravske Hidroelektrane d.o.o.“ am Fluss Morava fünf Laufwasserkraftwerke mit je 30 Megawatt (MW) installierter Leistung entwickeln.
Wasserkraftwerk. Foto: RWE
28.06.2011 Essen/Belgrad/Stargard Szczecinski (UD/cp) - Nach positivem Verlauf der Machbarkeitsstudien und nach Abschluss der Planungen kann ab 2014 mit dem Bau des ersten Wasserkraftwerks begonnen werden. Die gesamte Kraftwerkskette mit einer installierten Leistung von 150 MW wird jährlich rund 650 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. RWE Innogy ist mit 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt, EPS mit 49 Prozent.

„Während in Deutschland der Ausbau der Wasserkraftkapazitäten nur noch in sehr geringem Umfang möglich ist, bieten Serbien und andere Länder in Südosteuropa großes Potenzial – sowohl bei Laufwasser- als auch bei Pumpspeicherkraftwerken. Durch strategische Partnerschaften, wie dieser mit EPS, wollen wir diese Potenziale erschließen und nutzbar machen“, erklärt Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Innogy GmbH. Die Bauzeit für die Errichtung aller fünf Laufwasserkraftwerke am Fluss Morava wird mit rund sieben Jahren veranschlagt. Die Morava ist der Hauptfluss Serbiens. Er erstreckt sich über 185 Kilometer und mündet südlich von Belgrad in die Donau.

RWE Innogy ist im RWE-Konzern für die Planung und den Bau von Wasserkraftwerken, sowie für den Betrieb von etwa 90 Anlagen in sechs Ländern verantwortlich. „Durch den gezielten Ausbau der Wasserkraft erweitern wir das Portfolio der regenerativen Energien bei RWE. Wasserkraft ist planbar und hat eine hohe Verfügbarkeit. Damit ist die Wasserkraft zur zuverlässigen Erzeugung von Grundlastenergie einsetzbar. Durch Pumpspeicherkraftwerke kann hingegen ein Ausgleich der schwankenden Erzeugung aus Wind und Sonne erreicht werden, um die Stabilität der Netze zu gewährleisten“, erläutert Dr. Olaf Heil, Leiter Wasserkraft bei RWE Innogy.

EPS ist ein serbisches Energieversorgungsunternehmen im Besitz des serbischen Staates. Das Unternehmen beschäftigt etwa 42.000 Mitarbeiter und ist der größte Arbeitgeber des Landes. In Serbien verfügt EPS über Kraftwerkskapazitäten auf Basis von Kohle, Gas und Wasserkraft im Umfang von 7.124 MW und erzeugte damit in 2009 insgesamt 35.855 GWh Strom. Der Anteil der Wasserkraft am Energiemix von EPS beträgt 2.835 MW an zwölf Kraftwerksstandorten in Serbien.

Dritter Onshore-Windpark in Polen

RWE Innogy hat ausserdem in Polen den Onshore-Windpark Tychowo offiziell eingeweiht. Der Windpark liegt im Bezirk West-Pommern und ist bereits im Dezember 2010 ans Netz gegangen. Er verfügt über eine installierte Leistung von 35 Megawatt und erzeugt jährlich über 70.000 Magawattstunden Strom. Dies reicht aus um umgerechnet den jährlichen Strombedarf von gut 35.000 Haushalten in Polen zu decken und 65.000 Tonnen CO2-Emissionen zu vermeiden. Die 15 Windturbinen der Firma Siemens verfügen über eine Leistung von jeweils 2,3 Megawatt, eine maximale Höhe von 150 Metern und einen Rotordurchmesser von 93 Metern.

„Wir wollen in Polen bis 2015 rund 300 Megawatt Windenergie installiert haben. Tychowo bringt uns diesem Ausbauziel einen großen Schritt näher“, erklärt Paul Coffey, Chief Operating Officer bei RWE Innogy. Tychowo ist bereits der dritte Windpark, den RWE Innogy in Polen eröffnet. Zusammen mit den Windparks in Suwalki und Piecki verfügt das Unternehmen aktuell über ein Wind-Portfolio von rund 108 Megawatt in Polen.

Der Windpark Tychowo liegt nahe der Stadt Stargard Szczecinski. Während der einjährigen Bauzeit konnte RWE in der Region zahlreiche neue direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen. Zudem wurde die lokale Infrastruktur ausgebaut. „Polen verfügt über hervorragende Standorte zum Ausbau der Windenergie. Auch die ökonomischen Rahmenbedingungen sind attraktiv, so dass die Onshore-Windkraft einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren in Polen leistet“, ergänzt Paul Coffey. Die polnische Regierung will die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von 5,7 Prozent im Jahr 2010 auf 19,5 Prozent in 2020 steigern.

Um die Ausbauziele für Erneuerbare in Polen zu erreichen, wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien über ein System „grüner Zertifikate“ unterstützt. Stromanbieter sind verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz der in das Netz eingespeisten Energie auf Basis erneuerbarer Energien anzubieten. Von dieser Verpflichtung können sie sich über den Zukauf „grüner Zertifikate“ befreien.

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Grafik: Husin Sani/Flickr

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