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Nachhaltigkeitsrat lobt und kritisiert Regierungsbericht zur Nachhaltigkeit

Die kommissarische Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates Marlehn Thieme begrüßt die Kabinettsentscheidung zum Fortschrittsbericht der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. „Die Bundesregierung stellt sich der Nachhaltigkeit, auch wenn das mitunter weh tut“, so Thieme. Die Bundesregierung habe eindeutige Prioritäten gesetzt, in dem sie der nachhaltigen Finanzpolitik besonderes Gewicht gegeben hat.
Marlehn Thieme. Foto: RNE
21.02.2012 Berlin (UD/RNE) - Durch die gründlich überarbeiteten Indikatoren ließen sich jetzt Fortschritte und Defizite auf dem Weg zur Nachhaltigkeit besser erfassen. Damit komme der Regierungsbericht den Erwartungen nahe, als Wegweiser auch für die Nachhaltigkeitsstrategien in der Wirtschaft und von gesellschaftlichen Einrichtungen zu wirken. Begrüßenswert sei auch die Unterstützung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex, den der Rat nach intensiver Diskussion mit allen Stakeholdern bekannt gemacht hat.
 
Der Generalsekretär des Nachhaltigkeitsrates, Günther Bachmann, kritisiert den Umfang des Regierungsberichtes: Angesichts der über 300 Seiten sei keine umfangreiche Leserschaft zu erwarten, außerdem drohten wichtige Details in der Textmenge zu verschwinden. Als Beispiel nennt er die Neuheit, dass der Regierungsbericht nunmehr die Anhebung des EU-Klimaziels auf 30 Prozent mitträgt, ohne dies wie bisher von einer international verbindlichen Kyoto-Folgeregelung abhängig zu machen. Ein ambitioniertes EU-Ziel auf Basis eines noch weitergehenden nationalen 40 Prozent -Ziels wird nun einseitig akzeptiert, wenn alle EU-Mitgliedstaaten einen fairen Beitrag leisten und Deutschland keine darüber hinausgehenden Emissionsminderungen eingeht.
 
„Die Idee der Nachhaltigkeit hat es derzeit nicht leicht“ so Bachmann, der eigentliche Inhalt des Begriffs werde durch oberflächlichen und beliebig-werblichen Gebrauch ramponiert, und mehr als alle Worte zeigten die Euro-Krise, der global hohe Anstieg der Klima-Emissionen und die Überlastung natürlicher Ressourcen, wie nicht-nachhaltig die Gesellschaft derzeit lebt. Daher sei es gut, dass die Regierung an der klaren Definition der Nachhaltigkeit festhält, in der die Erhaltung der Lebensgrundlagen dem Zieldreieck Ökonomie, Ökologie, Soziales eine absolute Grenze verleiht.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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