E.ON strebt CO2-freie Stromerzeugung an
Der europäische Energieriese E.ON will seinen Anteil an Erneuerbaren Energien bis 2030 auf 24 Prozent ausbauen. Bei technologischer Verfügbarkeit sollen zudem ab 2020 neue Kohlekraftwerke nur noch CO2-frei sein. Zugleich pocht der Konzern weiter darauf, dass Kernenergie für CO2-freie und sichere Stromerzeugung wertvoll sei.
Vorstandsvorsitzender Dr. Wulf H. Bernotat, Foto: E.ON
„Atomkraft ist Realismus“
Gerade das zwinge aber zu Realismus, führte der E.ON-Chef weiter aus. Der Anteil Erneuerbarer Energien soll nach dem Willen der EU-Kommission und der Bundesregierung in den nächsten Jahren erheblich ausgebaut werden, in Deutschland bis 2020 auf einen Anteil von 25–30 Prozent. Bernotat: „Das heißt aber auch, dass wir 70–75 Prozent aus nicht-regenerativen Quellen gewinnen müssen. So schön für uns alle die Vorstellung auch ist, eines Tages alleine auf Erneuerbare Energien setzen zu können, wir müssen mit Blick auf die nächsten Jahre uns auch permanent fragen, wie wir unsere Energieversorgung weiterhin sichern wollen. Wir werden noch auf Jahrzehnte einen ausgewogenen Energiemix brauchen, bei dem Kernkraft, Kohle und Gas eine wichtige Rolle spielen.“
Wasserkraftwerk, Foto: E.ON
Verdreifachung der Erneuerbaren Energien
Der Anteil der Erneuerbaren Energien könnte sich bei E.ON dann – einem in Madrid vorgestellten E.ON-Erzeugungsszenario zufolge – bis 2030 sogar auf rund 24.000 MW gegenüber dem heutigen Niveau mehr als verdreifachen. Dies würde dann fast ein Viertel der weltweiten E.ON-Stromerzeugung ausmachen, die laut Szenario 2030 konzernweit auf über rund 100 GW installierte Kraftwerksleistung steigen würde. Bernotat: „Eines unserer übergeordneten Klimaziele ist, unsere spezifischen CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Dies wird uns nur mit einem breiten Energiemix 2030 gelingen, der dann zu über 50 Prozent Strom CO2-frei erzeugt“, betonte Bernotat.
Neben Erneuerbaren Energien mit 24 Prozent Anteil soll die Kernkraft mit 19 Prozent Anteil dazu beitragen. Darüber hinaus werden zum E.ON-Erzeugungsportfolio der Zukunft weiterhin hocheffiziente Gas- und Kohlekraftwerke gehören. „Wir werden alle technologischen Anstrengungen unternehmen, um die Kohleverstromung CO2-frei zu machen. Falls die CO2-Abscheidung technologisch und ökonomisch reif ist, sollte ab 2020 kein Kohlekraftwerk mehr ohne CO2-Abtrennung gebaut werden. 2030 könnten wir dann allein 10 Prozent unserer Leistung aus CO2-freien Kohlekraftwerken beziehen.“ Insgesamt werde dieser Energiemix neben dem Klimaschutz auch entscheidend dazu beitragen, dass Energie bezahlbar bleibt und die Versorgung sicherer wird, das heißt unabhängiger insbesondere von fossilen Ressourcen und damit von Energie-Importen. Bernotat: „Wir müssen und werden die drei Ziele der Energieversorgung, nämlich Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit im Auge behalten und konsequent verfolgen.“
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