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RWE Innogy: Größtes Biomasseheizkraftwerk in UK / Beteiligung an Konsortium C-Power

RWE npower renewables, die britische Tochter von RWE Innogy, hat mit dem Bau ihres Biomasseheizkraftwerks in Markinch in der schottischen Grafschaft Fife begonnen. Die neue Anlage ist die größte ihrer Art im Vereinigten Königreich. Außerdem hat das C-Power Konsortium, an dem RWE Innogy beteiligt ist, die Investitionsentscheidung zum Bau der nächsten Ausbaustufen des Offshore-Windparks Thornton Bank vor Belgien getroffen. RWE Innogy hält 26,73 Prozent an dem Konsortium C-Power, das die Errichtung des Offshore-Windkraftwerks verantwortet.
Biomassekraftwerk. Foto: RWE
14.12.2010 Essen (UD/cp) - Insgesamt investiert RWE Innogy rund 235 Millionen Euro in den Bau dieses Biomasseheizkraftwerks in Schottland. Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage wird eine installierte elektrische Leistung von 50 Megawatt haben und bis zu 120 Tonnen Nutzdampf pro Stunde liefern können. Die Bauzeit wird auf ca. zwei Jahre veranschlagt. Während der Konstruktionsphase werden bis zu 400 Arbeitskräfte gleichzeitig auf der Baustelle tätig sein. „Mit dem Bau dieser Anlage schaffen wir rund 40 dauerhafte Arbeitsplätze für den Betrieb und für die Rohstoffversorgung des Heizkraftwerks. Darüber hinaus sichern wir durch die hohe Wirtschaftlichkeit der Anlage weitere 540 Jobs bei unserem Kunden, dem Papierhersteller Tullis Russel Papermakers“, erklärt Stephan Lohr, Geschäftsführer der RWE Innogy Cogen GmbH.

Bisher wurde die Papierfabrik von einem 60 Jahre alten Kohlekraftwerk mit Energie beliefert. Aufgrund des Alters und der hohen CO2-Emissionen wäre ein Weiterbetrieb unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zukünftig nicht mehr möglich gewesen. Die neue Biomasseanlage wird mit Rest- sowie Frischhölzern aus nachhaltiger Bewirtschaftung betrieben und ermöglicht im Vergleich zur bisherigen Lösung eine CO2-Minderung von rund 250.000 Tonnen im Jahr. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen und klimapolitischen Bedeutung wird dieses Biomasseprojekt von der schottischen Regierung mit rund neun Millionen Euro gefördert.

Als Hauptauftragnehmer zum Bau der Anlage in Markinch hat RWE Innogy die beiden Firmen Metso (Finnland) und Aker Solutions (Norwegen) unter Vertrag genommen. Der Technologiekonzern Metso wird die Kesselanlage sowie die Rauchgasreinigungsanlage des Kraftwerks liefern und errichten. Das Ingenieur- und Bauunternehmen Aker Solutions wird den weiteren Anlagenbau übernehmen.

Weitere Beteiligung an Offshore-Windpark Thornton Bank

Offshore Windpark Thornton Bank. Foto: J. Oelker / RWE Innogy
RWE Innogy war bereits an der ersten Ausbaustufe des Offshore Windparks rund 30 Kilometer vor Oostende beteiligt. Diese ist mit einer installierten Leistung von 30 MW seit Juni 2009 erfolgreich in Betrieb. Die Ausbaustufen zwei und drei umfassen insgesamt weitere 295 Megawatt (MW), die in zwei Bauphasen in 2012 und 2013 ans Netz angeschlossen werden sollen. Nach Fertigstellung wird das Windkraftwerk Thornton Bank über eine installierte Leistung von rund 325 MW verfügen und umgerechnet rund 600.000 Menschen im Jahr mit Strom versorgen.

Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Innogy GmbH: „Bereits mit der ersten Ausbaustufe von Thornton Bank haben wir überaus positive Erfahrungen gemacht. Die ersten sechs dort installierten 5-Megawattanlagen liegen bei einer Verfügbarkeit von rund 97 Prozent. Das ist absolute Spitze und stimmt uns zuversichtlich, mit den Ausbauphasen zwei und drei den Schritt von einem Demonstrationsstandort hin zu einem kommerziellen Standort im großindustriellen Maßstab zu schaffen“.

Offshore-Windpark Thornton Bank

Insgesamt sollen in den beiden Ausbauphasen 48 Windturbinen der 6-Megawattklasse des Herstellers REpower Systems installiert werden. Bei den Anlagen handelt es sich um eine Weiterentwicklung der bewährten 5-MW Turbine. Die Windkraftanlagen sollen in Wassertiefen zwischen 12 und 25 Metern auf Stahlgerüstfundamenten, sogenannten Jacket-Fundamenten, errichtet werden. Neben den Turbinen ist auch der Bau eines Umspannwerks auf See vorgesehen wie auch die Verlegung eines 150 Kilovolt (kV) Unterwasserkabels, über das der erzeugte Strom an Land transportiert wird.

Der Windpark Thornton Bank ist derzeit der größte projektfinanzierte Offshore-Windpark in Europa. Für den Ausbau des Windparks stellen insgesamt sieben europäische Banken – darunter auch die Europäische Investitionsbank sowie die deutsche und dänische Exportkreditagentur – rund 900 Millionen Euro an Finanzierung und Risikobeteiligung bereit. Insgesamt beläuft sich die Investitionssumme auf rund 1,3 Milliarden Euro.

„Ein erfolgreiches Pionierprojekt wie Thornton Bank 1 lässt unsere Lernkurve im Offshore-Bereich stark ansteigen und bringt uns unserem Ziel näher, bis 2014 weltweit unter den drei größten Offshore-Windparkbetreibern zu sein,“ erklärt Prof. Martin Skiba, Leiter Offshore Wind bei RWE Innogy. Derzeit baut RWE Innogy alleine oder mit Partnern Offshore-Windkraftwerke mit einer installierten Leistung von 1.000 MW; darunter die Offshore-Windparks Nordsee Ost (295 MW) rund 30 Kilometer nordöstlich von Helgoland und Gwynt y Môr (576 MW) in der Irischen See vor Wales. Bis 2014 will das Unternehmen Genehmigungen für weitere Offshore-Windprojekte im Umfang von 5.000 MW vorliegen haben.

Die niederländische RWE Tochter Essent übernimmt den Vertrieb der gesamten Stromproduktion der zweiten Ausbaustufe des Windparks Thornton Bank. Ab Januar 2013 werden dann rund 140.000 Haushalte in Belgien mit klimafreundlichem Strom aus dem größten Offshore-Windkraftwerk des Landes versorgt. Der Stromabnahmevertrag zwischen C-Power und Essent ist zunächst auf 15 Jahre festgelegt.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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