Frauenquote: Weg zur Chancengleichheit
Bis zum nächsten Jahr haben die Unternehmen Zeit, ihre Frauenquote in den Aufsichtsräten zu steigern. Dann wird die Quote gesetzlich festgelegt. Auch die Bundesregierung hat der Wirtschaft eine Frist gesetzt. Bis 2013 können die Firmen freiwillig die Chefsessel mit Frauen besetzen. Wenn die Herren das nicht hinbekommen, wird auch hier justiziarisch vorgegangen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf des Bundesfamilienministeriums soll noch in diesem Jahr ins Kabinett eingebracht werden.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin der Justiz. Foto: leutheuser-schnarrenberger.de
Die Bundesministerin der Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, sagte auf dem Forum: „Das Damoklesschwert eines Gesetzes mit verbindlichen Vorgaben schwebt weiter über den Unternehmen." Die Ministerin setze zunächst auf Selbstregulierung. Führe der bessere Weg nicht zum Ziel, sei die Politik gezwungen, den schlechteren zu beschreiten. „Ich glaube auch, dass die Wirtschaft dieses Ziel erreichen kann. Allen Beteiligten muss klar sein: Wenn den ersten positiven Signalen jetzt nicht deutliche Taten folgen, wird der Gesetzgeber handeln", sagt Leutheusser-Schnarrenberger.
Deutschland wird die klügsten Frauen verlieren
Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ist von der Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung überzeugt. „Nach zehn Jahren Selbstverpflichtung der Wirtschaft ist die Bilanz beim Thema Frauen in Führungspositionen ernüchternd." Deutschland werde den Wettbewerb um die klügsten weiblichen Köpfe verlieren. Der deutsche Mittelstand zeige den Konzernen vor, dass es funktioniert. „Wir sind uns in der Bundesregierung einig, dass der Anteil an Frauen in Führungspositionen in Großunternehmen zügig steigen muss." Von der Leyen hat einen Frauenanteils von 30 Prozent bis 2018 vor Augen.
Nach dem aktuellen Women-on-Board-Index von FidAR hat sich wenig geändert. Nach wie vor sind Frauen in den Aufsichtsräten und Vorständen der 160 DAX, MDAX, SDAX und TecDAX-Unternehmen unterrepräsentiert. „Es muss selbstverständlich werden, dass Frauen sich die Macht mit Männern auf allen Ebenen eines Unternehmens gleichberechtigt teilen", erklärt Leutheusser-Schnarrenberger das gesellschaftliche Ziel der Frauenquote.
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