EEG-Entwurf verschenkt Chancen für Klimaschutz bei Biogasanlagen
Analysen des Deutschen BiomasseForschungsZentrums zur wissenschaftlichen Vorbereitung und Unterstützung des EEG-Erfahrungsberichts 2011 im Bereich der Biomasse bestätigen, dass die Nutzung von Biogas in Vor-Ort-Verstromungsanlagen und die Einspeisung in Erdgasnetze hohe Potenziale für den Klimaschutz bieten. Der gegenwärtige EEG-Entwurf bildet diese klima- und energiepolitischen Vorteile nicht ab.
Foto: biogastour2010/flickr.com
Der gegenwärtige EEG-Entwurf bildet diese klima- und energiepolitische Vorzüglichkeit nicht ab. Größere Vor-Ort-Verstromungsanlagen, die den Strom flexibel bereit stellen und direkt vermarkten, brauchen keine Wärmenutzung nachzuweisen und stellen sich damit als vergleichsweise lukrative Bereitstellungoptionen nach dem neuen EEG dar. Die Vorbereitung des Marktzugangs wird somit mit hohen Kosten für den Verbraucher, geringer Nutzung der begrenzten Ressourcen und bescheidener Klimaschutzeffizienz erkauft. Vor-Ort-Verstromungsanlagen sollten daher in jedem Fall eine Mindestwärmenutzung nachweisen. Die Art der Sanktionierung mag zur Debatte stehen, die generelle Herangehensweise einer effizienten Ressourcennutzung jedoch nicht.
Zum Hintergrund: In Deutschland wurde 2010 in rund 7550 Bioenergieanlagen 25,7 TWh Strom erzeugt, dies sind rund sechs Prozent des gesamten Strombedarfes. Der größte Anteil an der Stromerzeugung aus Biomasse kann dabei auf die Biogaserzeugung und -nutzung sowie auf den Einsatz fester Biomasse zurückgeführt werden. Insgesamt beträgt der Anteil regenerativer Energien am Stromverbrauch in Deutschland derzeit bei 17,4 Prozent (Ende 2010), wobei Biomasse im Jahr 2010 mit einem Anteil von etwa 34,3 Prozent zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien beiträgt. Hinsichtlich der Wärmebereitstellung in Deutschland wird der Anteil der Erneuerbaren Energien nach BMU/ AGEE-Stat für 2010 mit 9,8 Prozent beziffert. Den größten Beitrag liefert mit rd. 92 Prozent die Bioenergie.
Gemessen am Endenergieverbrauch in Deutschland liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien für das Jahr 2010 bei rund elf Prozent (BMU/ AGEE-Stat 2011). Mit einem Anteil von 7,9 Prozent am Endenergieverbrauch in Deutschland leistet der Einsatz von Biomasse gegenwärtig den größten Beitrag. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch mindestens 18 Prozent betragen. Um dieses Ziel zu erreichen ist das EEG ein wichtiges Werkzeug auf dem Weg zum Umbau der deutschen Energieversorgung. Die Bioenergie spielt hierbei eine besondere Rolle.
Weiterführende Links zum Thema:
Der Bericht „Vorbereitung und Begleitung der Erstellung des Erfahrungsberichtes 2011 gemäß § 65 EEG - Vorhaben IIa: Biomasse“ ist über diesen Link als Download verfügbar
Die Studie „Optimierung der marktnahen Förderung von Biogas/Biomethan“ finden Sie als Download über diesen Link
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